Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Regionalverkehr
Absage an zusätzliche Brücke in Rosengarten

Soll abgerissen und ersetzt werden: die Brücke über die Bahngleise mit Zugang zum Haltepunkt in Rosengarten
Soll abgerissen und ersetzt werden: die Brücke über die Bahngleise mit Zugang zum Haltepunkt in Rosengarten © Foto: Michael Benk
Thomas Gutke / 10.05.2019, 20:49 Uhr - Aktualisiert 11.05.2019, 10:05
Rosengarten (MOZ) Rosengarten bekommt keine zusätzliche Brücke zum Bahnsteig während des geplanten großen Brückenneubaus über die Gleise. Das machte die Stadtverwaltung in der Stadtverordnetenversammlung unmissverständlich klar und erteilte entsprechenden Forderungen aus dem Ortsteil damit eine Absage. "Dies ist aus unserer Sicht unverhältnismäßig", erklärte OB René Wilke.

2022 will die Stadt die marode Brücke über die Gleisanlagen samt Zugang zum Bahnsteig abreißen und ersetzen. Zugleich plant die DB Station&Service, den Bahnsteig zu verlängern und einen Fahrstuhl einzubauen. Eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer soll während dieser Zeit dafür sorgen, dass der Ortsteil dann nicht völlig zerschnitten wird. Ob tatsächlich 2022 gebaut werden kann, ist weiter offen. Unterschrieben sind die Verträge noch nicht. Auch eine Bestätigung der beantragten Sperrpausen seitens der DB steht noch aus. 14 Monate sind für den 5,4 Millionen Euro teuren, dringend nötigen Brückenneubau eingeplant. Die Bahn hat der Stadt während der Bauzeit einen Schienenersatzverkehr angeboten.

Doch die Rosengartener fühlen sich "nicht mit einbezogen in die Entscheidungen", sagte Ortsvorsteher Christian Mirle am Dienstag. Eine Bürgerinitiative sammele inzwischen Unterschriften dafür, dass der Zugang zum Bahnsteig auch während der Bauphase erhalten bleibt. Dafür bräuchte es eine zusätzliche Brücke. Aus Sicht der Stadt sprechen allerdings zu viele Punkte dagegen. Das habe eine Vorplanung ergeben, informierte der Oberbürgermeister. Zum einen würden sich die Bauzeiten durch eine weitere Brücke "und damit die Belastung durch die Baustelle" um mindestens vier Monate verlängern. "Und auch in dieser Zeit wäre der Bahnsteig nicht nutzbar", so der OB. Das gleiche gelte während der Bauarbeiten am Bahnsteig selbst. Ganz ausgesetzt sei der Bahnverkehr ohnehin, wenn die alte Brücke abgerissen und die neue montiert werde. Zum anderen würde allein der reine Bau eines solchen provisorischen Brückenzugangs gegenwärtig rund 480 000 Euro kosten. Und es kämen weitere Kosten hinzu, beispielsweise für die Flächen oder einen trotzdem temporär einzurichtenden Ersatzverkehr.

Das Angebot der Bahn für den Schienenersatzverkehr während der gesamten Bauzeit liege demgegenüber bei rund 380 000 Euro, rechnete René Wilke vor. Mit Ersatzbussen solle sich die Gesamtfahrzeit dann "laut DB Regio um zumutbare 15 Minuten erhöhen". Von den Maßnahmen betroffen wären aktuell – wie eine Fahrgasterhebung der DB ergeben hat – maximal 172 Fahrgäste am Tag. Darunter auch Pendler aus Frankfurt, die ihr Auto in Rosengarten kostenlos parken können.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG