Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Runde weiter
Zum vierten Mal im Finale

Nico Roesenberger / 18.04.2019, 12:35 Uhr
Luckenwalde Mit einem verdienten, aber hart erkämpften 2:0-Sieg beim FSV Luckenwalde zogen die Fußballer des FSV Optik Rathenow zum vierten Mal ins Finale des Landespokals ein. Dort trifft Optik am 25. Mai auf den FC Energie Cottbus. Deren Trainer Claus-Dieter Wollitz war am Mittwochabend ebenfalls im Stadion, und er dürfte sich viele Notizen gemacht haben.

Denn was beide Teams, vor allem in der ersten Hälfte boten, war Werbung für den Fußballsport. Es ging rauf und runter, Chancen gab es fast im Minutentakt. Schon in der 2. Minute scheiterte Süleyman Kapan an Konstantin Filatow im Luckenwalder Tor. Auf der Gegenseite musste Schlussmann Luis Zwick in höchster Not zur Ecke klären.

Die Luckenwalder wurden nun stärker, Optiks Defensive geriet mächtig unter Druck. Mitten in diese Drangphase der Gastgeber fiel nach einer Viertelstunde die Rathenower Führung. Leon Hellwig war nach Doppelpass mit Kevin Adewumi zunächst an Filatow gescheitert, lupfte den Ball aber im zweiten Versuch ins Netz. "Heute haben wir endlich mal  Torchancen genutzt, die wir zuletzt liegengelassen haben", freute sich Vorstandsmitglied Norbert Ohst. Mit der Führung im Rücken zeigte die Optik-Elf nun ein richtig starkes Spiel, schwärmte immer wieder schnell aus. Vor allem Adewumi, der links wie rechts zu finden war, spielte seine Gegenspieler phasenweise schwindelig. Nur vier Minuten nach der Führung wurde er im Strafraum zu Fall gebracht, Schiedsrichter Tino Stein entschied aber auf Weiterspielen. Adewumi, dessen Schuss auf der Linie gerettet wurde (22.), Kapan mit einem Volleyschuss (26.), Leroy zunächst per Distanschuss (30.) und später nach mustergültiger Vorarbeit von Adewumi, sowie Özcin aus fünf Metern per Kopf (39.) hätten die Führung ausbauen können. Aber auch die Gastgeber kamen immer wieder zu Gelegenheiten. Kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal Durchschnaufen bei den Gästen als Silva Magalhaes per Flugkopfball knapp verfehlte.

Kurz nach dem Seitenwechsel musste Zwick im Rathenower Kasten gleich sein ganzes Können aufbieten, um einen abgefälschten Ball noch um den Pfosten zu lenken. Kevin Adewumi, der der Mann des Spiels hätte werden können, wurde nach 57 Minuten von Trainer Ingo Kahlisch vorsorglich ausgewechselt, nachdem er kurz vor einem Platzverweis stand. Für ihn kam Marc Langner, und damit auch das Signal für eine deutlich defensivere Ausrichtung.

Zunächst aber sorgte der Eingewechselte mit für die beruhigende 2:0-Führung. Nach einer Kombination über Langner und Özcin köpfte Kapan in der Mitte unbedrängt ein und belohnte sich endlich einmal für seine konstant starken Leistungen in den letzten Spielen.

Im weiteren Spielverlauf merkte man den Rathenowern den Kräfteverschleiss durch die vielen englischen Wochen an. Die Gastgeber hatten mehr zuzusetzen und versuchten noch einmal alles. Doch die Gäste stemmten sich mit allem, was sie hatten, gegen den Anschlusstreffer. Vor allem Luis Zwick hielt mit starken Paraden am Ende den Rathenower Sieg fest.

Und so konnte die Rathenower Elf am Ende gemeinsam mit den Fans den insgesamt vierten Einzug ins Landespokalfinale feiern. Ganz oben auf dem Zaun feierte übrigens einer mit, der weiß, wie es ist, den Pott in den Händen zu halten: Fanliebling Hakan Cankaya, mit Optik 2013 und und 2014 Landespokalsieger und erster DFB-Pokal-Torschütze in der Vereinsgeschichte, feierte nach dem Spiel ausgelassen mit seinen Ex-Kollegen und mit Trainer Ingo Kahlisch, von dem es sogar einen Schmatzer gab.

Hakan hatte einen verdienten Sieg seines Teams gesehen: "Das war eine starke Leistung. Aus meiner Sicht hat man den Unterschied zwischen Regionalliga und Oberliga gesehen, Optik war agiler und hatte mehr Durchschlagskraft. Glückwunsch an die Mannschaft und an Ingo". Sollte es sein Dienstplan als Polizeibeamter zulassen, will Hakan auch beim Finale am 25. Mai dabei sein.

Bis dahin geht es zunächst in der Regionalliga weiter um Punkte, schon am Samstag (20. April) spielt der FSV in Bautzen. Und auch wenn viele Optik schon abgeschrieben haben - man munkelte am Mittwoch, dass es durchaus Spieler gibt, die noch an den Klassenerhalt glauben...

Ingo Kahlisch analysierte wie folgt: "Ich wusste, wie Luckenwalde hier spielen würde. Ich habe meinen Jungs vor dem Spiel gesagt, wir müssen den Ball in den Fuß kriegen und dann mit Tempo nach vorne spielen. Das haben wir in der ersten Halbzeit ganz ordentlich gemacht. Nach hinten raus war mir das fußballerisch zu wenig, da haben wir den Ball nicht mehr halten können und Luckenwalde hat viel Druck aufgebaut. Aber wir freuen uns, wir sind im Endspiel."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG