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Vom angekündigten Regen blieb das 17. Eberswalder Veteranentreffen verschont. Aber bannig kalt war es. Dennoch gab es bei der Zuverlässigkeitsfahrt um die 90 Oldtimer zu bewundern.

Autos
Familienbegleiter trifft Angeberkarre

Sven Klamann / 06.05.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 06.05.2019, 14:34
Eberswalde (MOZ) Der größte Schatz von Thomas Kühl aus Falkenberg, ein Motorrad der Marke Terrot von 1930, ist zu Hause geblieben. "Es ist fahrbereit, aber zu schade für die Straße", findet der Oldtimerfreund, der beim Veteranentreffen am Sonnabend im zweiten Jahr in Folge als Fahrleiter in der Verantwortung stand. Damit hätte ihm ohnehin die Zeit gefehlt, sich auf die 111 Kilometer lange Strecke zu begeben, die mit Start und Ziel im Betriebshof der Barnimer Busgesellschaft in Nordend quer durch den Barnim führte.

Für den Fahrleiter sind deutlich in die Jahre gekommene Fahrzeuge eine sich nie erschöpfende Quelle der Freude. "Ich bewundere die ursprüngliche Technik, die sich noch von Hand reparieren lässt. Und ich liebe Ölflecke an den Händen und den Geruch von Benzin in der Nase", gerät Thomas Kühl ins Schwärmen.

Oldtimerfans kamen am Sonabend beim 17. Veteranentreff wieder mal voll auf dem Gelände der Barnimer Busgesellschaft auf ihre Kosten.
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17.Eberswalder Veteranentreff

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Mit diesen Vorlieben befindet sich der Falkenberger in bester Gesellschaft. "Das Schrauben gehört einfach dazu", betont Andreas Ernst aus Eberswalde, der bis vor zwei Jahren Fahrleiter war und sich diesmal als "Lumpensammler" betätigte. Wäre einer der rollenden Zeugnisse der Industriegeschichte auf der Strecke ausgefallen, hätte der betroffene Fahrer in den Kleinbus umsteigen können. "Aber alle Autos und Motorräder haben durchgehalten", freut sich Andreas Ernst. Dies spreche für die Unverwüstlichkeit der Motoren im Rentenalter.

14 Liter auf 100 Kilometer

"Es gibt Leute, die erwerben Oldtimer. Mein Auto ist in meinem Besitz zu einem Veteranen der Landstraße geworden", verrät Bernd Pomraenke aus Eberswalde, dem seit 1971 ein Wartburg 311, Baujahr 1958, gehört. Mit dem gebraucht gekauften Wagen habe er in Familie die Hohe Tatra und das Riesengebirge befahren. "Da hängen so viele schöne Erinnerungen daran, dass es mir der Wartburg wert war, ihn vor 19 Jahren neu aufzubauen", berichtet er.

Dass ein lange zurückliegendes Baujahr nicht im Selbstlauf für automobile Einfachheit steht, beweist der Cadillac de Ville, Baujahr 1961, aus dem Torsten-Michael Penke aus Trampe aussteigt. Der Luxusschlitten verfügt über elektrische Scheibenheber, eine Klimaanlage, eine Abblendautomatik und Servolenkung. "Und ist mit seinen stolzen 6,30 Meter Länge auch sonst ein richtiges Angeberauto", schmunzelt sein Besitzer. Genau deshalb habe er es sich vor zwei Jahren gegönnt.

Ein Blickfang ersten Ranges ist zudem der Oldsmobile von Uwe Mündlein aus Eberswalde, der 1954 gebaut wurde und es auf eine Länge von 5,40 Meter bringt. Der schicke Schlitten schluckt bei vorsichtigem Fahren 14 Liter Super auf 100 Kilometer. "Aber damit kann ich ja umgehen", sagt der Eigentümer, der seit vier Jahren jede Ausfahrt genießt. "Hier kommen vollendete Eleganz und Technik ohne Schnickschnack zusammen", freut er sich.

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