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Erneuerbare Energie
So wird in Jacobsdorf Strom produziert

Stefanie Ender / 05.05.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 06.05.2019, 05:59
Jacobsdorf (MOZ) Es geht in Jacobsdorf oft windig zu, wenn es um Erneuerbare Energien geht. Zum Einen ärgern sich Anwohner des Windparks lautstark über die Schatten werfenden Räder. Zum Anderen gibt es den natürlichen Wind, der wie an diesem Freitag kräftig wehte und fast alle Windkraftanlagen zum Rotieren brachte. Doch wie genau wird aus diesem Wind hier eigentlich Strom produziert? Und kommt er am Ende den Jacosbdorfern zu Gute oder nicht?

Antworten hat Prof. Dr. Walter Delabar von der Firma "Regenerative Energien Zernsee", die 20 Windparks – auch den in Jacobsdorf – verwaltet. Er sitzt in der "Alten Schule" in Sieversdorf und zeichnet mit einem Textmarker auf ein weißes Papier. "Sie müssen wissen, der Wind bewegt sich immer langsam und unregelmäßig. Der Strom in der Leitung hingegen schnell und regelmäßig", beginnt er seine technischen Erklärungen. Die Übersetzung der einen Bewegung in die andere ist Aufgabe des Windrades.

Dazu haben die Anlagen einen Komplex aus Getriebe, Generator und Umrichter eingebaut. Delabar zeichnet ein Modell: "Hier wird der Wind durch die Rotorblätter eingefangen, die so gedreht werden, dass sie bei starkem Wind wenig Angriffsfläche und bei schwachem Wind viel Fläche bieten." Gemeinsam mit dem Getriebe im Rotorkopf werde so mechanisch geregelt, dass der langsame, unregelmäßige Wind zu einem schnelleren und gleichmäßigeren Antrieb wird. Walter Delabar ahmt mit seinen Händen eine Autokupplung nach, die nach dem gleichen Prinzip funktioniere. An das Getriebe ist der Generator angeschlossen, der über Magneten kinetische in elektrische Energie umwandelt. Der so entstandene Gleichstrom wird anschließend durch den Umrichter gejagt, der aus ihm Wechselstrom macht. Fertig ist die elektrische Energie für die Leitung.

Manchmal Stillstand trotz Wind

"Da das Stromnetz wie ein großer See ist, in den jeder Anbieter etwas schüttet, ist es manchmal überlastet", erklärt Delabar. Dann werden Windräder trotz windigem Wetter abgeschaltet. Meist betrifft das einen gesamten Windpark. "Der Sonnenschein trägt zu großer Stromproduktion durch Photovoltaikanlagen bei. Außerdem wird an einem Werktag vormittags weniger Energie in den Haushalten genutzt, weshalb wenig aus dem See des Stroms wegfließt", so Delabar. Dieser Freitag wäre so ein Beispieltag. Dass hier gerade zwei Anlagen still stehen, spreche eher für technische Probleme.

In Jacobsdorf wird Strom vor allem im Mittel- und Niedrigspannungsbereich produziert. Ein kleiner Teil wird über zwei Umspannwerke nahe dem Windpark auf Hochspannungsleitungen gespeist, die den Strom über weite Entfernungen weg tragen. Haushalte nutzen Energie nur im Niedrig-Spannungs-Sektor. Das heißt, ein Großteil der im hiesigen Park produzierten Energie könnte hier bleiben. Dennoch nutzen erst wenige Jacobsdorfer den "Windstrom" von nebenan. Windradbauer "Mlk Brandenburg" beispielsweise versorgt derzeit trotz günstigem Anliegertarif nur 98 Haushalte.

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