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Obwohl in Wandlitz die wirtschaftlichen Folgen längst offensichtlich sind, will die Landespolizei erst am Freitag informieren.

Munitionssuche
Ausfall der Badesaison droht

Am Ort des Geschehens: Ein Mitarbeiter des Tauchteams beobachtet die Arbeit seiner Kollegen unter der Wasseroberfläche. Demnächst soll eine zweite Mannschaft Froschmänner hinzustoßen, um die Munitionssuche zu beschleunigen.
Am Ort des Geschehens: Ein Mitarbeiter des Tauchteams beobachtet die Arbeit seiner Kollegen unter der Wasseroberfläche. Demnächst soll eine zweite Mannschaft Froschmänner hinzustoßen, um die Munitionssuche zu beschleunigen. © Foto: Sergej Scheibe
Hans Still / 08.05.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 08.05.2019, 15:40
Wandlitz (MOZ) Das sind wirklich schlechte Nachrichten: Mit dem Satz "die Wandlitzer Strandbadsaison wird kurz, eventuell fällt sie sogar gänzlich aus", positionierte sich am Dienstag die Wandlitzer Hauptamtsleiterin Gisela Peter zur Zukunft im Strandbad Wandlitzsee. Zuvor gab es eine Krisensitzung der Verwaltung mit dem Munitionsbergungsdienst der Landespolizei. Seit dem 1. Mai hätten im Strandbad Wandlitzsee bei bestem Wetter tausende Badehungrige Erholung finden können, allein durch die anhaltende Munitionssuche rückt der Saisonstart in weite Ferne. Wie lange die auf Kampfmittelsuche spezialisierten Froschmänner noch den See abtauchen werden, dazu wollte die Polizei am Dienstag mit keiner Silbe Auskunft geben. "Die Presse muss sich bis zum Freitag gedulden", ließ Jens Simon vom Munitionsbergungsdienst der Polizei verlauten. Erst dann gebe es eine Pressekonferenz.

Unterdessen sorgen sich Gastronomen wie Jimelo Ramadanis, Inhaber vom Ristorante alla Fontana, um ihre wirtschaftliche Zukunft. 200 000 Euro investiert der Unternehmer im Winter in die Erneuerung seines Wintergartens, der immerhin 200 Plätze aufweist. Statt auf den Wandlitzsee blicken seine Gäste nun aber auf eine Wand aus Strohballen, 40 Meter lang und sechs Meter hoch. Damit sollen die Scheiben im Wintergarten und die Gäste geschützt werden, falls es bei der Munitionssuche zu Detonationen kommt. "Seit diese Mauer unseren Blick auf den See verstellt, kommen immer weniger Besucher zu uns. Die Umsatzeinbußen liegen mindestens bei 50 Prozent", sagt Ramadanis am Dienstag. Auch beklagt er, seit Wochen keine Informationen von der Verwaltung zu bekommen. "Niemand hat uns gesagt, wie es weiter geht. Die meisten Informationen haben wir von der Presse", zeigt sich Ramadanis unzufrieden.

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Kommentar: Der Schaden liegt schon vor

So viel scheint nach der Krisensitzung von Polizei und Verwaltung klar zu sein: Die Munitionssuche wird wohl noch länger kein Ende finden. Bislang begab sich ein Taucherteam in den Wandlitzsee, nunmehr soll eine zweite Mannschaft folgen. Und es wird ein Boot zu Wasser gelassen, um mit Sonden gezielt nach der Quelle der Munition zu suchen. Über diese fachlichen Aspekte will die Polizei am Freitag informieren.

Was spricht nun aber dagegen, den Wandlitzern rechtzeitig reinen Wein einzuschenken. Das Elend liegt ja leider auf der Hand, und die wirtschaftlichen Folgen sind schon da. Die Gastronomen müssen sich auf teilweise gravierende Einbußen einstellen. Auch können die Saisonkräfte im Strandbad ihre Arbeit nicht wie geplant aufnehmen. Ein Teil des Bauhof-Personals wird Jahr für Jahr saisonbedingt im Strandbad tätig, die Leute werden natürlich weiterhin ihr Geld bekommen. Der Gemeinde Wandlitz entstehen so beachtliche Kosten und entgehen größere Einnahmen.

Horst Geiseler vom Tourismusverein stellt eine entscheidende Frage: Hätte die Suche im Strandbad nicht deutlich früher beginnen müssen? Besser wäre es wohl gewesen!⇥Hans Still

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