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Arbeitsmarkt
Jobs künftig in Festanstellung

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Symbolfoto © Foto: dpa/Patrick Pleul
Hans Still / 19.04.2019, 06:30 Uhr
Wandlitz (MOZ) Stellenausschreibungen der Verwaltung sollen nicht länger grundlos auf zwei Jahre befristet werden. Diese Verfahrensweise entspräche nicht mehr der Lage am Arbeitsmarkt, sei für Fachkräfte wenig anreizend und zeuge von wenig Vertrauen in das Können der Bewerber. Mit dieser Argumentation konnte sich die Linken-Fraktionschefin Gabriele Bohnebuck in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter gegen die Verwaltung durchsetzen. Nach einer engagierten Debatte und namentlichen Abstimmung stimmten 18 Gemeindevertreter für den Antrag, fünf votierten dagegen, es gab eine Enthaltung.

Die knapp 20 Zuschauer der Sitzung erlebten eine meinungsstarke Diskussion. Fraktionschefin Bohnebuck eröffnete diese salopp mit der Formulierung, kein Bewerber wollte "sich die Nüsse schaukeln", daher sei die Befristung über die obligatorische Probezeit hinaus völlig überflüssig. Sofort hakte die Bürgermeisterin Jana Radant ein. Sie mache sich als Hauptverwaltungsbeamte sehr wohl Gedanken und treffe die Entscheidungen. "Das bitte ich zu berücksichtigen", betonte sie.

Frank Bergner (Linke) argumentierte so: "Bei Projektarbeit oder Schwangerschaftsvertretungen sind Befristungen völlig normal. Aber doch nicht bei normalen Arbeitsverträgen. Wer befristet angestellt wird, ist immer auf dem Sprung." Mit einem weiteren Argument konfrontierte Bergner, er ist im Berufsleben Anwalt, die Bürgermeisterin. "Ich glaube mich zu erinnern, dass Sie oder aber jemand aus ihrem Lager im Wahlkampf gegen Herrn Tiepelmann genau dieses Argument ins Feld geführt haben und dafür eintraten, ohne Befristungen einzustellen." Der MOZ liegt der Beweis dafür vor: Im Heidekraut-Journal vom Juni/Juli 2011 schrieb Jana Radant unter der Zeile "Woher kommt der Sinneswandel, der Bürgermeister entdeckt die Demokratie" einen Beitrag, in dem sie unter anderem auf die "extreme Abhängigkeit" der von befristeten Stellen betroffenen Arbeitnehmer hinweist.

Aktuell sagte die Bürgermeisterin, 95 Prozent der Arbeitsverträge seien unbefristet. Dies solle nun belegt werden.

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Thomas Müller 20.04.2019 - 10:31:45

Was treibt Herr Still hier?

Nach diversen Absätzen die gegen die Bürgermeisterin gerichtet sind, kommt am Ende der Satz: "Aktuell sagte die Bürgermeisterin, 95 Prozent der Arbeitsverträge seien unbefristet. Dies solle nun belegt werden" - der eigentlich wieder alles relativiert. Macht sich Herr Still nun zum Sprachrohr im Wahlkampf? Man kann auch fragen, warum die Stellungnahme der BEG, die der MOZ vorliegt und in der sich diese klar hinter die Bürgermeisterin stellt nicht gedruckt wird.

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