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Ausstellung
Als Fontane nach Rheinsberg kam

Blick aufs Schloss: In seinen Wanderungen schrieb Fontane auch von einem Besuch im Rheinsberger Ratskeller. Ob er an einem Tisch saß, von dem aus er das Schloss betrachten konnte, wie Hildegard Frede es in ihrem Bild darstellt, ist nicht überliefert.
Blick aufs Schloss: In seinen Wanderungen schrieb Fontane auch von einem Besuch im Rheinsberger Ratskeller. Ob er an einem Tisch saß, von dem aus er das Schloss betrachten konnte, wie Hildegard Frede es in ihrem Bild darstellt, ist nicht überliefert. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 16.04.2019, 18:21 Uhr
Rheinsberg Da sitzt er nun auf der Terrasse des Ratskellers in Rheinsberg, der ehrwürdige Theodor Fontane, der gerade sein Bier ausgetrunken hat. Gemalt in Acryl hängt das Bild in der am Sonnabend eröffneten Ausstellung des Vereins Stadtgeschichte Rheinsberg. Etwa 50 Gäste sind über den Tag gekommen, um den Dichter ihre Reverenz zu erweisen.

Ob Fontane wirklich mit dem Blick auf das Schloss dort gesessen hat, weiß niemand genau zu sagen. Aber eingekehrt in den Ratskeller ist er auf jeden Fall, wie der Schriftsteller in seinen Wanderungen berichtet hat. Geschaffen hat das Gemälde Hildegard Frede. Die Vorlage dazu ist ein Mix aus verschiedenen Motiven, die den Betrachter in das 19. Jahrhundert entführen. "Rheinsberg von Berlin aus zu erreichen ist nicht leicht" – mit diesem Satz, der gleichzeitig Titel der Schau ist, beginnt Theodor Fontane das Rheinsberg-Kapitel in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg".

Es war das Jahr 1853, als der märkische Dichter aus Richtung Neuruppin kommend zum ersten Mal das Städtchen am Grienericksee erreichte. Er zeigte sich fasziniert, von dem, was er sah. Es waren das Schloss, die Stadt mit ihren breiten Gehwegen, der an das Schloss angrenzende Park und die Natur mit den Seen.

Als Fontane 1862 den ersten Band seiner Wanderungen verfasste, durfte Rheinsberg natürlich nicht fehlen. Sein Besuch dort und die Schilderungen seiner Eindrücke haben den Geschichtsverein bewogen, aus Anlass seines 200. Geburtstages eine Ausstellung zu gestalten. Material war schließlich ausreichend vorhanden, wie die Ausstellung  zeigt.

Mit Hans-Norbert Gast und Helmut Plunze besitzt der Verein zwei Mitglieder, die allein aus ihren Sammlungsbeständen etliche Stücke zum Betrachten beisteuern konnten. In Vorbereitung der Exposition haben sich außerdem einige der Geschichtsforscher auf Spurensuche begeben und den Weg Fontanes durch das Ruppiner Land nach Rheinsberg, durch die Stadt und zu den Stationen seines Aufenthalts nachempfunden.

An den Wänden und in den Vitrinen finden die Besucher  Exponate, die der Schriftsteller auf seinem Reiseweg aufgesucht und in seinen Wanderungen beschrieben hat. Eine Vitrine ist allein dem historischen Ratskeller gewidmet, in dem der Wanderer gespeist hat und der auch durch "Fontanes Dankesworte" zu einem renommierten Ausflugsziel wurde.

In weiteren Vitrinen werden das für Rheinsberg besondere Möskefest, Literatur von und über Fontane sowie ein Filmprojekt der 1980er-Jahre thematisiert. Unter anderem werden Fontanes Antwortschreiben zur Aufstellung des Friedrichdenkmals gezeigt, und über die Errichtung des Fontane-Gedenksteins sowie über die Geschichte des sogenannten Fontane-Reliefs  im ehemaligen FDGB-Erholungsheim "Ernst Thälmann" berichtet. Es liegt natürlich der Rheinsberg-Text des Dichters in gedruckter Form vor.

Mit Hildegard Frede sowie dem Grafiker und Holzbildhauer  Tony Torrilhon haben außerdem zwei einheimische Künstler, die auch  Mitglieder im Geschichtsverein sind, Theodor Fontane auf ihre Weise als Gemälde und als Plastik in die Ausstellung gebracht.

Wichtigeszur Schau

Die Ausstellungim Haus der Stadtgeschichte Rheinsberg, Seestraße 22, ist bis zum 25. August dieses Jahres immer montags und  samstags von 13 bis 16 Uhr sowie dienstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

Gruppenanmeldungen sind im Vorfeld telefonisch über das Vereinsmitglied Thomas Theloke möglich. Er ist unter der Rufnummer 0162 6595883 zu erreichen.⇥jr

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