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Gelungenes Lesekonzert bei den Musikfesttagen

Lesekonzert
Ein Abend zwischen Fiktion und Fakten

Begeistern mit ihrem Lesekonzert: Sascha Macht, Johanna Krech (Klarinette) und Svea Westphal (Akordeon, v.l.)
Begeistern mit ihrem Lesekonzert: Sascha Macht, Johanna Krech (Klarinette) und Svea Westphal (Akordeon, v.l.) © Foto: Winfried Mausolf
Stephanie Lubasch / 21.03.2019, 10:00 Uhr - Aktualisiert 21.03.2019, 13:40
Frankfurt (Oder) (MOZ) "Kennen Sie Ilse Wawczarek?" Wer Sascha Machts Arbeit als Beeskower Burgschreiber verfolgt hat, wird diese Frage mittlerweile wohl bejahen können.

Die Geschichte um die fiktive Holzzuschneiderin aus dem VEB Spanplattenwerk, die in ihrer Freizeit Zombie-Romane schrieb, hat der 32-Jährige während der Monate seines Stipendiums gleich doppelt verarbeitet. Und – wie mit vielen seiner anderen Texte auch – für Verwirrung gesorgt: Gab es die Dame nun tatsächlich? Und was hat es mit ihren Manuskripten auf sich, die man angeblich im Privatarchiv ihrer Großnichte noch einsehen kann?

Beeskows aktueller Burgschreiber Sascha Macht liest in der Frankfurter Huttenbuchhandlung im Rahmen der Musikfesttage. Begleitet wird er von Musik - und zwar vom Duo Johanna Krech und Svea Westphal
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Burgschreiber liest in Huttenbuchhandlung

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Ilse Wawczarek ist die Erste, von der Sascha Macht an diesem Dienstagabend in der gut besuchten Frankfurter Buchhandlung "Ulrich von Hutten" liest. Unter dem Titel "Die Fontaine von Neuruppin und andere Kuriositäten" ist eine "Wanderung durch ein wundersames Land" versprochen.

Und da es eine Veranstaltung im Rahmen der Musikfesttage an der Oder ist, gibt es auch musikalisch noch etwas auf die Ohren. Svea Westphal (Akkordeon) und Johanna Krech (Klarinette), die beim Wettbewerb "Jugend musiziert" regelmäßig erste Preise abräumten und im vergangenen Jahr den "Kulturradio Klassik Slam" gewannen, bezaubern zwischen den einzelnen Texten mit einem Programm von "Am Brunnen vor dem Tore" über Tango und Klezmer bis zu "My Way".

Die passenden Welten dazu lässt Sascha Macht entstehen: mit Worten. Seine Geschichten, in denen er Fakten und Fiktion geschickt vermischt, führen die Zuhörer an seltsame Orte – ein Gewölbe unter der Burg zum Beispiel mit Gold- und Silberadern, wo Zigarren, Wolfswelpen und gestohlene Kunst geschmuggelt werden, oder ein Spargelfeld, auf dem sowjetische Kampfpanzer auftauen. Man trifft Menschen wie den Autor Heinz-Gero aus dem Busche, bekannt für sein Sachbuch "Spuk in Spreenhagen", und den Landadligen Waldemar von Stolzenhain, der sich zum Schreiben einst im Beeskower Amtshaus einmauern ließ.

Es ist ein Fest des Schreibens, das Macht feiert. Wo sonst, wenn nicht in der Literatur, können Zeit und Raum auf diese Weise außer Kraft gesetzt werden? Ganz los lässt er den Faden, an dem seine schillernden Ideen gen Himmel steigen, aber nie – hinter allem Fantasieren ist stets doch Struktur. Ein beglückender, anregender Abend, für den das Publikum mit herzlichem Applaus dankte.

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