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Künstlerische Nähe

Kunst im Dialog: „Melancholie, Homage á Werner Heldt“ nannte Friedrich B. Henkel die Doppelplastik aus Mamor und Basalt vor Christine Hielschers Bild „Dynamischer Raum I“
Kunst im Dialog: „Melancholie, Homage á Werner Heldt“ nannte Friedrich B. Henkel die Doppelplastik aus Mamor und Basalt vor Christine Hielschers Bild „Dynamischer Raum I“ © Foto: Uwe Stiehler/MOZ
Uwe Stiehler / 10.05.2010, 17:40 Uhr - Aktualisiert 10.05.2010, 20:46
Rangsdorf (In House) Friedrich B. Henkel hat in seinen Arbeiten die Welt versammelt. Die Insel Bornholm, steile Hänge hinaufwachsende toskanische Städte, an dünne Riesen erinnernde rumänische Heuhaufen, kykladische Felsen, das alles hat er einfließen lassen in seine Skulpturen. Friedrich B. Henkel ist kein Landschaftsporträtist, kein Kopist romantischer An- und Ausblicke. Was ihn interessiert, sind Formen, Strukturen, Linienführungen. Daraus schöpft er sein ästhetisches Konzept der nach einem inneren Gleichgewicht suchenden Abstraktion. In seinen Arbeiten vereint er Schroffheit mit Ebenmäßigkeit und Geschlossenheiten mit die Form aufbrechender Offenheit. Er erzeugt damit eine große innere Spannung, aber immer auch ein Kräftegleichgewicht, durch das seine Arbeiten nach außen große Ruhe ausstrahlen.

Dieser Einheit ging eine fünf Jahrzehnte dauernde künstlerische Suche voraus, die Friedrich B. Henkel vom Figurativen zum Abstrakten führte. Auch Christine Hielscher hat figurativ begonnen und sich dann auf die Suche nach der Verbindung von Figur und Raum begeben, hat die Figuren aufgelöst und verfolgt wie Henkel ein Konzept, das zwischen Offenheit und Geschlossenheit changiert. Auch sie ist eine ewig Wandelbare geblieben. Ihre Malerei ist inzwischen weniger grafisch. Christine Hielscher bekennt sich zu einer neue Farbigkeit, mit der sie sich eine große und gleichzeitig sehr bewegte räumliche Tiefe erschließt. Ihre Arbeiten sind noch abstrakter als Henkels Skulpturen und doch sind sie ihnen in der Art, wie sie äußerlich starre Strukturen mit innerer Lebendigkeit erfüllen, sehr ähnlich.

Der Bildhauer sagt, die Werke von Christine Hielscher seien ihm schon vor Jahren aufgefallen und hätten sich ihm sofort eingeprägt. Die aus ihnen sprechende ewige Suche und geistige Wachsamkeit ist etwas, das Henkel nahe ist.

Trotz dieser geistigen Verwandtschaft und obwohl beide Künstler im Barnim zuhause sind – Christine Hielscher wohnt mit ihrem Mann in Gersdorf in der Nähe von Bad Freienwalde, Friedrich B. Henkel in Bernau – haben sie noch nie gemeinsam ausgestellt. Zum ersten Mal finden ihre Arbeiten nun in der Galerie „Kunstflügel“ zusammen. „Klopfzeichen – Wandelbarer Raum“ heißt diese Exposition, die bis zum 6. Juni zu sehen ist.

Bis 6. Juni, Galerie „Kunstflügel“ Rangsdorf, Seebadallee 50, Tel. 033708 70733

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