Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Biesenthaler Sozialausschuss lotet Formen der Beteiligung aus / Einbeziehung von Schulen und Freizeiteinrichtungen

Mitsprache
Auf dem Weg in die Kommunalpolitik

Früh zu Wort gemeldet: Bereits 2011 ist das Biesenthaler Kulti auf dem Marktplatz für Kinderrechte eingetreten:
Früh zu Wort gemeldet: Bereits 2011 ist das Biesenthaler Kulti auf dem Marktplatz für Kinderrechte eingetreten: © Foto: Sergej Scheibe
MOZ / 19.03.2019, 07:15 Uhr - Aktualisiert 19.03.2019, 08:01
Biesenthal (MOZ) Seit dem vergangenen Jahr werden die Kommunen in Brandenburg verpflichtet, Kinder und Jugendliche "in allen sie berührenden Gemeindeangelegenheiten" zu beteiligen. Der Biesenthaler Sozialausschuss hat sich mit der Frage befasst, wie der neue Paragraf 18a der Kommunalverfassung umgesetzt werden kann.

Das Spektrum ist breit, wie DRK-Jugendkoordinatorin Renate Schwieger erläuterte. Es kann Jugendforen und Kinderparlamente umfassen, aber auch Medien wie das Internet. In den Schulen und Jugendeinrichtungen seien die Jugendlichen in einer Fragebogen-Aktion um ihre Meinung gefragt worden. Demnach wünschen sich 196 junge Leute, bei Themen wie Spielplatz- oder Straßenbau mitentscheiden zu können. 64 sehen dies nicht als erforderlich an. Dass sie über die anstehenden  Themen am liebsten in der Schule informiert werden wollen, bestätigten 232 Jugendliche. Über das Amtsblatt wünschen sich 55 und im Freizeitbereich 39 die entsprechende Information. Einen Ansprechpartner in der Schule möchten182 Schüler, 81 halten ihn nicht für erforderlich.

Aus der Amtsverwaltung liegt ein Vorschlag zur Umsetzung vor, wie Dörte Franz mitteilte. Demnach würden die Sachbearbeiter sämtliche Projekte, die sich für die Kinder- und Jugendbeteiligung eignen, bereits vorlegen. Darüber hinaus habe die Stadtverordnetenversammlung immer die Möglichkeit, ein Projekt für die Beteiligung auszuwählen.

Die konkrete Umsetzung der Beteiligung soll jeweils über einen Träger wie die Schule oder eine Jugend- oder Freizeiteinrichtung laufen, so Renate Schwieger. Dies habe den Vorteil, dass die Jugendlichen in ihren eigenen Erfahrungsbereichen angesprochen werden und sich mit den Themen auseinandersetzen können. Der Jugendförderer Sebastian Henning und sie selbst würden bereits jetzt ein Viertel ihrer Arbeitszeit in den Schulen verbringen.

Zu klären sei, welche Bedeutung ein Votum im Rahmen der Kinder- und Jugendbeteiligung für die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung haben soll, so die Ausschussvorsitzende Lena Bonsiepen (Linke).

Erwachsene sollten die Themen nicht auswählen, hielt Andreas Wilk­nitz (CDU/Pro Danewitz) fest. Unabhängig davon sei im Förderverein der Grundschule eine Schulung der Klassensprecher vorgeschlagen worden.

Da mit der Beteiligung das Ziel verfolgt werde, junge Leute an die Politik heranzuführen, sollten Stadtverordnete als Ansprechpartner oder Paten benannt werden, schlug Dietrich Sagert (SPD vor. Heike Müller (Bündnis 90/Grüne) regte an, an der Schule eine AG zur Kinder- und Jugendbeteiligung zu eröffnen. Die Beteiligung sollte so früh erfolgen, das  die Ergebnisse bei der Haushaltsplanung berücksichtigt werden können. Uwe Bruchmann (BfB) unterstrich, dass die jeweiligen Themen in jedem Fall leicht verständlich zu beraten seien.

Auch der Förderverein der Grundschule sieht sich als Ansprechpartner und verweist auf die bestehende Arbeit in den Hort- und Kitabeiräten.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG