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Dreieck Barnim
Zügige Rettung wird kompliziert

Andrea Linne / 29.03.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 29.03.2019, 07:36
Panketal (MOZ) Panketal. Auf Hochglanz poliert waren Mittwochabend die Fahrzeuge in der Zepernicker Feuerwache. Auch die Mitglieder der ehrenamtlichen Feuerwehr hatten sich in Schale geworfen. Der Brandenburger Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) samt interessiertem Gefolge rückte an.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Fahrzeughalle sowie vielen Fragen zu technischen Finessen und kreativen Ideen ging es dann ans Eingemachte. Denn die Idee der Panketaler Feuerwehr, 2016 vom Verband Deutscher Versicherer mit dem IF-Stern gewürdigt, soll noch in diesem Jahr praktisch umgesetzt werden. Drei Jahre hat es gedauert. Wie Gemeindewehrführer Thomas Bielicke betonte, habe sich die Landtagsabgeordnete Britta Stark (SPD) sehr eingesetzt.

Besuch von Minister Karl-Heinz Schröter bei Feuerwehr in Schönow und Zepernick
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Besuch von Minister Karl-Heinz Schröter bei Feuerwehr

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Das unübersichtliche Dreieck Barnim soll übersichtlicher werden. Doch anstatt die Autobahn-Einsatzbereiche für die Feuerwehren der Region farblich zu kennzeichnen, wie der Vorschlag es vorsah, sollen sogenannte Stationierungstafeln mit recht komplizierten Positionsbeschreibungen aufgestellt werden.

Der Landesbetrieb Straßenwesen, der sich mit der Projektrealisierung befasst, will 90 Tafeln alle 200 Meter an der Verbindung von A11 und 10 entlang der Zubringer aufstellen, um Unfallopfern den Ruf nach Hilfe zu erleichtern und Fehldisponierungen zu vermeiden. Das Ganze soll 70 000 Euro kosten und über drei Jahre als Modellprojekt funktionieren. "Die Grundidee ist gut, aber das ist ein klassischer Fall von Verschlimmbesserung", kritisierte der Brandenburger Innenminister, der in seinem Gefolge auch den Landesbranddirektor Heinz Rudolph und den Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Bernd Falkenthal, hatte. "Da hätte ich bei Orafol in Oranienburg schneller farbige Folien bekommen", setzte Schröter nach. Wer könne auf Polnisch oder Französisch schon so komplizierte Deutungen vornehmen?

Dennoch, waren sich am Ende alle im Feuerwehrdepot von Zepernick einig, freue man sich über den Versuch der Umsetzung. Immer wieder, betonte auch Barnims Landrat Daniel Kurth (SPD), sei es von der Einsatzleitstelle in Eberswalde aus schwierig, die richtige Feuerwehr zum Unfallort am Dreieck zu beordern. Unfallopfer wüssten oft nicht, auf welchem Abschnitt sie sich befän-den.

Doch nicht nur um die Kennzeichnung des Dreiecks Barnim ging es. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit berieten Vertreter der Feuerwehren aus Bernau, Schönow, Werneuchen, Ahrensfelde und Panketal, vom Landkreis und vom Land auch das neue Brand- und Katastrophenschutzgesetz, das sich kurz vor der zweiten Lesung im Brandenburger Landtag befindet. Für Schröter eine längst überfällige Novelle. Und auch Daniel Kurth betonte, dass er es als früherer Sprecher seiner Landtagsfraktion für Brand- und Katastrophenschutz und Landrat für wichtig erachte, das Ganze zu modernisieren. So müssten die Stützpunktfeuerwehren, die es längst gibt, hinein. Auch die Investitionen in Feuerwachen sowie die verbesserte Anerkennung des Ehrenamtes der Feuerwehrleute lägen ihm am Herzen. Dazu hatte er sich zuletzt auch im Barnim mit vielen Feuerwehrvertretern zusammengesetzt.

Die Praktiker indes, wie der stellvertretende Gemeindewehrführer aus Panketal, Christoph Eckert, sehen klaren Nachbesserungsbedarf. "Da könnte man ruhig nach Niedersachsen schauen, die sind viel weiter", sagte er.

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