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Uckermark-Landrätin Karina Dörk besucht auf ihrer Rundreise mit Touristikern durch die Region Altkünkendorf als Tor zum Grumsin.

Tourismus
Hilferuf aus dem Welterbe

Landrätin auf Tour: Karina Dörk (2.v.r) besichtigt mit  Bürgermeister Frederik Bewer und Ortsbeirätin Monika Stürmann den ausgebauten Kirchturm in Altkünkendorf.
Landrätin auf Tour: Karina Dörk (2.v.r) besichtigt mit  Bürgermeister Frederik Bewer und Ortsbeirätin Monika Stürmann den ausgebauten Kirchturm in Altkünkendorf. © Foto: Daniela Windolff
Daniela Windolff / 18.04.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 18.04.2019, 12:14
Altkünkendorf (MOZ) Wildes Parken im Dorf und am Waldrand, unzureichende öffentliche Toiletten, fehlende straßenbegleitende Wander- und Radwege, Ehrenamtler am Rand ihrer Kraft und MAE-Kräfte im Infopunkt, denen das Jobcenter bisherige Tätigkeiten plötzlich verbietet. Das sind einige  Probleme, die Landrätin Karina Dörk von ihrem Besuch in Altkünkendorf mitnimmt. Von der zerstrittenen Dorfgemeinschaft ist da nur am Rande die Rede, doch dass alles miteinander zusammenhängt, wird im Gespräch vor Ort schnell deutlich.

Mit Akteuren vor Ort reden

Dabei ist das nicht der Anlass ihrer Rundreise mit dem Tourismusverband durch die Region. Die haben Tradition, um touristische Unternehmen und Entwicklungen im Landkreis kennenzulernen, schließlich ist die Landrätin auch Vorsitzende des Tourismusverbandes Uckermark. "Dazu gehört auch, mit den Akteuren vor Ort zu sprechen, wo es klemmt und wir als Kreisverwaltung oder Verband helfen können", sagt Karina Dörk. Eigentliches Thema der Tour ist das neue Konzept Genusswandern in der Uckermark, das der Tourismusverein Angermünde entwickelt und den Grumsin als Genusswanderroute im Programm hat.

Doch der Tourismus in Altkünkendorf als Tor zum Weltnaturerbe Grumsin hat Blessuren erlitten, ehe er überhaupt richtig in Fahrt kommt. "Mit der Ausweisung des Grumsin zum Weltnaturerbe gab es überhaupt keinen Plan der Biosphäre und keine Vorstellung, was damit für das Dorf und die Region verbunden ist", gesteht Karina Dörk und der Angermünder Bürgermeister Frederik Bewer bringt es noch schärfer auf den Punkt: Damit habe man das Dorf und auch Angermünde lange allein gelassen. Doch nur mit Ehrenamt und MAE sei so eine große und wichtige Aufgabe nicht zu stemmen.

"Wir möchten ja, dass der Grumsin für alle erlebbar ist, aber das muss gesteuert werden", betont die stellvertretende Ortsvorsteherin Monika Stürmann. Der  Parkplatz hinter der Feuerwehr mit zehn Stellplätzen reiche an Spitzentagen bei weitem nicht aus. Es fehlen Toiletten. Um vom Infopunkt ins Weltnaturerbe zu gelangen, müssen Besucher erst ein Stück auf der Kreisstraße laufen. Auch ein Radweg fehlt dort, was schon zu schweren Unfällen führte, ergänzt Frederik Bewer.

Knapp 6000 Besucher wurden 2018 gezählt. Der neueröffnete Aussichtsturm der Kirche könnte die Zahlen noch steigen lassen. Doch Turmführungen können nicht mehr abgesichert werden. Das Jobcenter hat den beiden MAE-Kräften im Infopunkt verboten, Turmführungen zu begleiten und Eintritt zu kassieren, obwohl das keine gewerblichen Einnahmen sind, sondern das Geld 1:1 für die Sanierung der Kirche verwendet wird. Das müssten nun die Ehrenamtlichen des Dorfes übernehmen, die an Wochenenden und Feiertagen die Öffnungszeiten absichern."Sie halten nur durch die unermüdliche Motivation unseres Ortsvorstehers zur Stange". Ein Minijobber auf 450-Euro-Basis, der von der Stadt finanziert wird, darf nur stundenweise arbeiten. "Das bedeutet, dass wir derzeit in der Woche keine Turmführungen anbieten können", ärgert sich Monika Stürmann. Karina Dörk kann zwar keine fertigen Lösungen bieten, hat aber gemeinsam mit Frederik Bewer konkrete Ideen und sichert persönliche Unterstützung zu.

Vorschläge von Stadt und Kreis

1. In Altkünkendorf sollen weitere Parkplätze geschaffen werden. Die Stadt sucht dafür bereits geeignete Flächen.

2. Die Stadt möchte umweltfreundliche Komposttoiletten am Parkplatz installieren.

3. Die Kreisstraße soll einen begleitenden Gehweg bis zum Eingang ins Weltnaturerbe erhalten. Der Kreis plant derzeit den Ausbau der Straße und will darüber mit der Biosphärenreservatsverwaltung verhandeln. In dem Zuge soll auch ein Radweg entlang der Kreisstraße diskutiert werden.

4. Die Landrätin will mit dem Jobcenter über Stellen für den Infopunkt aus dem Teilhabeprogramm für Langzeitarbeitslose beraten.

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