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Bahnverkehr
Pendler fordern weiterhin mehr Stopps

Für bessere Verbindungen: Winfried Lunkenheimer, Niko Wünsche und Thomas Janoschka (v.l.) fahren oft mit der Bahn. Angesichts steigender Fahrgastzahlen fordern sie zusätzliche Angebote.
Für bessere Verbindungen: Winfried Lunkenheimer, Niko Wünsche und Thomas Janoschka (v.l.) fahren oft mit der Bahn. Angesichts steigender Fahrgastzahlen fordern sie zusätzliche Angebote. © Foto: Olav Schröder
Olav Schröder / 30.04.2019, 06:30 Uhr
Biesenthal (MOZ) Pendler, die mit der Bahn von Biesenthal nach Berlin fahren, fordern seit Jahren bessere Verbindungen in die Hauptstadt. Verbesserungen hat es in der Vergangenheit gegeben. Doch je nach Fahrziel und Fahrzeit klagen Bahnfahrer darüber, dass sie unnötig lange unterwegs sind. Eine Hoffnung ruht auf den jährlich im Dezember erfolgenden Fahrplanänderungen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hat für Dezember 2022 eine Erhöhung der Kapazitäten der Linie RB 24 von 200 auf 485 Sitzplätze angekündigt.

Der Biesenthaler Niko Wünsche ist täglich zwischen Biesenthal und Berlin unterwegs. Überfüllte Züge und Fahrplanänderungen aufgrund von Bauarbeiten ärgern ihn. "Man kann die Folgen der verfehlten Verkehrspolitik nicht allein der Bahn anlasten", sagt er. "Aber sie hat eine Verpflichtung gegenüber den Fahrgästen, denn sie bezahlen 100 Prozent des Fahrpreises, bekommen aber weit weniger als 100 Prozent Leistung." Dabei müsste das Angebot wegen der schnell und drastisch steigenden Fahrgastzahlen und der zunehmenden Pendler im Barnim und in der Uckermark dringend aufgestockt werden, ist er überzeugt.

Für die Pendler, von denen viele früh am Tag unterwegs sind, würden zusätzliche Stopps des RE 3 eine wesentliche Zeitersparnis bringen, wie Winfried Lunkenheimer sagt. Je nach Ziel könnten dies pro Fahrt 20, aber auch 40 Minuten oder mehr sein.

Der Biesenthaler Thomas Janoschka fährt ebenfalls oft mit der Bahn nach Berlin. Wenn tatsächlich der RE3 zwischen Eberswalde und Berlin in einem verbindlichen 30-Minuten-Takt verkehren wird, so seine Überlegung, dann könnte jeder zweite Zug dieser Linie auch in Biesenthal halten. Ein 60-Minuten-Takt wäre dann realisiert. (siehe Infokasten).

Biesenthal werde bereits heute im Stundentakt von der Linie RB 24 bedient, unterstreicht Elke Krokowski, Pressesprecherin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg. Darüber hinaus halten im aktuellen Fahrplan 14 Zugfahrten der Linie RE3 und zwei Zugfahrten der Linie RB 60 in Biesenthal. "Damit wird das Angebot zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Nachmittag verdichtet und zudem Früh- und Spätverbindungen am Tagesrand sichergestellt", beschreibt sie die Situation.

In Zukunft soll es noch weitere Änderungen geben: Mit Betriebsaufnahme des Netzes Elbe-Spree im Dezember 2022, so der VBB, sollen die Kapazitäten der Linie RB24 von 300 auf 485 Sitzplätze erhöht werden. Dies sind dann fünf Doppelstockwagen: Gleichzeitig werde die Linie zum Flughafen BER (Terminal 5) geführt werden. Mit Inbetriebnahme der Dresdner Bahn in Berlin ist eine Verlängerung nach Wünsdorf-Waldstadt und die Führung über Flughafen BER (Terminal 1) geplant.

Aus Sicht von Thomas Janoschka könnte die Taktverdichtung noch eher kommen. Parallel dazu, so meint er, sollte sich auch die Stadt Biesenthal auf diese Änderungen einstellen, zum Beispiel durch die Einführung eines Stadtbusses, da in der Stadt mit langen Ausdehnungen große Entfernungen zurückzulegen sind. "Mit einem Stadtbus könnten auch viele Fahrgäste zur Bahn gebracht werden", sagt er.

Aufregungen im Bahnverkehr

Zu aktuellen Aufregungen führen aber auch immer wieder vermeintliche Kleinigkeiten. Als im März die Verdichterzüge des RE 3 nur noch bis Berlin-Hauptbahnhof fuhren, habe es keine ausreichende Vorabinformation gegeben und auch keine Ansage im Zug, beklagt Niko Wünsche. Die Hinweise im unbeleuchteten Info-Kasten am Bahnsteig habe man mit der Lupe lesen müssen.

Dann beobachtete er, dass "völlig ungeeignete Wagen" eingesetzt wurden, wie er sagt, so zum Beispiel ein Fahrradwagen statt eines Doppelstockwagens in einem Verstärkerzug für Pendler. Auf seine Beschwerde antwortete der Regionale Kundendialog Berlin/Brandenburg. Die Abweichungen der RE3-Verstärkerzüge wurden mit Bauarbeiten unter anderem im Bahnhof Berlin-Südkreuz im Nord-Süd-Tunnel erklärt. Der Umstellung der Waggons sei hingegen darauf zurückzuführen, dass in den Werkstätten Vorbereitungen für Kapazitätserweiterungen erfolgten. "Wenn dies vorher kommuniziert worden wäre, hätte sich wohl niemand beschwert", so Niko Wünsche.

Taktänderung soll in den nächsten Jahren kommen

Die Linie RE 3 soll auch in den kommenden Jahren unverändert im Stundentakt zwischen Angermünde und Berlin verkehren. Darüber hinaus ist eine Taktverdichtung zwischen Angermünde, Eberswalde und Berlin zu einem Halbstundentakt durch die Ausweitung der überregionalen Verbindungen nach Stettin und Stralsund vorgesehen, wie Elke Krokowski, Pressesprecherin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, sagt.

Diese Taktverdichtung sei nach Ausbau der Strecke Angermünde-Stettin beziehungsweise mit der angekündigten Ausweitung des Fernverkehrsangebotes nach Stralsund geplant.

Davon, so der VBB, würden auch Rüdnitz, Biesenthal und Melchow profitieren, und zwar durch kürzere Umsteigezeiten in Bernau zur Fahrt von und nach Berlin- Gesundbrunnen beziehungsweise Berlin-Hauptbahnhof.⇥fos

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