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Kulturerbe
Heimlicher Ausverkauf von Schlössern hat begonnen

Schloss Diedersdorf
Schloss Diedersdorf © Foto: Cornelia Link-Adam
Cornelia Link-Adam, Ulrich Thiessen / 26.04.2019, 17:57 Uhr
Potsdam (MOZ) Auf der Website der Schlösser GmbH sind noch alle zehn historischen Gebäude, die seit Jahren verwaltet und saniert werden, vorhanden. Nichts weist darauf hin, dass die denkmalgeschützten Gebäude in Ost- und Südbrandenburg zum Kauf angeboten sind. Auf der Internetseite eines großen Immobilienunternehmens wird das Herrenhaus Diedersdorf bei Seelow für 850 000 Euro angeboten, das Herrenhaus Hoppegarten für 950 000, das Schlosshotel Reichenow für 1,5 Millionen (alle Märkisch-Oderland) und das Schlosshotel Steinhöfel (Oder-Spree) für zwei Millionen.

"Wir haben es von Gästen erfahren", sagt ein Nutzer einer der Häuser, der seit Jahren Mieter der Schlösser GmbH ist. Die Gesellschaft ist eine Tochter der renommierten Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Das Land hält fünf Prozent. Im Sommer 2017 erklärte die Denkmalstiftung, dass sie sich aus der Gesellschaft zurück ziehen will, da der Zweck, bedrohte Schlösser zu retten, erfüllt sei.

Seitdem gibt es Verhandlungen mit dem Kulturministerium und dem Finanzministerium. Ein Sprecher der Stiftung erklärte am Freitag, dass man nichts sagen könne, da eine Vereinbarung mit dem Land noch nicht geschlossen sei. Nach Informationen dieser Zeitung hat aber die Stiftung das Immobilienunternehmen beauftragt. Im Finanzministerium konnte man sich die Annoncen am Freitag nicht erklären. Marie-Luise von Halem (Grüne), Chefin des Kulturausschusses, zeigte sich "erschrocken". Die Zukunft der Gesellschaft war mehrfach Thema im Parlament, dass einzelne Häuser jetzt angeboten werden, war im Landtag nicht bekannt.

Kulturministerin Martin Münch (SPD), im Urlaub befragt, erklärte, dass das Vorgehen bereits mit den Kommunen abgesprochen wurde. Das Amt Seelow-Land, in dem Schloss Diedersdorf liegt, hat tatsächlich schon die Gemeindevertreter informiert. Laut Münch sollen beim Verkauf die Denkmalbelange berücksichtigt und der öffentlichen Zugang zu den Parks gewährleistet werden.

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