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Der Verbundstillstand von Anlagen der PCK Schwedt ändert nicht nur den Rhythmus, er erlebt auch einen Generationswechsel.

TÜV-Abstellung
Letzter und erster Stillstand

Michael Dietrich / 15.04.2019, 21:15 Uhr
Schwedt (MOZ) Wer noch keinen TÜV-Stillstand im PCK erlebt hat, hat kaum eine Vorstellung davon, was da wirklich abgeht. In wenigen Tagen werden auf engstem Raum gewaltige Industrieanlagen mit riesigen Kranen und tausenden Leuten auseinandergenommen, repariert, getauscht, modernisiert und geprüft. Am Wochenende ist gerade die FCC-Anlage fertig geworden, wird aktuell zum Wieder­anfahren vorbereitet. Für Ulrich Radike, Abschnittsleiter Instandhaltung bei PCK, ist das fast schon Routine. Seit 1976 arbeitet der Schwedter im PCK, erst in Schichten, später als Schicht-, Anlagen- und Projektleiter. Als sein Chef im Kraftwerk, Thomas Schulze, Stillstandsleiter wurde, holte der ihn mit in sein Team. Seither ist der studierte Chemiker sozusagen der zweite Mann der Stillstandsleitung. Aber zum letzten Mal, denn Ende 2020 erreicht Radike das Rentenalter. Step 2 ist also seine letzte Verbundabstellung. Die ist für ihn wie jede andere, sagt er, "aber immer wieder eine Herausforderung, jeden Tag alles unter Kontrolle zu behalten", erklärt er. Er habe immer wieder einen großen Respekt vor der gewaltigen Arbeitsleistung, sagt der gebürtige Templiner, "wenn ich die riesigen Berge von Rohrleitungen und Materialien sehe. Klar, das ist alles nummeriert, aber sich da zurechtfinden ...! In jüngster Zeit haben die dreidimensionalen Computerzeichnungen der einzelnen Projekte schon sehr für den Überblick geholfen", sagt Radike.

Einer, der einmal in die Fußstapfen solch erfahrener PCK-Mitarbeiter wie Radike treten kann, ist der junge Ingenieur Henrik Rehse. Der 28-Jähige aus Göritz ist seit 2018 bei PCK, hat Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau in Berlin studiert. "Ich bin technikinteressiert und sehr heimatverbunden. Wenn man da in der Region einen Job sucht, gilt PCK schon als die beste Firma – und wer hier eine Chance erhält, greift zu", sagt Rehse. Während des Stillstandes ist der Ingenieur mit dem Projekt FCC betraut. Fast täglich erlebt er, wie Hunderte Monteure an allen Ecken und Enden "seiner" Anlage montieren. "Das kann man sich vorher wirklich nicht vorstellen", bestätigt er und dass er beeindruckt war, wie gut das klappt.

"Im normalen Betrieb arbeiten in der Anlage vielleicht sieben bis acht Leute. Jetzt sind hier mehr als 500 Monteure am Werk", schildert er, was er erlebt. "Viele davon sind Profis, die von Abstellung zu Abstellung ziehen und genau wissen, was wie zu tun ist", weiß er. Jetzt, beim Stillstand, nutze er die Chance, in alle Teile der Anlage hineinzuschauen, die im Betrieb unter hohen Temperaturen und Drücken nur von außen inspiziert werden können.

Zahlreiche junge Kollegen überall

Der Generationswechsel ist überall in der Raffinerie zu erleben, auch in der Unternehmenskommunikation, die für PCK immer wichtiger wird. Die Diplomjournalistin Roswitha Flöter ist mehr als 45 Jahre im Werk. Sie berichtet für die PCK-Zeitung, für Internet und Anfragen von Journalisten über Step 2. PCK, sagt sie, kommuniziere immer mehr und schneller über das, was im Stillstand passiert. Sie freut sich, dass sie bei ihrer letzten Abstellung eine neue Kollegin an ihrer Seite hat. Die 26-jährige Viola Brocker, frisch vom Studium Strategische Public Relations in Schottland und Schweden zurück, erlebt ihren ersten Stillstand: "Das ist sehr erlebnisreich und spannend", sagt sie, "ich habe sogar Nachtschichten wegen verschobener Kranarbeiten erlebt."

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