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Biberplage
Maschendraht in Erde gerammt

Biber: Er richtet im Oderbruch Schaden an.
Biber: Er richtet im Oderbruch Schaden an. © Foto: Felix Heyder/dpa
Ulf Grieger / 13.04.2019, 15:00 Uhr
Neubarnim (MOZ) Der Biber untergräbt nun sogar schon die Förderrichtlinien.

Weil der Großnager, der sich im Oderbruch explosionsartig ausgebreitet hat, die mit Fördermittel finanzierten Schutzgitter nutzt, um dahinter große Kavernen für seine Lager zu graben, dürfen nicht erneut Fördermittel mit dem Titel Biberschaden beantragt werden. Diese Erfahrung durfte nun das Amt Barnim-Oderbruch (Märkisch-Oderland) machen.

Die Frankfurter Firma Ingenieur Wasser und Tiefbau (IWT) hat jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem relativ kostengünstig Böschungen von Straßen- und Bahndämmen davor bewahrt werden können, wegen der Biberhöhlen zusammenzubrechen. Der Landkreis lässt diese Methode gerade an seiner Straße testen, die im Oderbruch die Dörfer Neubarnim und Klein Neuendorf verbindet.

Man hatte bislang zum Schutz Gittermatten horizontal verlegt und an der Grabensohle mit Steinaufschüttung oder gewaltigen  Stahlspundwänden gearbeitet. Nun ermöglicht es die neue Technik, die IWT-Geschäftsführer Kai Herrmann zum Patent angemeldet hat, preiswerten Maschendraht senkrecht in die Erde zu rammen.

Auf 1,3 Kilometer Länge wird nun die Kreisstraße geschützt. Um den Maschendraht zu stabilisieren, wird er wie bei einem Sandwich zwischen zwei Stahlplatten geschraubt, die nach dem Rammen einzeln aus der Grabensohle herausgezogen werden. Ob der Biber sich von dem bis zu einem Meter unter die Grabensohle reichenden Maschendraht abhalten lässt, wird die Zukunft zeigen.

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