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Wildblumen gesät
Helfer bringen Gemeinde zum Blühen

Winfried Dreger, Bauer Manfred Arndt  und Imker Jörg Schultze (v.l.) bei den Arbeiten am Blühstreifen in Fredersdorf.
Winfried Dreger, Bauer Manfred Arndt und Imker Jörg Schultze (v.l.) bei den Arbeiten am Blühstreifen in Fredersdorf. © Foto: Annika Funk/MOZ
Annika Funk / 17.04.2019, 06:15 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Auch Fredersdorf-Vogelsdorf soll in Zukunft "summen": Am Dienstagvormittag kamen zahlreiche Helfer zusammen, um die Gemeinde bienen- und insektenfreundlicher zu gestalten.

Darunter auch Kinder der Kindertagesstätte "Else Kühne" und Schüler der Stadtschule Altlandsberg, die der Einladung des Bürgerforums Fredersdorf-Vogelsdorf gefolgt sind und sich beim Säen des ersten Blühstreifens der Gemeinde an der Landstraße  tatkräftig beteiligt haben.

Manfred Arndt, Bauer aus Fredersdorf, hat zuvor die Flächen gepflügt, so dass die Aussaat erfolgen kann. Die Kinder hatten anschließend sichtlich Spaß dabei, die Samen zu verstreuen und danach in die Erde zu treten.

Weitere Blühstreifen geplant

Neben den Mitgliedern des Bürgerforums und zugleich Anliegern  der sogenannten Vogelsiedlung, die den Anreiz für den Blühstreifen auf der gemeindeeigenen Fläche zwischen den Doppelbaumreihen gegeben haben, waren auch Bürgermeister Thomas Krieger und Landrat Gernot Schmidt (SPD) vor Ort und haben sich für eine umweltfreundliche Gemeinde engagiert.

Die Aktion ist Teil der Blühflächeninitiative "Brandenburg blüht auf – lasst das Summen nicht verstummen" des Landesbauernverbandes in Kooperation mit dem Forum Natur Brandenburg, in deren Rahmen Landwirte auf Feldrandstreifen Saatgut einbringen.

"Für die Umsetzung haben wir das Saatgut für rund 2000 Quad­ratmeter gesponsert, sagt Gregor Beyer, Geschäftsführer vom Forum Natur Brandenburg. Die Mischung sei speziell für die Begrünung von Stilllegungsflächen auf leichten Böden entwickelt sowie an verschiedenen Standorten getestet worden. "Bei guten Wetterbedingungen kann man in drei bis vier Wochen die ersten Ergebnisse sehen", ergänzt Landesbauernpräsident Henrik Wendorff.

Die von den Helfern gesäte Brandenburger Bienenweide habe einen hohen Bodendeckungsgrad und eine unkrautunterdrückende Wirkung und bestehe aus Sonnenblumen-, Malven-, Buchweizen- und weiteren Samenarten. Schon nach sechs bis acht Wochen nach der Aussaat – abhängig von der Witterung – können laut Deutscher Saatveredelung Bienenvölker angewandert werden. Honigbienen, Hummeln und Schwebfliegen seien die Hauptnutzer. Nach Angaben des Bürgermeisters sei ein weiterer Blühstreifen mitten im Ort hinter dem Verwaltungsbau geplant. Er verspreche sich damit, den Erhalt der Artenvielfalt zu fördern, und hofft, dass die Bürger auch außerhalb des Engagements für die Blühstreifen aktiv werden. Daher rate er, nicht Stein- oder Rindenmulchgärten, sondern Gärten mit blühenden, pollenspendenden Pflanzen anzulegen, um der Natur zu helfen.

Die Bienen sind auch für Jörg Schultze, Anwohner der Landstraße, Forstwirt und Imker, ein wichtiges Anliegen. Gemeinsam mit Winfried Dreger und weiteren Mitgliedern des Bürgerforums, hat er sich zum Ziel gesetzt, dem Insekten- und Vogelsterben entgegenzuwirken. "Wir setzen uns für eine umfassende nachhaltige Umwandlung von Grünstreifen zu Blühstreifen ein", benennt er eine ihrer Zielsetzungen für die kommenden Jahre. Auch Mitglieder des Naturschutzbundes Fredersdorf-Vogelsdorf (Nabu) haben sich am Dienstag beteiligt und rufen dazu auf, dem Vorbild "Neuenhagen summt" zu folgen. Eine entsprechende Vereinbarung kann mit der Gemeinde getroffen werden, nach der die Grünfläche vor dem jeweiligen Grundstück nur ein- bis dreimal pro Jahr von den Anliegern selbst gemäht wird, so dass sich auf dieser Fläche Wildblumen entwickeln.

Das unterstützt auch Bürgermeister Thomas Krieger, sofern es sich um gepflegte, blühende Flächen und keine Unkrauthalden handelt und die Regelungen zur Pflanzenhöhe und der Abstand zu den Wegen eingehalten werden.

Blühflächeninitiative 2019: Brandenburg blüht auf

Unter dem Motto "Brandenburg blüht auf – lasst das Summen nicht verstummen" hat der Landesbauernverband Brandenburg in Kooperation mit dem Forum Natur Brandenburg die Blühflächeninitiative 2019 gestartet.

Die Brandenburger Landwirte werden selbst aktiv und bringen ab Ende April das Saatgut für die Blühflächen in den Boden.

Mit dem Ostdeutschen Sparkassenverband hat der LBV bereits einen Hauptsponsor für die Initiative gewinnen können. Jedoch sind die Landwirte auf die Spenden der Brandenburger angewiesen, um möglichst viele Flächen mit Blühmischungen versehen zu können.

Nähere Informationen und Angaben zu dem Spendenkonto finden Sie unter:

www.forum-natur-brandenburg.de/bluehflaechen⇥afu

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