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Handball
Die Luft wird immer dünner

Starker Auftritt am Kreis: Sophie Dähne vom MTV Altlandsberg erzielte im Spiel beim SC Alstertal-Langenhorn acht Tore. Doch am Ende reichten auch diese nicht zu einem vollen Erfolg.
Starker Auftritt am Kreis: Sophie Dähne vom MTV Altlandsberg erzielte im Spiel beim SC Alstertal-Langenhorn acht Tore. Doch am Ende reichten auch diese nicht zu einem vollen Erfolg. © Foto: Edgar Nemschok
Georgios Tsapanos / 17.04.2019, 02:15 Uhr
Alstertal In der 56. Spielminute stand die Altlandsberger Bank endgültig Kopf. Hochgereckte Hände, heftiger Applaus und frenetische Rufe feierten Christine Miniers vierten Treffer der Partie, denn er markierte vier Minuten vor Schluss sage und schreibe die 27:26-Führung für die Grün-Weißen. Es war der Höhepunkt einer wahnsinnigen Aufholjagd, auf die nach Ende den ersten 30 Minuten wohl niemand in der Sporthalle Tangstedter Landstraße hohe Summen gewettet hätte.

Das Spiel gegen den SC Alstertal-Langenhorn, oder in der Sprache der Einheimischen die "Scala Giants", fing für die  Schützlinge von MTV-Coach Helmut "Enno" Röder gut an. Sie gingen gleich in Führung und verteidigten diese bis zum 7:6 in der 13. Minute. Aufmerksamen Beobachtern war aber bereits zu diesem Zeitpunkt nicht entgangen, dass die Hamburgerinnen, allen voran die wieselflinke Franziska Miegel auf der linken Außenbahn, zu schnell zu zu leichten Treffern kamen.

Nur zum Auftakt stark

Die MTV-Frauen hielten nämlich respektvoll Abstand und scheuten erkennbar den allzu heftigen Körperkontakt. Eine Strategie, die dem jungen Gastgeber-Team sehr entgegen kam. Die Hanseatinnen konnten gar nicht anders, als ihre athletischen und Schnelligkeitsvorteile nutzen. Zur Pause gab es  ein durchaus frustrierendes 12:18 aus Sicht des MTV.

Röders Kabinenpredigt fiel entsprechend kurz, aber knackig aus: "Was immer ihr auch tut, ihr lasst sie nicht mehr ins Spiel kommen. Ihr stört sie beim Spielaufbau, ihr unterbindet das Abspiel, ihr verstellt ihre Laufwege und bevor sie werfen können, macht ihr sie fest." Seine Spielerinnen hatten verstanden und gingen die Partie nun nach dem Grundsatz hart aber herzlich an. Prompt war es an den Hamburgerinnen die Richtigkeit der alten Handballweisheit am eigenen Leib zu erleiden, wonach man die Bälle, die man selbst vorne nicht versenkt, hinten doppelt und dreifach eingeschenkt bekommt.

Imposante Aufholjagd

Tor um Tor holten die Grün-Weißen auf. Maßgeblich verantwortlich für den Altlandsberger Sturmlauf: Josefine Dähne, mit acht Treffern nicht nur erfolgreichste MTV-Werferin, sondern der gesamten Partie.

Am Ende versagte der Handballgott den tapfer kämpfenden Altlandsbergerinnen den ganz großen und durch und durch verdienten Erfolg. Und auch daran lag es im Endeffekt: "Man verliert nie wegen der Schiedsrichter", betonte MTV-Teamchef Georgios Tsapanos, früher selbst als Mann in schwarz in den Hallen der Republik unterwegs, "aber zwei Zwei-Minuten-Strafen gegen uns in der so genannten Crunch-Time beim Stand von 27:27 und keine gegen unsere Gegnerinnen, ein Sieben-Meter gegen und keiner für uns und eine zweiminütige Schlussphase, die wir in Unterzahl und ohne die beiden Josis bestreiten mussten, blieben natürlich nicht ohne Wirkung."

Am Ende unglücklich verloren

So blieb der Altlandsberger Reisegruppe nichts anderes übrig, als den angesichts des dramatischen Spielverlaufs überglücklichen Scala-Frauen fair zu ihrem Heimsieg zu gratulieren. Für den MTV wiegt der abermalige Verlust zweier Punkte vor allem deshalb schwer, weil sich dadurch nach wie vor nicht sagen lässt, ob sie die Klasse noch halten können oder abermals in die Relegation, so es denn wieder eine geben sollte, müssen oder dürfen.

Am 27. April folgt das letzte Heimspiel. Zu Gast ist der TSV Wattenbek. Das letzte Saisonspiel steigt am 1. Mai beim SV Henstedt-Ulzburg.

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