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Die Reaktionen auf den jüngst vorgelegten Entwurf für den Neubau sind unterschiedlich. Baubeginn noch dieses Jahr geplant.

Feuerwache
Umstrittenes Millionenprojekt

Janet Neiser / 15.04.2019, 21:15 Uhr - Aktualisiert 16.04.2019, 09:25
Eisenhüttenstadt (MOZ) Der erste Entwurf für die neue Feuerwache an der Beeskower Straße in Eisenhüttenstadt dient manchen als Zündstoff für angeregte Diskussionen. Neben vielen positiven Äußerungen haben die Pläne auch für Kritik gesorgt, vor allem in den sozialen Medien. Seit mehr als zehn Jahren erhitzt das Thema Feuerwache immer wieder Gemüter in der Stahlstadt. Befürworter und Kritiker gab es und gibt es auch weiterhin. Erst ging es um die Zusammenlegung der beiden Löschzüge Innenstadt und Fürstenberg sowie generell um einen Neubau, jetzt steht der Abriss der alten Villa Anfang des Jahres bei vielen im Mittelpunkt.

Schon als im Januar der Abrissbagger auf dem ehemaligen Grundstück der Stadtwirtschaft war, meldeten sich einige Stimmen, die um das Haus an der Beeskower Straße trauerten. Die Frage nach dem Eingangsportal wurde laut, denn im Jahr 2015 gab es im Rathaus Eisenhüttenstadt die Überlegung, diesen Teil des Gebäudes in den Neubau zu integrieren. Doch dazu kam es nun doch nicht. Wie die Märkische Oderzeitung erfahren hat, war dieses Portal lediglich aus Beton, ziemlich marode und nicht mehr verwendbar.

Zudem wurden jetzt auch Stimmen laut, die meinten, es habe Interessenten für die sogenannte gelbe Villa gegeben, man hätte sich lieber für ein anderes Grundstück entscheiden sollen. Die Stadtverwaltung bestätigte dies am Montag. Allerdings seien diese Interessen aufgrund des Zustandes des Gebäudes immer wieder abgesprungen. Spätestens wenn eine Besichtigung anstand, wurde aus dem Interesse wieder Desinteresse, ist aus dem Rathaus zu hören. "Das Gebäude befindet sich inzwischen, was man von außen so nicht sieht, in einem schlechten Zustand. Deshalb ist ein Verkauf abgeblasen worden", schrieb diese Zeitung bereits vor vier Jahren.

Viele äußern sich positiv

Es gibt aber auch im Internet weitaus mehr positive Kommentare zu dem Entwurf: "Ich find’, die neue Wache sieht irgendwie kultig aus", schreibt eine Facebook-Nutzerin. An anderer Stelle heißt es: "Alles gut. Ich finde das wichtiger als ’ne verfallene Villa, um die sich keiner kümmert." In diese Richtung gehen auch folgende Statements: "Schöne Villa? Die Ruine ist weg, für einen Zweckbau, der der Allgemeinheit dient" und "Man kann natürlich aus einer kleinen Sache wieder ein Riesen-Drama machen. Als wenn die Villa jetzt soooo schick war, dass man sie unbedingt integrieren musste. Wie man es macht, macht man es falsch. Wäre sie stehengeblieben, würde es heißen, es kümmert sich Eisenhüttenstadt wieder nicht darum."

Ein anderer hat Fragen zur Einbindung der Feuerwache in den Verkehr. Immerhin liege die das Gebäude direkt an einer Kreuzung. Nach Aussagen eines Feuerwehrmannes soll die Zufahrt zu dem Areal über die Beeskower Straße erfolgen. Die Ausfahrt hingegen sei in Richtung Papierfabrik geplant, also nicht direkt an der Ampelkreuzung.

Natürlich kommt bei so einem Millionenprojekt, denn das ist es, auch immer die Frage nach dem Zeitplan auf. "Wir rechnen noch vor Ablauf dieses Jahres damit, dass wir den Baubeginn realisieren werden. Geplant ist, dass das ganze Jahr 2020 gebaut wird, vielleicht auch noch bis Anfang, Mitte 2021", erklärte Michael Reich, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, am Montag auf Nachfrage.

Bisher rechnet die Stadt Eisenhüttenstadt in der Finanzplanung für dieses und die kommenden zwei Jahre mit Kosten für den Neubau der Feuerwache in Höhe von 6,08 Millionen Euro. Ein Großteil der Summe ist über Fördermittel abgedeckt. Die Stadt muss einen Eigenanteil von rund 670 000 Euro aufbringen, der auch vorhanden ist.

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