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MOZ-Talk
Sex, Stress und schüchterne Stars

Jan-Henrik Hnida / 21.03.2019, 20:18 Uhr - Aktualisiert 21.03.2019, 20:50
Frankfurt (Oder) (MOZ) Den Beginn machte  "Penis-Papst" Prof. Dr. Hartmut Porst beim Jubiläums-MOZ-Talk – über Erektionsstörungen. Dann gewährte Sahra Wagenknecht private Einblicke. Später heizte Jürgen Drews dem ausverkauften Kleist Forum ein.

Nachdem der letzte Ton von Lilo Wanders’ Lied "Regentropfen" verklingt, lässt sich der "Penis-Papst" auf dem neuen schwarzen Ledersofa nieder. Ob dieses Sex-tauglich sei, möchte Moderatorin Claudia Seiring von Prof. Dr. Hartmut Porst wissen. "Zu klein", antwortet der international führende Facharzt für Urologie und Andrologie – "Männerkunde" ist seine Passion. Seit über 40 Jahren widmet sich Porst den Problemen der männlichen Sexualität. Jüngere Patienten kommen zu ihm, weil "sie zu schnell fertig sind", erzählt er. Sei es also bei 18- bis 25-Jährigen der frühzeitige Samenerguss, der zur Un-Lust führt, so kommen die Älteren zu ihm, "weil sie gar nicht mehr kommen."  Dagegen hilft das Potenzmittel Viagra. Per se hat der Hamburger Doktor nichts gegen die blaue Pille, allerdings empfiehlt er vorab immer eine ärztliche Untersuchung.

Im Umgang mit Sex-Problemen sieht Prost die Alt-68er offener als die Nachkriegs-Generation. Gingen Männer früher alle drei bis sechs Jahre zum Urologen, schickten heute die Frauen ihre Partner alle drei bis sechs Monate zum Experten. Im Bett miteinander reden und alte Rituale hinterfragen, sind die Tipps für das Frankfurter Publikum. Bei "zusammen Porno-Filme schauen" oder – wie in Afrika – die Prostata des Mannes massieren, müssen viele Zuschauer lachen.

Dann wird’s politisch. Wegen Sahra Wagenknecht war der MOZ-Talk innerhalb von 36 Stunden ausverkauft – das letzte Mal schaffte dies die Ankündigung von Henry Maske. Geschont wird der Gast deswegen nicht. Warum sie nicht mehr für den Fraktionsvorsitz kandidieren wolle, möchte Wanders wissen. "Ich hatte viel Druck und Stress", erzählt die ganz in Rot gekleidete Wagenknecht.

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Schlagerstar Jürgen Drews im MOZ-Interview

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Deswegen sei sie immer wieder krank geworden, fühlte sich zwei Monate wie "ausgebrannt". Die "Schlangengrube", wie Wagenknecht den Politikbetrieb in einem Stern-Interview nannte, habe sie zermürbt. Doch therapeutische Beratung und ihr Ehemann Oskar Lafontaine geben ihr Kraft und Rückhalt.

Trotzdem will sich die Politikerin nicht beschweren. "Viele Menschen in der Pflege können sich nicht einfach wie ich eine Auszeit nehmen", ist sie überzeugt. Die Frage, warum die Linke so viele Stimmen in Ostdeutschland verloren habe, umschifft die Politikerin galant: "In Frankfurt haben wir doch ein gutes Ergebnis und einen tollen Bürgermeister." OB René Wilke, der auch zu Gast ist, nimmt das Kompliment schmunzelnd zur Kenntnis.

25. MOZ-Talk im Kleist Forum in Frankfurt (Oder). Durch die Talkrunde führen die Moderatoren Entertainerin Lilo Wanders und Journalistin Claudia Seiring mit ihren Gästen Urologe Prof. Hartmut Porst, Fraktionschefin der Linken Sahra Wagenknecht, FC St. Pauli Präsident Oke Göttlich, Präsident des 1. FC Frankfurt (Oder) Markus Derling, Kabarettist Bob Lehmann sowie Schlagerstar Jürgen Drews.
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25. MOZ-Talk im Kleist Forum

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Privat wird es, als Wagenknecht über ihre Kindheit plaudert. "Ich war Einzelkind und wurde in der Gruppe oft gehänselt." Bücher sind schon immer ihre Freunde gewesen. Deswegen möchte sie nun wieder mehr Lesen. Das Publikum spendet ihr einen langen Zwischenapplaus.

Etwas Pech haben die Veranstalter am Tag des Glücks, weil "Tagesschau"-Legende Dagmar Berghoff wegen einer fiebrigen Erkältung kurzfristig ausfällt. Doch mit dem Frankfurter Entertainer Bob Lehmann wird eine "andere flotte Biene" gefunden. Dieser performt, passend zum Frühlingsanfang, den Biene-Maja-Song von Karel Gott mit lustigen Posen. Unter anderem erinnert sich Claudia Seiring an das Rezept für die jahrzehntelange Ehe von Christa und Ulrich Lanz – ehemalige MOZ-Talk-Gäste– nämlich Gurkensalat. Den ließ sich die Ehefrau fast täglich von ihrem Mann frisch schnippeln. Liebe ist eben nicht nur Sex, sondern geht auch durch den Magen.

Den nötigen Glamour bringt Schlager-Ikone Jürgen Drews. Mit E-Gitarre und flottem Hüftschwung – der Musiker ist 73 Jahre – kommt er auf die Bühne. Dass er "von Hause aus schüchtern" sei, glaubt ihm niemand im Saal. Als Kind habe er den Mund nicht auf bekommen – bis ihm sein Vater mit 14 eine Gitarre in die Hand drückte. Einen ersten Schritt Richtung Musiker brachte ihn der Auftritt in einer Jazzband – mit einem Banjo. Vom Zupfinstrument über die Gruppe Les Humphries gelangte Drews schließlich zur Schlagermusik. Obwohl er weder Alkohol noch Partys mag, reißt er seine Fans immer wieder von den Sitzen. Mit "Ein Bett im Kornfeld" und anderen Hits schafft er es auch in der Oderstadt. "Mallorca in Frankfurt (Oder)", ruft er.

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