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Der Umzug der Sammlung nach Ostende ist mit einem enormen Aufwand verbunden. Das neue Lager muss zudem saniert werden.

Herkulesaufgabe
Sichten, säubern, verpacken

Viola Petersson / 24.04.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 24.04.2019, 11:29
Eberswalde (MOZ) Belastbare Zahlen wurden zwar (noch) nicht genannt. Klar ist aber: Ohne zusätzliches Personal und ohne zusätzliche Mittel ist der avisierte Umzug des Museumsdepots von Nordend nach Ostende nicht zu schaffen. Kulturamtsleiter Norman Reichelt stellte dem Fachausschuss jüngst Konzept und Zeitplan für den Standortwechsel vor. Und er warb schon mal für eine Aufstockung von Mannschaft und Budget. Auch wenn die Entscheidungen dazu im Herbst durch ein neues Parlament zu treffen sind.

Reichelt sprach von acht Arbeitsschritten für den Umzug der Sammlung. Von der Erfassung der Objekte – im Depot lagern mehrere Tausend Gegenstände – und der parallel laufenden Provenienzforschung über die Säuberung, Begutachtung, gegebenenfalls Restaurierung bis zum Verpacken, dem Transport und der Einsortierung an der Saarstraße. Bislang konnten etwa 60 Prozent des Sammlungsgutes gesichtet werden, davon könnte etwa ein Drittel ins neue Depot, so der Amtsleiter zum aktuellen Stand.

Ziel sei es, dem Umzug in mehreren Schritten zu vollziehen. Beginnend im Oktober 2019 – bis Oktober 2021. Parallel müsse das neue Depot an der Saarstraße, den Eberswaldern noch als Russenmagazin bekannt, ertüchtigt, zum Teil sogar saniert werden, redete Reichelt Klartext. Dazu gehören etwa Brandschutzmaßnahmen, Einbau einer Alarmanlage, Modernisierung des Sanitärtrakts, Erneuerung der Elektroanlage sowie Begutachtung und Sanierung der Risse am Haus. Ein Umnutzungs- sowie ein Bauantrag seien zu stellen.

Das alles erfordere zusätzliche finanzielle Mittel sowie mehr Kräfte. Mit aktuell zwei Museumsmitarbeitern seien Umzug und "normaler Museumsbetrieb" nicht zu bewältigen, bekannte Reichelt. Die museumspädagogische Arbeit, Sonderausstellungen, Führungen etwa blieben auf der Strecke. Weshalb der Amtsleiter vorschlug, für den Umzug ab 1. Januar 2020 zusätzlich eine Kraft einzustellen, und zwar eine ausgebildete Museologin oder Kunsthistorikerin, die sich speziell um die Verlagerung der Sammlung kümmert. Ferner seien für externe Fachleute und für die Vergabe von Leistungen, wie Restaurierung und Transport, in die Haushaltspläne entsprechende Budgets einzustellen.

Warum wird das Personal nicht jetzt schon aufgestockt?, wollte Monique Schostan (CDU) wissen. Handelt es sich um eine befristete oder unbefristete Einstellung?, hakte Johannes Creutziger (B90/Grüne) nach. Seine Fraktion hatte bereits im Zuge der Etat-Debatte 2019 eine personelle Verstärkung gefordert. Dezernent Jan König erklärte: "Der Umzug des Museumsdepots ist zweifellos eine Herkulesaufgabe." Gleichwohl müsse die Verwaltung Prioritäten setzen und Kompromisse machen. In diesem Jahr, so König, komme das Kulturamt mit den beiden Museumsmitarbeiterinnen "noch so über die Runden". Zunächst sei die zusätzliche Einstellung als befristete geplant.

Irene Kersten (Linke) und auch Stefan Schmiedel (sachkundiger Einwohner) meldeten Zweifel an. Beide sprachen von "etwas utopischen" Vorstellungen in puncto Fachkraft sowie einer "nicht nachvollziehbaren" Zeitschiene. König hielt dagegen: "Nochmal, wir ziehen sukzessive um." Carsten Zinn (Unabhängiges Wählerbündnis) wurde grundsätzlicher: "Wir waren stets für einen Depot-Neubau." Der Umzug in der jetzigen Variante koste viel Kraft und Geld.

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