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140 Skulpturen, Reliefs, Denk- und Grabmäler namhafter Künstler gibt es in Fürstenwalde. Die, die Spaziergänger noch heute entdecken können, stammen größtenteils aus DDR-Zeiten.

Öffentlich
Kunstschätze unter freiem Himmel

Annemarie Diehr / 21.04.2019, 11:45 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Die farbenfrohen Skulpturen von Niki de Saint-Phalle in Paris oder die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen – auf Reisen bleibt der Blick an Kunst neben Gehwegen und in Parks hängen. "In der eigenen Stadt wird sie kaum beachtet, weil sie Alltag ist", sagt Christian Köckeritz. Dabei ist Fürstenwalde in der Hinsicht ein wahres Freilichtmuseum: 140 Skulpturen, Reliefs, Denk- und Grabmäler hat der Leiter des Ausstellungsbereiches der Kulturfabrik zusammengetragen; gemeinsam mit Frank Drömert, dem Begründer der Galerie im Alten Rathaus, stellte er einige davon in der Reihe "Geschichte(n) aus der Kunst" am Mittwoch im Brauereimuseum vor.

Der Großteil der erhaltenen Kunstwerke, die in der Stadt öffentlich zugänglich sind, stammen aus der DDR-Zeit: die Schwimmerin auf dem Schwapp-Gelände, die Bronzeplastik Spielende Kinder auf dem Goetheplatz, die Trümmerfrau in der Rathausstraße oder die Orang-Utan Kinder im Stadtpark. Der 1928 veröffentlichte Runderlass des preußischen Innenministeriums für Kunst am Bau wurde in der ostdeutschen Kulturverordnung aufgegriffen und Ende der Sechziger-, Anfang der Siebzigerjahre mit dem Wohnungsbau umgesetzt. Die Verordnung sah vor, ein bis zwei Prozent der Plankosten öffentlicher Bauten für Kunstwerke zu verwenden.

"Fürstenwalde war damals Kreissitz und ein Mitglied des Rat des Kreises, Helmut Lasse, hatte auch ein Faible für Kunst", sagt Frank Drömert, "allerdings nicht für Unikate." Vielmehr fuhren Mitarbeiter auf der Suche nach geeigneten Werken durch die DDR und meldeten, was ihnen gefiel. So kamen die Kinder mit Regenschirm als Nachguss nach Fürstenwalde. "Renate Witzleben hat sie in Schwerin entdeckt." Auch die Ziegen auf der Brücke in der Frankfurter Straße entstanden nach der Betonabformung einer Berliner Skulptur. "Eine Gussform", erzählt Drömert, "gab es nicht mehr."

Auch gab es in Fürstenwalde nie eine zentrale Stelle, die sich um Kunst im öffentlichen Raum gekümmert, sie dokumentiert hat. Bei der Stadt ist aktuell die Sachbearbeiterin für Grünflächen zuständig. Drömert, der im Frankfurter Kulturbüro für Kunst im öffentlichen Raum verantwortlich ist, verfolgt daher mit Köckeritz das Ziel, eine Broschüre zum Thema zu veröffentlichen.

Kunstplatz im Herzen der Stadt

Nach der Wende ist der städtische Kunstschatz weiter gewachsen – Stoff für mehr "Geschichte(n) aus der Kunst". Christian Köckeritz nennt die Stolpersteine, ein deutschlandweites Kunstprojekt von Gunter Demnig, das 1992 begann. Zunächst aber richtet er den Blick zurück: Öffentliche Kunstwerke, das sind auch das Sakramentshaus und Grabmäler aus dem 16. Jahrhundert im Dom, eine Mariendarstellung als Wandmalerei, wie sie das Alte Rathaus im Mittelalter zierte, oder der 1908 von Otto Grasnick gestiftete Brunnen mit Jungen.

Was die mit Skulpturen bestückte Magistrale und Scharrnstraße für Frankfurt (Oder) sind, ist der Ottomar-Geschke-Platz für Fürstenwalde: "unser Kunstplatz", wie Köckeritz sagt. Grabmäler, Denkmäler und Kaiserbüsten hatten darauf einst Platz. Sie alle mussten weichen, zuletzt für einen DDR-Aufmarschplatz. "1977 bis 78 hat man dann den heutigen Platz gestaltet", sagt Köckeritz. Auch ihn zieren Kunstwerke.

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