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Mehr als 100 Teilnehmer bei der Premiere des Lobetaler Bandtreffens von Musikern mit und ohne Handicaps

Außenseitermusiker
Sprache des Gefühls

Olav Schröder / 17.03.2019, 21:00 Uhr - Aktualisiert 18.03.2019, 09:16
Lobetal (MOZ) Mehr als 100 Teilnehmer kamen zu dem ersten Bandtreffen für Menschen mit Handicap in Lobetal. Die Veranstaltung gilt auch als Vorbereitung eines großen Konzertabends in Bernau im kommenden Jahr.

In den Einrichtungen der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal gibt es eine ganze Reihe von Musikgruppen, die sowohl bei internen Veranstaltungen der Stiftung als auch auch im öffentlichen Rahmen auftreten. Hinter dem ersten Bandtreffen stand nun die Idee, diese Musikgruppen und auch Einzelspieler einmal zusammenzubringen, wie die Organisatoren Hartwin Schulz und Robert Meyer erläutern. Schulz ist Seelsorger für Menschen mit Handicaps und auch für die Mitarbeiter, Meyer Heilerziehungspfleger in der Eingliederungshilfe. "Das Bandtreffen regt vielleicht dazu an, dass mancher Lust dazu bekommt, selbst Musik zu machen", sagt Hartwin Schulz. Darüber hinaus soll es aber auch dazu ermuntern, weitere Musikgruppen in den verschiedenen Bereichen der Hoffnungstaler Stiftung zu bilden.

Am Sonnabend fand das erste Bandtreffen für Menschen mit Handicap in Lobetal im Bonhoeffer-Haus statt. Die Leitung hatte Hartwin Schulz, die Stimmung war gut und die Veranstalter mit dem Ergebnis zufrieden.
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Erstes Bandtreffen für Menschen mit Handicap

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Die Premiere für das Bandtreffen ist zugleich ein Testlauf für ein noch weitergehendes Vorhaben. "Wir wollen das Treffen nicht nur wiederholen", sagt Hartwin Schulz. Im kommenden Jahr streben die beiden Organisatoren ein Konzert mit einem abendfüllenden Programm für die Bevölkerung in einem Saal wie der Bernauer Stadthalle an. Dieses würde dem Gedanken der Inklusion noch mehr entsprechen.

Das Treffen bestand im Wesentlichen aus drei Teilen. Nach einem musikalischen Auftakt-Gottesdienst folgten diverse Workshop-Angebote. Dort konnte sich jeder am Klavier, an einem Keyboard, an der Gitarre oder am Schlagzeug und diversen Trommeln erproben. Im Anschluss daran stellten sich mehrere Ensembles auf der Bühne des Bonhoeffer-Hauses in Lobetal vor. Den weitesten Anreiseweg hatte eine Band aus Dreibrück bei Neuruppin. Aus Reichenwalde bei Storkow sowie aus Erkner kamen zwei Chöre. Die Trommlergruppe der Wohnstätte "Schrippenkirche" aus Berlin, ein Solist aus Woltersdorf und die Eberswalder Band "Turbo Dream" von der Wohnstätte  "Auf dem Müllerberg" waren vertreten.

"Turbo Dream" hat gezeigt, wie schnell sich der Zuspruch auch in der Öffentlichkeit einstellen kann. "Die Band wurde erst vor anderthalb Jahren gegründet, und zwar eher spontan", berichtet Robert Meyer, der wie Hartwin Schulz selbst ein Instrument spielt. "Es wurde Gitarre gespielt und dabei entstand die Idee, eine Gruppe zu gründen." Heute tritt sie in der Besetzung Gesang, Gitarre, Bass, Keyboards und Schlagzeug auf. Innerhalb eines Jahres hat sie mehr als ein Dutzend Auftritte absolviert, ist mit einem anderthalbstündigen Weihnachtsprogramm präsent und spielt auch auf Anfrage. Ihr Ziel ist es, bei "Guten Morgen Eberswalde" aufzutreten.

"Wer rocken möchte, der kann auch rocken", sagt Robert Meyer, der selbst auch ausgebildeter Schlagzeuger ist. Die einzige Voraussetzung sei die Bereitschaft zum Üben. So gebe es auch bei Turbo Dream, in der Musiker mit und ohne Handicap mitspielen, "stramme Proben", wie er sagt. – "Super" sei das Treffen, sagt Andreas Voutta, Mitarbeiter in der Wohnstätte Schrippenkirche im Prenzlauer Berg. Seit fast zehn Jahren gebe es dort eine Trommelgruppe.

Mit der Gruppe kam auch der unabhängige Inklusionsmusiker Martin Talir nach Lobetal. Seit fünf Jahren betreut er die Trommler der "Schrippenkirche" und zum zehnjährigen Bestehen seiner "Handiclapped-Band" wurde eine CD mit Rock-Liebes-Liedern herausgebracht. Es ist eine "fetzige Amateurband mit hohem Niveau", sagt er. Die Zahl der Musiker mit und ohne Handicap in der Band istgleich.

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Bandtreffen Hartwin Schulz Handicap Robert Meyer Konzertabend

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