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Stellungnahme
Granseer Gemeinden stimmen gegen die Gassuche

Der Widerstand gegen geplante die Erdgassuche bei Zehdenick reißt nicht ab.
Der Widerstand gegen geplante die Erdgassuche bei Zehdenick reißt nicht ab. © Foto: Wolfgang Gumprich
Matthias Henke / 24.04.2019, 18:12 Uhr - Aktualisiert 24.04.2019, 21:29
Gransee Vergleichsweise unspektakulär gingen in den vergangenen Tagen die Abstimmungen über die Stellungnahmen zur Erdgassuche jeweils vonstatten. Ausführliche Diskussionen zu diesem Thema gab es nicht. Das war in Zehdenick, das im Landkreis von dem Projekt am meisten betroffen ist, noch ganz anders.

Die Vertreter der vier amtsangehörigen Gemeinden, die Verordneten der Stadt Gransee sowie die Mitglieder des Amtsausschusses hatten jeweils gleichlautende Beschlussvorlagen auf dem Tisch – jedenfalls größtenteils. Da Stechlin von dem Erlaubnisfeld Zehdenick-Nord als einzige Gemeinde nicht tangiert wird, wurde dort formuliert, dass man die übrigen Gemeinden unterstütze, die laut den gefassten Beschlüssen "das Aufsuchen von bergfreien Bodenschätzen zu gewerblichen Zwecken für das Erlaubnisfeld Zehdenick-Nord" für das Gebiet der jeweiligen Gemeinde ablehnen. Verwiesen wird auf die alte Stellungnahme der Amtsverwaltung gegenüber dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe sowie auf die im Vorfeld der Ratssitzungen veröffentlichte gemeinsame Stellungnahme von Amtsdirektor Frank Stege und der Amtsausschussvorsitzenden Christin Zehmke, die von allen ehrenamtlichen Bürgermeistern unterstützt wurde.

Der Amtsdirektor wurde damit beauftragt – sofern noch nicht geschehen –, Gespräche mit den ebenfalls betroffenen Nachbarstädten Gransees aufzunehmen, um sich gemeinsam zu positionieren. Am kommenden Montag haben beispielsweise die Fürstenberger Stadtverordneten einen Beschluss "zum gemeinsamen Vorhaben in der Region zum Thema Erdgasbohrungen und um eine gegebenenfalls nachfolgende Erdgasförderung zu verhindern" auf die Tagesordnung gesetzt.

Kritik am Verfahren

Auch wenn dadurch die jeweils einstimmige Beschlussfassung nicht verhindert wurde, gab es zum Teil kritische Stimmen zu dem im Amt gewählten Prozedere. So monierte der Schönermarker Gemeindevertreter Axel Leben (BI Schönermark), dass die Stellungnahme von Amtsdirektor, Amtsausschussvorsitzender und Bürgermeistern bereits im Vorfeld der Sitzungen lanciert worden war, ohne dass die politischen Vertretungen es zur Kenntnis bekommen hätten, geschweige denn die Möglichkeit hatten, das Thema zu beraten.

Roland Schellhase (WG Heimatverein/Dollgower Bürger) gab zu Bedenken, dass verlangt werde, eine Entscheidung zu treffen, ohne umfassend zum Thema informiert worden zu sein.

Gransees Bürgermeister Mario Gruschinske (SPD) erinnerte daran, dass auf kommunaler Ebene keine Entscheidung über die Genehmigung der Gassuche und -förderung getroffen werde. Es gehe nur darum, politisch Druck zu machen. Mehr dürfe man den Bürgern auch nicht versprechen.

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