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Gesperrt
Strandbad verliert seinen Sprungturm

Frank Groneberg / 17.04.2019, 19:17 Uhr
Müllrose (MOZ) Von der Öffentlichkeit so gut wie unbemerkt und ohne eine entsprechende Ankündigung ist jetzt im Strandbad am Westufer des Großen Müllroser Sees der Sprungturm demontiert worden. Das stählerne Gestell liegt genauso wie das Sprungbrett und die Geländer der Steganlage auf der Wiese am Seeufer – fertig für den Abtransport. An der Steganlage selbst laufen vorbereitende Bauarbeiten, die Steganlage ist gesperrt. Und wie Matthias Vogel, Amtsdirektor im Amt Schlaubetal, mitteilt, wird die Steganlage vorerst auch gesperrt bleiben und auf keinen Fall zu Saisonbeginn freigegeben werden können. Denn vor einer Freigabe sind kurzfristig umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig – im Interesse der Sicherheit der dort badenden Kinder und Erwachsenen.

Der Sprungturm mit seinem langen Sprungbrett, das sich etwas mehr als 3 Meter über der Wasseroberfläche befand, war für badende Kinder, die dem Kita-Alter bereits entwachsen sind, über viele Jahre hinweg die Hauptattraktion des Strandbades. Und mehr noch: Er war ein Alleinstellungsmerkmal des Strandbades. Denn in der Region gibt es keine andere Badeanstalt, die über einen Sprungturm verfügt. Weder am Helenesee noch im Neuzeller Freibad, weder im Eisenhüttenstädter Inselbad noch im Freibad der Frankfurter Nachbarstadt Słubice, im Schervenzsee oder im Spreepark Beeskow gibt es ein Sprungbrett oder einen Sprungturm. Die nächsten Möglichkeiten für kleine und große Wasserspringer, sich mutig in die Tiefe zu stürzen, befinden sich nun erst wieder im Schwapp in Fürstenwalde und im Strandbad in Storkow im Storkower See.

Die Steganlage mit dem Sprungturm im Müllroser Strandbad ist vor weit mehr als 30 Jahren errichtet worden. Damals galten andere Vorschriften für Statik und Sicherheit als heute. Ende vergangenen Jahres sei die Anlage einer umfangreichen Prüfung unterzogen worden, erläutert Matthias Vogel. Das Ergebnis: "Der Tüv hat die Anlage sofort gesperrt." Weil von der Steganlage in der jetzigen Form – genau genommen von deren Statik – eine Gefahr für Badegäste ausgeht. "Die gesamte Anlage muss jetzt einer umfangreichen Instandsetzung unterzogen werden", erläutert der Amtsdirektor. Unter anderem müssten alle Bohlen erneuert und die Pfähle, auf denen die Stege im See ruhen, neu eingeschwemmt werden.

Für den Sprungturm hat es keine Chance mehr gegeben, der kann nur noch verschrottet werden. "Die Prüfung hat ergeben, dass die Standsicherheit des Sprungturms nicht mehr gewährleistet war", sagt Matthias Vogel. Es habe für die Nutzer erhebliche Verletzungsgefahr bestanden. Ein Wiederaufbau nach der Stegerneuerung sei ausgeschlossen: "In dieser Form wird ein Sprungturm heute nicht mehr genehmigt."

Da Gefahr in Verzug ist und die Steganlage so schnell wie möglich wieder nutzbar gemacht werden soll, sind jetzt kurzfristig umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen geplant und beauftragt worden. Die Stadt müsse etwa 50 000 Euro investieren, erklärt der Amtsdirektor. Der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung wird am 7. Mai über die Freigabe des Geldes beraten.

Bis die Arbeiten abgeschlossen sein werden, bleibt die Steganlage auch in der Badesaison gesperrt. "Oberste Priorität hat die Sicherheit der Badegäste", betont Matthias Vogel. Zum Baden wird das Strandbad aber trotzdem ab Mai genutzt werden können. Und auch die kleine Rutsche im See und die große Wasserrutsche auf der Wiese können normal genutzt werden. Darüber, ob und wann Geld für einen neuen Sprungturm im Strandbad ausgegeben wird, werden die neuen Stadtverordneten entscheiden müssen.

Umfrage: Kinder und Erwachsene wünschen sich einen neuen Sprungturm

Marcel Birkholz (12): "Ich wünsche mir, dass schnell ein neuer Sprungturm gebaut wird. Am besten mit zwei Brettern in unterschiedlicher Höhe. Dass der Turm weg ist, ist schade auch für die Urlauber."

Ute Wagner: "Meine zwei Nichten aus Baden-Württemberg sind im Sommer oft in Müllrose zu Besuch und springen dort sehr gern. Es wäre schade, wenn es für den Sprungturm keinen Ersatz geben würde."

Odin Zimmer (11): "Ich bin dort im Sommer immer Köpper, Salto oder Arschbombe gesprungen. Dass der Turm weg ist, finde ich sehr schade. Ich wünsche mir, dass es schnell einen neuen geben wird."

Gabriel Noack: "Mit den Hortkindern sind wir im Sommer oft im Strandbad. Wenn ein Rettungsschwimmer vor Ort ist, springen die Kinder auch immer sehr gern. Ein Ersatzbau wäre wirklich sehr schön."⇥gro

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