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American Football
Feinabstimmung für das Comeback

Hart im Nehmen: Die Frankfurter Footballer trainieren ein Tackling.
Hart im Nehmen: Die Frankfurter Footballer trainieren ein Tackling. © Foto: MICHAEL BENK
Kerstin Bechly / 17.04.2019, 02:45 Uhr
Frankfurt (MOZ) Auf den Tischen am Rand des Spielfeldes am Leschsportplatz stehen Schalen mit Apfelstücken und große Thermobehälter mit heißem Früchtetee. Das Thermometer zeigt 8° Celsius, doch die American Footballer zwischen 15 Jahren und Mitte 30 auf dem Rasen schwitzen. Erst wegen der Erwärmung, später, als sie Techniken und Spielzüge üben. Etwas über 35 Sportler und Trainer sind zum zweitägigen Trainingscamp gekommen. "Das sind fast alle aus dem Männerteam", ist Headcoach und Vizepräsident des Vereins Tino Meyer ein wenig stolz. "Uns geht es hier um die Feinabstimmung, bevor die Aufbauliga Challenge League Nord/Ost startet." Gespielt wird dort im System Neun gegen Neun, eine Reaktion darauf, dass den Vereinen noch ein paar Spieler fehlen. 35 bräuchte man für den regulären Ligabetrieb, sagt Meyer. "Aber im nächsten Jahr will ich schon, dass wir wieder Elfer Tackling spielen, da sind mehr Varianten möglich", beschreibt er seinen Anspruch.

Grundlagen werden verinnerlicht

Vorerst geht es um Vielerlei: Das Trainingscamp diente dazu, Grundlagen beim Tackling zu verinnerlichen, ins positionsspezifische Training überzugehen und mit der Bildung von Special Teams die Feinabstimmung der Spielzüge vorzunehmen. "Die Gastcoaches sind zufrieden", erklärt Tino Meyer. Am Sonntag kam zusätzlich Unterstützung durch einen Berliner Schiedsrichter, der Regelkunde vermittelte.

Die Mannschaft setzt sich zusammen aus etwa zehn Ehemaligen der Red Cocks, die einst in der Regionalliga Ost spielten, und nachrückender Jugend. Einer der Älteren ist Oliver Frütsch. Bei den Red Cocks spielte er seit seiner Jugend als Center, wechselte ins Männerteam und blieb bis zu dessen Auflösung 2013 aktiv. Jetzt wieder einzusteigen, fällt ihm nicht schwer – zumindest, was die Theorie anbetrifft: "Da war ich nie wirklich raus, weil ich mehrere Jahre lang Headcoach der Jugendmannschaft war. Zuletzt habe ich beim Wiederaufbau des Männerteams geholfen, bin jetzt so eine Mischung aus Spieler und Trainer", erzählt der 29-Jährige. Praktisch, sprich konditionell, "bin ich doch etwas eingerostet. Die alte Schnelligkeit muss erst wiederkommen, auch Kraft und Ausdauer", gibt Oliver Frütsch zu. Er sei froh, dass die Idee, wieder eine Männermannschaft für den Spielbetrieb zu etablieren, so gut angenommen werde. "Auch wenn wir klein anfangen, aber es ist ein Grund, dass die Männer bleiben", ist er überzeugt.

Die Trainingsbeteiligung ist sehr gut, auch wenn wesentliche Unterschiede auszumachen sind, weiß Meyer: "Die Jungen sind sportlich besser drauf, da lernen die Älteren, die wiederum mehr Erfahrung haben." Mit dieser Situation gehen alle entspannt um und profitieren voneinander. "Die Erfahrung der Männer hilft uns, Spielzüge richtig zu trainieren. Das Tackling mit ihnen ist auch eine Herausforderung, weil sie größer und schwerer sind, aber es ist ein gutes Training",   beschreibt der 17-jährige Johann Lois Ruck, der vor zweieinhalb Jahren zu den Red Cocks gekommen war und sich auf allen Positionen wohlfühlt, wo gerannt werden muss: als Cornerback, Safety oder Receiver.

Während er erzählt, üben die anderen weiter: Kicks und Punts, um das "Ei" ins Spiel zu bringen, den Washdown für das Kick-off return, bei dem der Gegner an der Schulter zur Seite gedrückt wird, ein Tackling: "Down – ready – set" ...

Die Red Cocks suchen noch Mitspieler

Interessierte Sportler können sich bei den Red Cocks im American Football ausprobieren und einfach beim Training vorbeikommen. Dieses findet immer dienstags und freitags ab 18 Uhr auf dem Sportplatz am Hellweg hinter dem Gauß-Gymnasium statt.

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