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Finowkanal
Schleusentore auf Reisen

Verriegelt: WSA-Vize-Chef Sebastian Dosch zeigt an der Schleuse Ragöse die aufeinandergestapelten Balken, die noch bis Ende Mai die historischen hölzernen Obertore ersetzen
Verriegelt: WSA-Vize-Chef Sebastian Dosch zeigt an der Schleuse Ragöse die aufeinandergestapelten Balken, die noch bis Ende Mai die historischen hölzernen Obertore ersetzen © Foto: Thomas Burckhardt
Ellen Werner / 17.04.2019, 07:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Es war nicht allein der Biber. Aber das Nagetier hat den Holztoren an der höher gelegenen Seite der Wasserstufe wohl den Rest gegeben. "Der Biber war in der Kammer, offensichtlich wirklich eingeschlossen in der Schleuse", sagt Sebastian Dosch, der stellvertretende Chef vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde (WSA).

Mit ihm ist am Mittwoch in der vergangenen Woche  der monatliche Finowkanal-Stammtisch an der Schleuse Ragöse zusammengekommen. Vergreift sich das streng geschützte Tier, von dem bekannt ist, dass er Bäume fällt, tatsächlich an Schleusentoren? Und: Ist das der Grund für die notwendige Reparatur? Das sind die Fragen, die die etwa 15 Mitglieder und Freunde des Vereins Unser Finowkanal – ausschließlich Männer – dorthin geführt haben. Hinter den Fragen steht die Sorge um die anstehende Saison auf dem Finowkanal. Die beginnt zwar am Donnerstag. Allerdings ist die Schleuse Ragöse voraussichtlich bis Ende Mai geschlossen. Solange ist auch der Kanal nicht durchgängig zu befahren.

Nach einer Bauwerksprüfung im November war klar, dass das verrottete Schleusentor erneuert werden muss, erläutert Dosch vor Ort. 1997 seien die zwei Flügel des Obertores der in den 1870er-Jahren erbauten Schleuse das letzte Mal erneuert worden. "Nach 22 Jahren ist das Holz eben morsch." Das Loch in dem Holzportal, das dem Biber zugeschrieben wurde, wurde im vergangenen Jahr zunächst mit Draht verschlossen. Später wurden die Torflügel ausgebaut. Zur Zeit sind sie auf Reisen – bei einer Firma im Emsland, die sie neu baue. "Eine schöne Zimmermannsarbeit mit Zapf- und anderen Konstruktionen", so Dosch. Maßgabe ist die historische Bauweise. Der gesamte Finowkanal steht unter Denkmalschutz. 70 000 Euro kosten die Flügel, die aus zertifiziertem Hartholz bestehen sollen.

Platzhalter sind derzeit sogenannte Revisionsverschlüsse, spezielle Sperrtore zur Trockenlegung bei Schleusenarbeiten. dem Transport nach Eberswalde auf ein Schiff und werden "wasserseitig angeliefert", informiert Sebastian Dosch. Der Einbau dauere einen Tag. "Der Stand letzte Woche Bauzeitplan: Ja, wir werden Ende Mai fertig." Ein Trost sei das nicht, aber ein Stückchen Finowkanal sei auch vor der Wiedereröffnung der Ragöser Schleuse zu befahren. "Neun Schleusen sind es in die westliche Richtung. Und in die andere Richtung immer noch zwei."

Bund bezahlt die Hälfte

Nicht nur die Schleuse Ragöse interessiert die Stammtisch-Teilnehmer. Sie wollen vom stellvertretenden WSA-Chef auch etwas zu den Aussichten für den Finowkanal wissen. Schließlich gibt es – nach dem Umdenken der Landesregierung – zum Erhalt der zwölf Schleusen seit Kurzem neue Lösungsansätze: Der Bund bezahlt die Hälfte der Sanierung. 90 Prozent der anderen Hälfte übernimmt das Land, den Rast tragen die Anrainerkommunen. Bis Ende des Jahres soll ein Zweckverband gegründet sein, der den Schleusenbetrieb übernimmt.

Zudem könnte der Bund weiterhin für die Instandhaltung der Kanalstrecke aufkommen. "Es gibt Hoffnung", sagt Sebastian Dosch. Der Wasser- und Schifffahrtsverband wolle sich nicht zurückziehen. "Wir stehen der Region als Dienstleister für den künftigen Zweckverband zur Verfügung."

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