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Noch immer gibt es keine Lösung für den Ausbau der maroden Kreisstraße von Rüdnitz nach Danewitz. Die Ungeduld der Anwohner nimmt zu.

Straßenbau
Gefährliche Allee von Rüdnitz nach Danewitz

Beengte Verhältnisse: Die Diskussion über verschiedene Ausbauvarianten der Danewitzer Straße wird erst noch geführt.
Beengte Verhältnisse: Die Diskussion über verschiedene Ausbauvarianten der Danewitzer Straße wird erst noch geführt. © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 10.05.2019, 10:00 Uhr
Rüdnitz (MOZ) In einem offenen Brief an den Barnimer Landrat Daniel Kurth (SPD) fordert der Rüdnitzer Richard Mac Lean den Ausbau der Danewitzer Straße noch in der laufenden Wahlperiode zu beschließen. Die Allee, die von Rüdnitz nach Danewitz führt, weist einen mächtigen Baumbestand auf. Doch die Fahrbahn der Kreisstraße gehört zu den schlechtesten im Barnim. Bislang wird mit Reparaturen versucht, dem katastrophalen Zustand beizukommen. Dennoch kommt es immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen, wie nicht nur Richard Mac Lean beobachtet. Seine Geduld stößt an ihre Grenzen.

Schon vor rund zwölf Jahren sollte die Allee mit etwa 700 stattlichen, aber teilweise sehr alten Bäumen ausgebaut werden. Die normgerechte neue Fahrbahnbreite von 5,50 Meter hätte jedoch die Fällung der Bäume bedeutet. Zwar sollte die Allee wieder angepflanzt werden. Doch es gab erhebliche Proteste um den ausgewachsenen Bestand zu erhalten, beispielsweise eine Baumbesetzung der Umweltorganisation Robin Wood. Befürworter von Ausbau und Neuanpflanzung führten dagegen an, dass die Allee altersbedingt bald ihr naturgemäßes Ende erreichen würde. Letzten Endes wurde die Straße nicht ausgebaut, Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro verfie-len.

Heute verweist Richard Mac Lean auf eine Petition, in der vor gut einem Jahr 450 Menschen die Sanierung der Straße eingefordert haben. Damit die Alleebäume erhalten bleiben, soll die künftige Fahrbahn allerdings schmaler als 5,50 Meter ausfallen. Auch bei einer Abweichung von der DIN-Norm, unterstreicht er, könne der Ausbau einer Kreisstraße zu 75 Prozent gefördert werden. Das Infrastrukturministerium und die Landesplanung würden dies mit einer Richtlinie für Investitionen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden ermöglichen. Nicht nur eine lebensgefährliche Situation würde so beseitigt, der Landkreis Barnim könne auch Jahr für Jahr mehr als 161 000 Euro an Reparaturen einsparen. Da bislang noch keine Entscheidung gefallen ist, wirft Mac Lean der Kreisverwaltung "Verschleppung und falsche Versprechungen" vor.

Ronny Baaske, Amtsleiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, weist diesen Vorwurf zurück. Die Verwaltung habe beim Landesbetrieb Straßenwesen als der zuständigen Behörde wiederholt nachgefragt. Dabei ging es nicht allein um die Frage der Förderung. Grundsätzlich habe zunächst geklärt werden müssen, ob eine Kreisstraße überhaupt schmaler ausgebaut werden darf, als es die Norm vorsieht. Dabei gehe es nicht allein um die Verkehrssicherheit. Die Kreisstraße verbinde zwei Orte und müsse daher auch bestimmte Anforderungen, zum Beispiel an den Lkw-Verkehr, erfüllen. Die letztendlich  eingetroffene Antwort des Landesbetriebs sei dann aber nicht so konkret ausgefallen, wie erhofft. Denn das Land verlange für die Entscheidung, ob Abweichungen möglich und förderfähig sind, eine konkrete Ausbau-Planung, so Ronny Baaske.

Fahrplan der Kreisverwaltung

Auch der Kreis wolle eine schnellere Lösung. Die Danewitzer Straße sei mit "Abstand die teuerste Straße" in der Reparatur und Unterhaltung. Allein in die Danewitzer Straße fließe jährlich etwa ein Drittel der Mittel für Kreisstraßen. Und bei starken Stürmen würden zehn, manchmal 15 Bäume ausgerissen.

Nach dem Fahrplan des Landkreises wird in etwa zwei Monaten mit dem Ergebnis einer Untersuchung aller Kreisstraßen gerechnet. Dann fällt die Entscheidung über eine Prioritätenliste. Kaum jemand bezweifelt, dass die Danewitzer Straße ganz oben mit dabei sein wird. In die Variantendebatte in den Kreistagsgremien, so Baaske, sind Naturschutzverbände und andere Interessierte ausdrücklich einbezogen. Diskussionsstoff zeichnet sich bereits jetzt ab. Er reicht von einer schmaleren Fahrbahn mit Tempolimit, über einen Einbahnstraßenverkehr bis hin zu einer nur einseitigen Baumfällung. Von der ausgewählten Variante, so Baaske, wird es dann auch abhängen, ob vielleicht auch ein langwieriges Planfeststellungsverfahren erforderlich sei.

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