Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Überteuertes Angebot von nur einer Firma lässt Projekt der Gemeinde Lindendorf in weite Ferne rücken.

Firmensuche
Sachsendorfer Spielplatz in Gefahr

Deutliche Worte: Bürgermeister Helmut Franz.
Deutliche Worte: Bürgermeister Helmut Franz. © Foto: Cornelia Link-Adam
Cornelia Link-Adam / 23.04.2019, 20:42 Uhr - Aktualisiert 24.04.2019, 07:43
Lindendorf (MOZ) Seit Jahren kämpft die Gemeinde Lindendorf um einen neuen Spielplatz im Ortsteil Sachsendorf. Doch nun steht das Projekt womöglich auf der Kippe. Grund: Es melden sich keine Firmen, die ihn bauen.

Schlechte Nachrichten ließ Karsten Richter aus dem Bauamt von Seelow-Land jüngst den Abgeordneten bei ihrer Sitzung der Gemeindevertretung Lindendorf in Dolgelin übermitteln. Er habe als zuständiger Fachmann fürs Begleiten von Investitionsmaßnahmen mit Fördergeld bislang in der Ausschreibung zum Bau des Spielplatzes in Sachsendorf nur eine Rückantwort bekommen. Eine Firma würde die Aufgaben zwar übernehmen, aber für viel höhere Konditionen als gedacht. Damit habe sich das Vorhaben zerschlagen. Er werde sich nun darum kümmern, eine Fristverlängerung bei der Fördermittelstelle für 2019 zu beantragen.

Fristverlängerung beantragen

"Damit ist unser Spielplatzbau für dieses Jahr gestorben", brachte es Lindendorfs Bürgermeister Helmut Franz auf den Punkt. Er rechnete im Detail vor, was Richter meinte. So hatte sich in der beschränkten Ausschreibung nur ein Bewerber gefunden. Dessen Angebot läge bei 53 000 Euro. "Mit Mehrwertsteuer sind wir locker bei 65 000 Euro. Das ist mehr als die doppelte Summe, die wir ausgeschrieben haben", sagte er ernüchtert. Die Ausschreibung werde nun aufgehoben, ein neuer Anlauf mit anderen Firmen gewagt. Doch dass dieser günstigere Angebote bringe, sei eher unwahrscheinlich.

Daraufhin entbrannte in der Sitzung eine rege Diskussion, wie man den Spielplatzbau in Sachsendorf in diesem Jahr noch retten könne. "Warum muss man dafür Firmen nehmen? Warum lassen wir uns den Spielplatz nicht von den Gemeindearbeitern aufbauen", fragte beispielsweise Jens Riegner, Abgeordneter aus Libbenichen. Die Idee fanden viele gut, äußerten aber auch die Sorge, dass die Fördermittel mit an eine Fachfirma gebunden sind. Daraufhin schlug der Sachsendorfer Uwe Andreas vor, als Gemeinde die Spielgeräte selbst aus dem Baumarkt oder Katalog zu kaufen. Auch diese seien TÜV-geprüft. "Dann lassen wir sie nur durch eine Fachfirma aufbauen. Und stellen den Zaun selbst auf. Das wäre alles viel günstiger."

Den Vorschlag fanden die Abgeordneten ebenfalls gut. Erinnert wurde an den Spielplatzbau in Libbenichen. Damals habe eine Firma die Arbeiten für einen guten Preis erledigt. Die soll das Amt Seelow-Land kurzfristig kontaktieren. Außerdem soll das Bauamt prüfen, ob die Form der geteilten Umsetzung überhaupt machbar ist oder die Fördermittel an eine Firma gebunden sind, die die Spielgeräte liefert und aufbaut. Denn bei allen Abgeordneten – so hörte man deutlich – ist die Sorge groß, durch einen Verfahrensfehler womöglich das Fördergeld zu verlieren.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG