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TZMO Deutschland investiert sieben Millionen Euro in eine weitere Logistikhalle im Barnim / Neues Verwaltungsgebäude geplant

Investitionen
Drehscheibe für Verbandsstoffe

Vor vollgepackten Regalen: TZMO-Geschäftsführer Piotr Daszynski stellt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (v.r.) die Arbeitsabläufe in der neuen Logistikhalle vor.
Vor vollgepackten Regalen: TZMO-Geschäftsführer Piotr Daszynski stellt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (v.r.) die Arbeitsabläufe in der neuen Logistikhalle vor. © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 21.03.2019, 08:30 Uhr
Biesenthal (MOZ) Mit dem Bau einer Logistikhalle für sieben Millionen Euro hat einer der großen Hersteller von Medizin- und Hygieneprodukten, die TZMO Deutschland, ihren Standort in Biesenthal (Barnim) erweitert. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke kam zur Eröffnung der Halle.

Auch wenn vielen der Name des Unternehmens nicht so geläufig ist – seine Produkte werden schon manchem geholfen haben. 1951 als "Toruner Betriebe für Verbandsstoffe" in Polen gegründet, wurde der Deutschlandstandort 1999 zunächst in Bernau gegründet und kurz darauf nach Biesenthal verlagert. Von dort werden bis heute deutschlandweit medizinische Pflege- und Hygieneartikel vor allem an Krankenhäuser, Apotheken, Praxen und Rettungsdienste geliefert. TZMO Deutschland beschäftigt 140 Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. Von den 15 Marken des Unternehmens sind Seni und Bella die bekanntesten. Bei den Inkontinenz-Hilfsmitteln rechnet es sich zu den größten deutschen Lieferanten.

"Mit der neuen Logistikhalle sind wir fit für die Zukunft", nahm Piotr Daszynski, Geschäftsführer der TZMO Deutschland, eine Standortbestimmung des expandierenden Unternehmens in Biesenthal vor. In Brandenburg sei man auf investitionsfreundliche Rahmenbedingungen gestoßen von der kommunalen bis zur Landesebene. TZMO könne diese Einschätzung vornehmen, verfüge das Unternehmen doch über weltweite Vergleichsmöglichkeiten. Die Gruppe TZMO ist in 17 Ländern mit 54 Firmen vertreten. Der Vorstandsvorsitzende Jaroslaw Jozefowicz und Malgorzata Grzymowicz, Leiterin des Außenhandelbüros, waren ebenfalls gekommen.

Nicht nur die neue Halle steht für das unternehmerische Wachstum. Ein weiteres Gebäude ist bereits in der Planung. Diesmal handelt es sich um einen Neubau für die Verwaltung. Noch in diesem Jahr soll die Grundsteinlegung auf dem Firmengelände erfolgen, so dass der Neubau 2020 in Betrieb genommen werden kann. Platzbedarf gibt es auch im Verwaltungsbereich. Dort arbeiten derzeit 60 Mitarbeiter. Auch ihre Zahl soll erhöht werden.

"Die richtige Logistik ist der Schlüssel der Wirtschaft im 21. Jahrhundert", hielt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fest. Es komme darauf an, im richtigen Moment an dem Ort zu sein, an dem die Güter gebraucht werden. Mit der neuen Logistikhalle – es ist bereits die fünfte von TZMO in Biesenthal – sollen genau diese Ziele erreicht werden. Die Logistik beginnt nicht erst mit der Auslieferung der Ware und Versorgung der Abnehmer, sondern erfasst sämtliche Abläufe am Standort. Ein rechnergesteuertes Warenwirtschaftssystem steuert den Betrieb von der Einlagerung bis zur Versendung der Waren, erläutert Logistikleiter Andreas Fiegler. Die Lieferungen werden erfasst, zeitlich geordnet und können entsprechend abgerufen werden. Die neue Halle fasst zusätzlich rund 6000 Euro-Paletten. Die bisherige Stellplatzzahl wird damit mehr als verdoppelt. Bislang können insgesamt 4500 Paletten untergebracht werden. Trotz dieses Zugewinns wird mit 3800 Quadratmetern für die neue Halle nur eine vergleichsweise geringe Fläche benötigt, wie Andreas Fiegler sagt. Die fahrbahren Regalzeilen machen es möglich. Ähnlich wie in Bibliotheken oder Archiven können die Regale lückenlos zusammengeschoben werden. Elektroantriebe bewegen sie und öffnen Gassen, so dass Gabelstaplerfahrern die Ware schnell erreichenkönnen.

Die neue Logistikhalle sei für die Region, insbesondere aber auch für die inzwischen fast 6000 Einwohner zählende Stadt Biesenthal, eine "Investition in die Zukunft", sagte Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU). Als Arbeitgeber nehme TZMO eine bedeutende Rolle ein. Das Unternehmen biete vielen Frauen Arbeitsplätze, durch die sie Familie und Beruf ideal vereinbaren könnten. Die Halle sei in "rasender Geschwindigkeit entstanden". Die Grundsteinlegung liegt erst gut 300 Tage zurück.

Nicht allein für die Stadt und die Region sei die Investition von TZMO von Bedeutung, sagte Dietmar Woidke. "Die Investition zeigt einmal mehr, wie attraktiv der Standort Brandenburg für Unternehmen ist." Er führt dies insbesondere auf eine gute In◘­frastruktur sowie auf eine qualifizierte und engagierte Mitarbeiterschaft zurück. Die Investition zeige, wie selbstverständlich mittlerweile das wirtschaftliche Engagement auf beiden Seitern der deutsch-polnischen Grenze sei: "Brandenburg und Polen profitieren von den guten Beziehungen." Er wünsche sich, dass beide Länder in den kommenden Jahren noch enger zusammenarbeiten.

Aus Polen war zu der Eröffnung der Halle Staatsminister Pawel Mucha angereist. Er hatte einen Brief von Polens Staatspräsident Andrej Duda, der im Oktober 2018 das Unternehmen besuchte, im Gepäck. Für Duda sei die Anwesenheit von TZMO auf dem deutschen Markt ein Beispiel für die Kooperation beider Länder. Der Erfolg der sehr gut geführten Firma sei für ihn eine besondere Freude.

Mit Blick auf den Besuch des Ministerpräsidenten erinnerte der Biesenthaler Bürgermeister Carsten Bruch an die große Zahl von Pendlern. 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung von Biesenthal pendele täglich, zum größten Teil mit dem Auto, doch der RE 3 halte noch immer nicht regelmäßig in Biesenthal – eine Forderung, die seit vielen Jahren besteht.

Nachdem TZMO in Biesenthal seinen Hauptsitz eröffnet hatte, folgten 2004 die Eröffnung eines Schulungszentrum. 2008 und 2013 kamen weitere Investitionen auf dem insgesamt 54 000 Quadratmeter großen Standort hinzu. Rund tausend Paletten werden hier umgeschlagen.

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