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Spatenstich sichert Standort

Einen Spaten tief: Steffen Körner (Mitglied Konzernleitung), Kerstin Bartelt (stellvertretende Bürgermeisterin), Stefan Schur  (stellvertretender Werkleiter) und Sven Wiebicke (Vorsitzender des Stadtparlaments, v.l.) haben symbolisch den Bau gestartet.
Einen Spaten tief: Steffen Körner (Mitglied Konzernleitung), Kerstin Bartelt (stellvertretende Bürgermeisterin), Stefan Schur  (stellvertretender Werkleiter) und Sven Wiebicke (Vorsitzender des Stadtparlaments, v.l.) haben symbolisch den Bau gestartet. © Foto: Jörn Tornow
Jörg Kühl / 05.04.2019, 22:30 Uhr - Aktualisiert 06.04.2019, 11:40
Beeskow (MOZ) Mit einem beherzten Spatenstich haben am Freitag Vertreter des Sonae-Arauco-Konzerns und der Stadt Beeskow den Bau einer neuen Spanplattenanlage symbolisch gestartet. Symbolisch deswegen, weil die Bauarbeiten bereits seit Wochen  laufen.

Im Vorfeld war auf dem betreffenden Areal auf dem Werksgelände Baufreiheit geschaffen worden. Wo heute ein freier Platz von der Größe eines Fußballfeldes ist, befand sich früher die Spanplattenpresse aus den 60ern. In den letzten Jahren war das Areal als Lagerplatz genutzt worden. Seit einigen Tagen rammt eine Spezialfirma bis zu 20 Meter lange Pfähle aus Stahlbeton in den Untergrund. Sie sollen künftig das Fundament der neuen Spanplattenpresse tragen.

Spatenstich für neues Spanplattenwerk in Beeskow
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Spatenstich für neues Spanplattenwerk

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Von der Konzernleitung war Steffen Körner zum Spatenstich erschienen. "So ne Fabrik wird auch nicht jeden Tag gebaut!" stellte er stolz fest. Die 53-Millionen Euro-Investition sei ein klares Bekenntnis des Konzerns zum Standort Beeskow.

Sonae Arauco habe sich unter anderem aus zwei Gründen für die zukunftsweisende Investition empfohlen: Beeskow liegt nahe an einem der wachsenden Absatzmärkte, nämlich Polen. Außerdem seien am Beeskower Standort genügend Freiflächen vorhanden, die die jetzige Expansion und auch weitere in der Zukunft möglich machen, so Körner.

Die neue Anlage werde zusätzliche Fertigungskapazitäten in der Hinterhand behalten, die man allerdings vorerst nicht ausschöpfen wolle. Vielmehr gehe es darum, Produkte auf einem neuen Qualitätsniveau herstellen zu können. Dazu zählt eine höhere Oberflächenqualität und eine gleichmäßigere Dichte der Spanplatten.

Als positiven Nebeneffekt versprach das Mitglied der Konzernleitung eine Verbesserung bei den Emissionen, sprich bei der Abluft des Werks. Obwohl die bestehende Spanplattenanlage Baujahr 1977, konzernweit eine der zuverlässigsten sei, werde sie nach Inbetriebnahme der neuen Anlage stillgelegt. Am Donnerstag könnte der Aushub für das Fundament der Presse beginnen, ergänzte der stellvertretende Werksleiter Stefan Schur, der auch für das Neubauprojekt verantwortlich ist. Mit einer Inbetriebnahme der neuen Anlage rechne er frühestens zum Jahresende.

Sven Wiebicke, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, sagte, er sei stolz, dass diese entscheidende Investition, die den Industriestandort sichert, getätigt wird. Die Stadt und ihre Gremien werde weiterhin alles tun, um das Unternehmen zu unterstützen.

Sonae Arauco Beeskow fertigen im Jahresdurchschnitt 800 000 Kubikmeter Spanplatten. Mehr als 50 Prozent führt das Unternehmen nach Polen aus. Derzeit sind laut Werkleiter Jan Riekert 260 Mitarbeiter am Beeskower Standort beschäftigt.

Das Werk wurde 1966 in Betrieb genommen. Seither gab es größere Investitionen "in Zehnjahresschritten", wie Steffen Körner von der Konzernleitung Sonae Arauco grob zusammenfasste: 1978 wurde das Werk erweitert, 1996 kam die Fertigungsstrecke für mitteldicke Faserplatten (MDF) hinzu, im Jahr 2006 wurde die neue Kurztaktpresse eingeweiht, mit der man die Oberflächen der Spanplatten mittels Papierfolien veredeln kann.

Beim Spatenstich waren auch drei von sechs Werks-Chronisten anwesend: Siegfried Busse, Eberhard Fischer und Dieter Siegesmund wurden von den Werksangehörigen herzlich begrüßt. Die Pensionäre haben viele Jahre ihres Berufslebens im Beeskower Spanplattenwerk verbracht. Gemeinsam mit Rainer Rösner, Reinhard Großkopf und Eberhard Keil hatten sie die Geschichte der Beeskower Produktionsstätte aufgeschrieben.

Am Rande des Spatenstichs sorgten die Herren für eine dicke Überraschung: Sie überreichten der Werksleitung ein großformatiges Gemälde von Werner Voigt. Der Maler aus Wendisch Rietz hatte eine Ansicht der Werks von der Spree aus im Jahr 1979 auf Öl verewigt.

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