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Kita Entdeckerland
Der verhinderte Einzug

Die Baustelle Kita Entdeckerland. Eigentlich sollten die Kinder schon wieder einziehen.
Die Baustelle Kita Entdeckerland. Eigentlich sollten die Kinder schon wieder einziehen. © Foto: Gerrit Freitag
Janet Neiser / 18.04.2019, 07:00 Uhr
Eisenhüttenstadt Die verhinderte Rückkehr der Kinder in die Kita "Entdeckerland" im Ludmilla-Hypius-Weg in Eisenhüttenstadt aufgrund der noch fehlenden Betriebserlaubnis lässt weiter die Emotionen hoch kochen. Noch am späten Dienstagnachmittag gab es diesbezüglich eine Krisensitzung im Rathaus: Betroffene Eltern und Kita-Vertreter suchten den Dialog mit dem Bürgermeister.

Dabei kam man laut dem Kita-Träger DRK zu folgender Lösung: Die Jungen und Mädchen, die seit Ende der vergangenen Woche keine Kita besuchen konnten, sondern privat betreut wurden, werden für zwei Tage nicht nur in der Kita "Brunnenring" versorgt, in der sie bereits während der einjährigen Bautätigkeit an und im "Entdeckerland" untergebracht waren. Auch der Hort der Grundschule "Erich Weinert" an der Friedrich-Engels-Straße und das Familienzentrum in der Kita "Pusteblume" im VI. Wohnkomplex wurden am Mittwoch und werden noch heute genutzt.

Daraufhin riefen in der Redaktion der MOZ erneut aufgebrachte Großeltern an, die in den meisten Fällen die Kinderbetreuung in den vergangenen Tagen übernommen hatten. "Das ist doch alles unglaublich", sagte eine Dame. Sie habe gehört, dass nicht mal sicher sei, dass die Kinder in den Übergangseinrichtungen ein Mittagessen bekommen. "Mit dem Caterer wurde gesprochen", versicherte das DRK. Ob und wie die Versorgung letztlich tatsächlich geklappt hat, dazu gab es seitens der Eltern am Mittwoch keine Rückmeldung.

Doch was war passiert? Hier die Kurzform: Am Montag sollte nach einer einjährigen Baumaßnahme wieder der normale Kita-Alltag im "Entdeckerland" losgehen. Der Umzug aus dem "Brunnenring" wurde deshalb bereits in der Vorwoche vollzogen. Doch dann konnte die Betriebserlaubnis nicht erteilt werden, weil noch erforderliche Nachweise fehlten.

Plötzlich ist die Stadt als Bauträger und Eigentümer der Kita im Fokus. Michael Reichl, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, erklärt: "Die bauaufsichtliche Abnahme hat am 11. April vor Ort stattgefunden. Durch das zuständige Architekturbüro Hoch- und Tiefbau konnten erforderliche Nachweise nicht rechtzeitig beigebracht werden. Deshalb konnte die Freigabe nicht erteilt werden." Die bauaufsichtliche Teilnutzungserlaubnis sei jedoch die Voraussetzung für die Betriebserlaubnis durch das Landesjugendamt.

Der Fertigstellungstermin sei in den vergangenen Monaten durch das zuständige Ingenieur-Büro immer wieder geändert worden, erklärt der Fachbereichsleiter weiter. "Nach intensivem Krisengespräch wurde durch den Geschäftsführer die Fertigstellung bis Ende März 2019 zugesichert", heißt es aus dem Rathaus und weiter: "Obwohl bekannt war, dass der Umzug in die Kita für den 11. und 12. April geplant war, wurden die notwendigen Nachweise durch das Architekturbüro nicht beigebracht. Durch das Architekturbüro wurde trotz Kenntnis der fehlenden Nachweise der Umzugstermin zu keiner Zeit in Frage gestellt."

Im Ingenieurbüro verwies man am Mittwoch darauf, dass der Chef nicht da sei, man sich deshalb nicht äußern wolle. Beim DRK hofft man derweil, dass die Betriebserlaubnis in der kommenden Woche ausgestellt werden kann.

Immer wieder Verzögerungen

Der Baubeginn der Maßnahme in und an der Kita "Entdeckerland" wird vom Rathaus mit dem 3. April 2018 angegeben. Für die Baumaßnahme wurden finanzielle Mittel in Höhe von etwa 1.35 Millionen Euro bereitgestellt. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden die Fertigstellungstermine durch das zuständige Ingenieurbüro wie folgt geändert. Im November 2017 hieß es, die Fertigstellung sei im Oktober 2018 geplant, im August 2018 wurde Ende Januar 2019 anvisiert und im Oktober 2018 rutschte das Fertigstellungsdatum auf Ende Februar. Schließlich war es Ende März. Nun fehlt ein Stempel des Prüfstatikers.

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Willy Schlaake 18.04.2019 - 15:10:38

Unverantwortliches Vorgehen der Kitaleitung

Es ist schon sehr befremdlich, dass man einen Umzug macht, noch bevor die erforderliche Betriebserlaubnis schriftlich vorliegt. Neben allen Unzulänglichkeiten seitens des Ingenieurbüros, kann man sich doch nicht als Kitaleitung blind darauf verlassen, dass schon alles irgendwie gut geht. Eine Betriebserlaubnis ist unabdingbar, damit alle Beteiligten sicher sein können, dass den Kindern nichts passiert. Es ist keine behördliche Schikane, sondern Fürsorgepflicht und Verantwortung, die eigentlich zu aller erst eine Kitaleitung hier wahrnehmen müsste. Dann, einfach den Eltern alternativlos am Montag und Dienstag die Betreuung der Kinder zu versagen, die ja auch arbeitsvertragliche Pflichten haben oder auch selbstständig sind uns Kunden haben, ist eine Frechheit und Fortsetzung der Verantwortungslosigkeit. Es wäre genug Zeit gewesen, alles zu klären. Die Kita hat in der kommenden Woche sowieso geschlossen, somit hätte man auch noch bis zur eigentlichen Schließzeit im Brunnenring bleiben können um dann umzuziehen. Letztendlich mussten die Eltern allen Informationen hinterher rennen und waren völlig allein gelassen. Gut, dass die Stadt schnell ein Notprogramm aus dem Hut gezaubert hat. Es wurden sogar Erzieherinnen aus dem Urlaub geholt.

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