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Behördenumzug
Cottbus soll Hochschule für Ärzte-Ausbildung erhalten

Dietmar Woidke
Dietmar Woidke © Foto: dpa
Ulrich Thiessen / 24.04.2019, 17:00 Uhr - Aktualisiert 24.04.2019, 19:51
Potsdam (MOZ) Das Land Brandenburg will Mediziner künftig an einer eigenen Hochschule ausbilden lassen. Standort für die Grundausbildung von Ärzten soll die Stadt Cottbus sein.

Ein entsprechender Antrag des Landes wurde beim Bund gestellt, der Bestandteil des Strukturstärkungsgesetzes für die Braunkohleregionen werden soll. Regierungssprecher Florian Engels bestätigte, Dietmar Woidke bemühe sich seit längerer Zeit um die Einrichtung einer solchen Hochschule.  

Eine Bestätigung des Bundes, die entsprechenden Kosten zu übernehmen, gibt es noch nicht, hieß es am Mittwoch. Das Gesetz soll Anfang Mai vom Bundeskabinett beschlossen werden. Das brandenburgische Wissenschaftsministerium hatte den Antrag für die Hochschulerrichtung vorbereitet. Für die Technische Universität Cottbus war bereits der Aufbau einer pharmazeutischen Ausbildung angekündigt worden.

Brandenburg hatte bislang auf eine eigene Medizinerausbildung verzichtet und auf die Kooperation mit Berlin verwiesen. 2014 war die private Medizinische Hochschule (MHB) gegründet worden, die Ärzte in Neuruppin und Brandenburg an der Havel ausbildet. An ihr sind Kommunen und Krankenhausbetreiber beteiligt.

SPD-Chef Dietmar Woidke berief am Mittwoch den Landesvorstand und die Landtagsfraktion zu einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz zusammen. Dabei verteidigte er die geplante Umsiedlung des Wissenschaftsministeriums nach Cottbus. Diese war in den eigenen Reihen heftig kritisiert worden. Laut Teilnehmern kündigte Woidke an, dass in der nächsten Legislaturperiode weitere Behörden in die einzelnen Regionen ziehen sollen. Welche das seien werden, ließ Woidke offen.

Bis zum Parteitag Anfang Mai soll ein Passus zur Regionalentwicklung für das Wahlprogramm der SPD erarbeitet werden. Ein Aufbaustab für dem Umzug des Wissenschaftsministeriums werde umgehend seine Arbeit aufnehmen. Mit den Gewerkschaften soll über die Modalitäten des Umzugs verhandelt werden.

Der frühere Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Martin Wilke, sprach sich indes für eine Verlagerung des Europaministeriums an die Oder aus.

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Einar Wiewir 24.04.2019 - 22:34:27

Es bleibt allerdings bei ungelegten Eiern

Die SPD bleibt bei Ankündigungspolitik. Wir ziehen ein Ministerium um. Ach nee, doch nicht. Und Herr Wilke hätte gerne angesichts der zerbröselnden EU auch noch ein Europaministerium in Frankfurt. Während bisher ... der Justizminister das so nebenbei erledigt und die Verbraucher auch. Die sind seit 30 Jahren an der Macht und tun so, als wären sie Opposition. Erst tun die so. Dann gehen die in die Opposition. Aufgeraucht, wie die sind. Kriegen ja keinen geraden Ball mehr gespielt. Nicht mal mehr Bananenflanken. /// Ausbildung von Ärzten in Cottbus mag ja ein gutes Konzept sein. Warum aber wurde es zwischen 1990 und 2019 nicht umgesetzt ? Was hat die SPD z.B. davon abgehalten, zwischen 1999 und 2019 Ärzte in Cottbus auszubilden ? Die Cottbuser nicht. Die eigenen Abgeordneten nicht. Und die Opposition auch nicht. Keine der im Parlament vertretenen Parteien hat sich zwischen 1990 und 2019 jemals dagegen ausgesprochen, in Cottbus Ärzte auszubilden. Und trotzdem ist es nicht passiert. Die Ankündigung jetzt ist keinen Pfifferling mehr wert. Und um "Synergien" hin zur technischen Medizin zu schaffen müsste gerade nicht nur das Grundstudium sondern (auch) das "gehobene" Studium in Cottbus möglich sein. Die "technische" Medizin wird derzeit an den etablierten Standorten im Westen forciert. Mal schauen, ob Brandenburg mehr schafft, als Wald- und Wiesenärzte. Mal schauen, ob es überhaupt Ärzte schafft. Oder ob es nicht doch billiger ist, welche aus der Ukraine, aus Moldawien, aus Nordafrika oder Arabien einzukaufen. Bleiben dann leider keine mehr für die Heimatländer über und die Moldawier müssen dann zum Wunderheiler gehen.

Einar Wiewir 24.04.2019 - 22:21:30

Hallo Frau Paulukat - Lehrer in Frankfurt auszubilden halte ich für sehr sinnvoll

Angesichts von 1.700 "Hilfslehrern" ohne genügende pädagogische Ausbildung muss das Land die Lehrerausbildung "pushen". Dafür wäre Frankfurt recht gut geeignet. Für eine 2. Lehrerausbildungsstätte neben Potsdam. Bei den Ärzten muss man schauen. Da wäre der Standort Cottbus mit seiner Nähe zu den technischen Fächern gar nicht so schlecht. Denn die Medizin wird in Zukunft noch technischer werden. Sie https://www.amazon.de/Zukunftsmedizin-Krankheiten-besiegen-verl%C3%A4ngern-SPIEGEL-Buch/dp/3421048118/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=8FT1ZLAGWZKJ&keywords=medizin+der+zukunft&qid=1556137108&s=gateway&sprefix=medizin+der+%2Caps%2C174&sr=8-1 und auch https://www.amazon.de/Die-Zukunft-Medizin-Innovationen-revolutionieren/dp/3954663988/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=8FT1ZLAGWZKJ&keywords=medizin+der+zukunft&qid=1556137108&s=gateway&sprefix=medizin+der+%2Caps%2C174&sr=8-3 /// Die Nähe zu den technischen Lehrstühlen in Cottbus kann zukunftsweisende technisierte Medizin auch in Brandenburg voranbringen und so den Standort Deutschland insgesamt stärken.

Karla Paulukat 24.04.2019 - 18:19:09

Wieso nicht in Frankfurt (Oder) an der Universität?

Es ist nicht zu verstehen, was die Ausbildung von Ärzten mit der Braunkohleregion zu tun hat. Ärztemangel herrscht flächendeckend in ganz Brandenburg. Frankfurt (Oder) hat ein sehr gutes Klinikum. Allein Krebspatienten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet hierher, weil sich eines von den drei modernsten Bestrahlungsgeräten, die es in Deutschland gibt, hier befindet. Würden in der Viadrina Ärzte aufgebildet, könnte das Klinikum zu einer Uni-Klinik werden. Das würde die strukturschwache Region um Frankfurt (Oder) enorm aufwerten.

Ralf H. Janetschek 24.04.2019 - 18:12:22

Dis SPD ist das Problem

Der erste Schritt zur Behebung der Mißstande in Brandenburg ist eine klare und vollständige Lageanalyse. Ohne eine klare Analyse der Ursachen und Wirkungen, der logischen Zusammenhänge und der Benennung der Verursacher des Übels wird es keine Verbesserung geben. Von den Verursachern des Übels zu erwarten, daß sie selbiges wieder beseitigen werden, ist ein traumhaftes Wunschdenken. Wer Teil eines Problems ist, kann nicht Teil der Lösung sein (Eldrige Cleaver). Für ein sozialdemokratiefreies Brandenburg!

Einar Wiewir 24.04.2019 - 16:17:17

Für Spezialisten ...

... noch zwei Typfehler korrigiert : Kultu s ministerium. wi e dergewählt. /// Aber inhaltlich sieht es traurig aus. Wer seit 1990 30 Jahre lang durchregiert hat, und ein Brandenburg im Zustand von 1990 vorfindet, und nicht versteht, dass das mit 30 Jahren eigener Versäumnisse zu tun hat, der ist nicht regierungsfähig und nicht regierungswürdig. 1) weil er soviele Versäumnisse zu verantworten hat 2) weil er nicht einmal in der Lage ist, die eigenen Versäumnisse zu erkennen und 3) weil er nicht in der Lage ist, aus den Fehlern der letzten 30 Jahre genug zu lernen. /// In Brandenburg, in Brandenburg ist wieder einer in die Allee gegurkt. Was soll man auch machen im Landtag von Brandenburg ?

Einar Wiewir 24.04.2019 - 16:08:55

Regierung hat die Hosen voll - da helfen keine gesichtswahrenden Maßnahmen mehr

Nein, wirklich. Das ist peinlich. Die Regierung hat in Cottbus nichts mehr zu melden. Und will jetzt schnell mal "wir sind auch noch da" krähen. Denn schließlich sind bald Europawahlen. Und Kommunalwahlen. Und Landtagswahlen auch noch. Da will man sich ja nicht grenzenlos blamieren. Und nicht grenzenlos demaskiert werden. /// Und dann wird schon aus den eigenen Reihen kräftig zurückgekräht, macht keinen (populistischen) Mist, sondern denkt mal vernünftig nach, bevor ihr hier rote Grütze ankündigt. Das Kultursministerium gehört nach Potsdam und nicht in die sorbische Lausitz. /// Wir wissen nicht mehr weiter - wir müssten was tun - wir wüssten auch gerne was Vernünftiges - ist aber leider nicht - bitte, bitte wählt uns trotzdem - wir sind nach 30 Jahren überhaupt nicht organisatorisch am Ende - ab Herbst 2019 setzen wir all das Gute um, dass wir zwischen 1990 und Sommer 2019 noch nicht umsetzen konnten - dochdoch, das geht - wenn ihr uns nur widerwählt - ehrlich. Wir starten noch mal voll durch - in 30 Regierungsjahren haben wir uns kein bisschen verschlissen - der deutsche Arbeiter braucht uns - was soll nur aus Brandenburg werden ohne uns ?

Norbert Wesenberg 24.04.2019 - 13:35:48

SPD? Nein Danke

Schon seit altersher ist die SPD als Umfallerpartei berühmt und berüchtigt. Jetzt wo ihnen bei den Kommunal- und Landtagswahlen die Felle davon schwimmen entwickeln sie blinden Aktionismus.

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