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Nach langem Streit wird eine Außenstelle der Behörde in der Uckermark eingerichtet. Politiker, Eltern und Direktoren sind erleichtert.

Reguliert
Angermünde erhält Schulamt

Finanzamt Angermünde: In freie Räume soll die Außenstelle des Staatlichen Schulamts Frankfurt (Oder) einziehen, ebenso das Schulverwaltungsamt des Landkreises Uckermark.
Finanzamt Angermünde: In freie Räume soll die Außenstelle des Staatlichen Schulamts Frankfurt (Oder) einziehen, ebenso das Schulverwaltungsamt des Landkreises Uckermark. © Foto: Oliver Voigt
Oliver Schwers / 17.04.2019, 06:30 Uhr
Angermünde (MOZ) Eine Außenstelle des Staatlichen Schulamts Frankfurt (Oder) kommt nach Angermünde. Diese Nachricht – bekannt gegeben nach einer Kabinettsitzung der Landesregierung - hat in der Uckermark wie eine Bombe eingeschlagen. Damit werden vermutlich zumindest die für den Nordosten Brandenburgs zuständigen Schulräte und weiteres Personal einen dauerhaften Sitz vor Ort haben. Mindestens zehn Arbeitsplätze bekommen nach bisher unbestätigten Quellen hier einen Platz. Die Behörde soll in freie Räume des Angermünder Finanzamtes einziehen. Es handelt sich um eine Landesliegenschaft.

Druck durch Lehrermangel

Damit beendet die Landesregierung den jahrelangen Streit um das Staatliche Schulamt. Der war 2014 ausgelöst worden durch eine Reform, in deren Folge die Eberswalder Behörde nach Frankfurt (Oder) umziehen und mit der dortigen fusionieren musste. Vor allem wegen weiter Wege, wegen Unerreichbarkeit der Ansprechpartner und anderer Schwierigkeiten hörte die Kritik an der Entscheidung nicht auf. Politiker, Eltern und Direktoren führen auch den Lehrermangel an uckermärkischen Schulen darauf zurück.

Jetzt bekommt der Nordosten Brandenburgs den von vielen Seiten geforderten fünften Schulamtsstandort im Land. Zwar hatte die Landesregierung schon vor einigen Wochen eingelenkt, aber offen gelassen, welche Stadt den Zuschlag erhält. Infrage kamen Eberswalde und Angermünde. Nach einem Vorstoß von Bildungsministerin Britta Ernst ruderte Ministerpräsident Dietmar Woidke nach einer Kabinettsitzung in Prenzlau wieder zurück. Er verlangte eine einvernehmliche Lösung unter Beteiligung beider Landräte.

Diese ist nun offenbar gefunden. Eberswalde bekommt das Schulamt nicht zurück, im Gegenzug aber den gesamten und bisher auf mehrere Stellen verteilten Landesbetrieb Forst. Damit gehen beide Städte gestärkt aus der Auseinandersetzung hervor.

"Die Entscheidung der Landesregierung, im uckermärkischen Angermünde eine Außenstelle des staatlichen Schulamtes Frankfurt (Oder) zu eröffnen, begrüße ich sehr", so der Chef der SPD-Landtagsfraktion Mike Bischoff. "Das stärkt unsere Region, auch weil die Wege zur Unterstützung unserer Schulen kürzer werden." Im Barnim und ganz besonders in der Uckermark würden viele neue Lehrer benötigt. "Vor Ort kann besser geworben und persönlich beraten werden als von Frankfurt (Oder) aus. Auch die Zusammenarbeit und der Austausch aller Schulräte sowie mit den beiden Landkreisen wird damit enger und besser. Dafür soll die Außenstelle auch personell ausgestattet werden."

Kreis gibt eigene Behörde dazu

Uckermark-Landrätin Karina Dörk (CDU) ist zufrieden. Sie hat schon im Vorfeld mehrfach Gespräche mit dem Finanzminister und der Bildungsministerin geführt. "Ich finde, es ist ein richtiges Signal an den ländlichen Raum. Wir brauchen genau solche Signale", so Karina Dörk. Gerade für das angehende Mittelzentrum Angermünde sei die Entscheidung bedeutsam. "Als Landkreis haben wir uns im Gegenzug bereit erklärt, auch das Schulverwaltungsamt der Uckermark in der Stadt zu etablieren. Beide Behörden arbeiten eng zusammen. Damit sitzt dann eine geballte Kraft in Angermünde. Unser Konzept geht damit auf."

Schon nach der Kabinettsitzung im Februar in Prenzlau hatte Finanzminister Christian Görke (Die Linke) eine stärkere Präsenz von Landesbediensteten in der Fläche des Landes angemahnt. Angermünde habe eine "Scharnierfunktion" zwischen den umgebenden Mittelzentren, so der Minister. Die Ansiedlung des Schulamtes dürfte somit auch mit dem Erhalt des Finanzamts an gleicher Stelle zu tun haben.

Als Ausdruck von Bürgernähe bewertet Frank Bretsch (SPD), Kreistagsabgeordneter und Leiter der Angermünder Ehm Welk-Oberschule, den Entschluss. Für die Lehrerbedarfe sei es wichtig, die Schulaufsicht vor Ort zu haben. "Außerdem ist das ein guter Beistand, der die Gegebenheiten vor Ort kennt." Von den für die Uckermark zuständigen Schulräten habe er sich auch in der gegenwärtigen Konstellation gut betreut gefühlt. Die müssen nun nicht mehr so weit fahren und sind besser erreichbar.

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