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Bischofstraße
Hotelbau wird Chefsache

Der letzte Frühling für die ehemalige Grundschule Mitte?
Der letzte Frühling für die ehemalige Grundschule Mitte? © Foto: René Matschkowiak
Heinz Kannenberg / 09.04.2019, 21:04 Uhr - Aktualisiert 10.04.2019, 08:46
Frankfurt (Oder) (MOZ) Zwischen Rathaus und Oder soll auf einem 12 000 Quadratmeter großen Grundstück ein neues Quartier mit First-Class-Hotel, Wellness und Spa mit Blick Richtung Oder sowie Wohnungen für gehobene Ansprüche entstehen.

Zuletzt hatte es Irritationen zwischen der Rathausspitze und dem Projektentwickler wegen eines nicht vereinbarten Zahlungseingangs von Premero Immobilien GmbH gegeben. OB René Wilke (Linke) hatte darüber in einer Hauptausschusssitzung informiert. Wilke wies zugleich daraufhin, dass er von einem Versehen ausgehe. Zugleich hatte er  betont, dass bei Nichtzustandekommen des Projekts die Stadtverwaltung einen Plan B habe. Er hatte angedeutet, dass dieser Standort in etwa zehn Jahren auch für ein Verwaltungsgebäude genutzt werden könnte. Der Vorschlag, die Stadtverwaltung im Zentrum zu konzentrieren, war vor einem Jahr auch Bestandteil seines OB-Wahlprogramms.

Das Hamburger Unternehmen, das gerade erst am 25. Januar mit der Stadt ein Anhandgabeverfahren für die Quartiersentwicklung auf dem Areal unterzeichnet hatte, zeigte sich von diesen öffentlichen Äußerungen irritiert. Nach einem Telefonat zwischen Baudezernent Jörg Gleisenstein (Grüne) mit Premero-Geschäftsführer Thorsten Schütte schaltete sich der OB mit drei Telefonaten ein. Am vergangenen Freitag versicherten sich beide Seiten, am Projekt festzuhalten, teilt Gleisenstein mit. René Wilke betont: "Für mich ist die Entwicklung des Quartiers Marktostseite eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte der nächsten Jahre in der Innenstadt und somit Chefsache." Das Verfahren liege weiter in der Zuständigkeit des Dezernats für Stadtentwicklung und Bauen und damit im Verantwortungsbereich des zuständigen Dezernenten. Premero soll  dem Vernehmen nach beklagt haben, dass sie bislang keinen verlässlichen Ansprechpartner an der Schnittstelle zwischen Rathausspitze und Wirtschaftsförderung hatten.

Das Konzept sieht eine zweigeteilte Bebauung vor. An der Großen Oderstraße – der Westseite – soll ein viergeschossiger Komplex mit Hotel mit bis zu 144 Zimmern und Konferenzsälen, Gastronomie, etwa 140 Wohnungen für Mieter und Eigentümer, Büros, Praxen und grünem Innenhof entstehen. An der Ostseite ist neben weiteren Wohnungen eine Wellnessanlage mit Pool, Fitnessbereich und Gesundheitsangeboten angedacht. Die Pläne sehen zudem ein Untergeschoss für eine Tiefgarage vor. Ein  Hotelpächter – die RIMC Hotels und Ressorts Gruppe – soll laut Schütte bereitstehen.

Neue Planung mit Ecciushaus

Schütte konkretisierte die bisherigen Pläne. So werde man sich in der weiteren Planung an der historischen Blockrandbebauung und dem Ecciushaus an der nördlichen Ecke Große Oderstraße/Bischofstraße orientieren. Insgesamt 100 Millionen Euro könnten in dieses Areal investiert werden.

Das Anhandgabeverfahren läuft bis 24. Januar 2020. In dieser Zeit will Premero das Areal als Dienstleistungsstandort planen und ihn für Investoren vorbereiten.

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Andreas Kerber 15.04.2019 - 17:05:11

Interessante Frage

ich war schon überrascht, mit 3 Anrufen hat der OB das Hotelprojekt gerettet: alle Achtung. Dann musste mich die Hochachtung leider wieder verlassen, es war nicht Wilke , sondern wie aus dem Gewinner- Verlierer-Beitrag zu lesen war , unser OB a.D. Dr. Wilke. Nun, dem habe ich es sowieso eher zugetraut. Nur , warum ist Gleisenstein hier der Verlierer? Die Verantwortung liegt beim „Chef“ Wird diese nun einfach auf Dezernenten abgeschoben? Ich kann mich erinnern, dass bei Fehlern der zeitweise linken Dezernenten von den Linken (gern auch vom jetzigen OB) mit dem Finger auf den letzten OB gezeigt wurde und diesem alle Fehler zugeschrieben wurden.

Manuela Merker 15.04.2019 - 17:00:36

Wer hat das denn gerettet?

In der Verlierer-Gewinner-Rubrik erschien letzte Woche als Verlierer Herr Gleisenstein wegen der fehlenden städtebaulichen Impulse. Nebenbei wurde erwähnt, dass der geplante Hotelneubau gefährdet war und durch das Eingreifen des Ex OB Dr.Wilke wieder in die Spur gebracht wurde. Der jetzige OB Wilke habe nun die Sache mit 3 Anrufen „gerettet“- eine merkwürdige Wahrnehmung. Das Projekt sei eines seiner wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte ? Und dann entwickelt er Parallelfantasien? Welcher Investor soll ihm denn glauben? Chefsache? Ein Chef übernimmt Verantwortung und entscheidet- das kann vom jetzigen OB wohl kaum behauptet werden. Festzustellen bleibt, er lobt sich selbst für alles das sein Vorgänger auf den Weg gebracht hat.

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