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Die Ursache des stinkenden Mühlenfließes ist der Petersdorfer See, sagt Gerhard Elgner, der sich seit mehr als zehn Jahren für Besserung engagiert.

Bürgersorgen
Einst Badeparadies, heute Miefgrund

Stefanie Ender / 17.04.2019, 07:00 Uhr
Briesen (MOZ) Das Schilf wuchert an der ehemals beliebten Badestelle am südlichen Rand der Petersdorfer Seenkette bei Briesen. Freizeitschwimmer sieht Gerhard Elgner hier selten. "Zu DDR-Zeiten ging es hier lustig zu", erzählt er. Ein kleines Gasthaus neben dem Badesteg bot den Kurzurlaubern Verpflegung. Der benachbarte Campingplatz mit Bungalows war beliebtes Ausflugsziel. Seit der Kaiserzeit war der See ein Magnet für Fischerei – bis zur Wende.

Vom einstigen Glanz ist heute nur noch wenig übrig. Der Badesteg ist morsch und zerbrochen, das Gasthaus steht leer und werde von einem bayrischen Eigentümer sporadisch bewohnt, so Elgner. Der benachbarte Campingplatz wurde 1995 geschlossen. Einige Bungalows stehen hier noch.

Einer der Gründe, warum hier heute alles still steht, sei die schlechte Qualität des Wassers, sagt Gerhard Elgner. Denn seit 2005 sind die Sichttiefen des Sees rapide gesunken, alle Wasserpflanzen abgestorben und das Mühlenfließ, das von hier nach Briesen fließt, stinkt in den Sommermonaten. Gerhard Elgner fordert seit mehr als zehn Jahren, dass untersucht wird, warum das passieren konnte.

Vor zwei Jahren schrieb er den Brandenburger Ministerpräsidenten und den Landkreis an – mit der Bitte, doch endlich etwas gegen den Gestank im Ort zu tun. Schreiben und Antworten aus Potsdam und Beeskow bekam er viele. Getan hat sich seiner Meinung nach zu wenig. "Wir müssen endlich an der Ursache, dem See, etwas verändern", fordert er. Bisher gab es Maßnahmen, durch Sprudelbecken Sauerstoff in das Mühlenfließ zu tragen. Mit den Untersuchungen des Gesundheitsamtes ist er nicht zufrieden. "Die sagen nichts darüber, warum der See seinen Nährstoffgehalt veränderte", so Elgner.

Fischuntersuchung geplant

Aktuell wartet er auf Antwort vom Landesamt für Umwelt (LFU). "Es tut sich etwas am Petersdorfer See", schreibt Gewässerökologe Jens Meisel, der vor einigen Wochen von Thorsten Weidner, Geschäftsführer des Wasser- und Landschaftspflegeverbandes, ins Boot geholt wurde. Beide bestätigen, dass das LFU eine Ausschreibung für eine Fischbestandserfassung veröffentlicht hat. Eine richtige Antwort auf die Anfrage, die Weidner stellte, um klarzustellen, welche Ergebnisse Untersuchungen aktuell gebracht haben, fehlt. Bereits im Februar sollten diese vorliegen. "Dennoch ist es erfreulich, dass meine Anfrage gegebenenfalls dazu beigetragen hat, dass das Thema erneut auf die Tagesordnung gekommen ist", so Weidner.

Das zähe Vorankommen zermürbt diejenigen, die sich für gutes Wasser und einen belebten Petersdorfer See einsetzen. "Die Stellen hatten ein ganzes Jahr Zeit, zu untersuchen. Es ist nichts passiert", ärgert sich Gerhard Elgner und gestikuliert in Richtung See. Seine Mitstreiter haben teils schon die Hoffnung verloren: "Was soll man hier noch machen", sagt Ralf Kramarczyk.

Elgner kämpft weiter. Natürlich gebe es nach seiner Meinung noch andere Gründe, warum der Petersdorfer See heute vor sich hin dümpelt, wie der Verkauf des staatlichen ganzen Seegrundstücks an einen Investor aus dem Westen – kurz nach der Wende. Wenn Elgner über diesen Flecken Erde spricht, dann emotional. Er läuft einen schmalen Waldpfad, der zu der Stelle führt, an der das Mühlenfließ aus dem See entspringt. "Schauen Sie, hier ist der Fluss sumpfiger als früher, weil sich der See so arg verändert hat."

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