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Für 600 000 Euro wird der Kirchturm saniert. Zimmerleute aus Frankfurt wurden mit dieser Aufgabe betraut.

Sanierung
Sietzinger Kirchturm am Drehkran

Ulf Grieger / 11.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 11.05.2019, 12:56
Sietzing (MOZ) Der große Kran an der eingerüsteten Fachwerkkirche von Sietzing lockte am Freitagmorgen zunächst nur wenige Neugierige. Als aber die Dachhaube des Turms schließlich emporgehoben wurde, um kurz darauf neben dem Friedhof wieder heruntergelassen zu werden, füllte sich doch die Ortsmitte.

Niels Kaidel von der Dachkomplettbaufirma, die die Kirche später mit Biberschwänzen decken wird, Jörg Zochert als ehrenamtlicher "Glöckner" der Kirchgemeinde und Karl-Heinz Sommerfeld vom Gemeindekirchenrat gehörten ebenso zu den Zuschauern wie Ortsvorsteherin Ines Zochert-Köhn. Wenig später, aber gerade rechtzeitig, um das Herausheben des Glockengestühls zu erleben, kam die ältere Gruppe der Kita "Spatzennest" auf den Anger. Die Kinder staunen über die Arbeit der Zimmerleute der Firma Friedrich aus Frankfurt, die behutsam die alten, schon sehr maroden Bauteile an die Erde beförderten.

Zimmerleute der Firma Friedrich aus Frankfurt haben den Sietzinger Kirchturm auseinandergenommen. Die Kirche wird für 600 000 Euro saniert.
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Kirchturm abgetragen

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Wenn es irgendwie geht, sollen die alten Holzteile wieder verwendet werden. Manche jedoch lösten sich bereits bei der Demontage in Pulver auf. Die Frankfurter Firma ist nicht zum ersten Mal mit denkmalgeschütztem Fachwerk im Oderbruch befasst. Sie hat bei der Sanierung der Fachwerkkirche Wilhelmsaue mitgearbeitet und am Taubenhaus von Herrenwiese bei Klein Neuendorf mitgewirkt. Bei der Demontage des Fachwerks in luftiger Höhe mussten die Zimmerer schon, was sie erwartet. Federleicht waren die holzwurmzerfressenen Balken. Das Gebälk ließ sich mit der Hand auseinanderbrechen.

Für das 1803 erbaute Kirchlein und seinen 1883 hinzugebauten Turm kommt die Rettung in letzte Minute. Das zeigte auch Karl-Heinz Sommerfeld an den Balken im leer geräumten Kirchenschiff. Bereits seit 20 Jahren bemühen sich die Sietzinger, unterstützt vom Förderverein, der Kirche und vielen Einwohnern, um die Sanierung. Im März überreichte Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) den Fördermittelbescheid über EU-Mittel in Höhe von 450 000 Euro.

Genutzt wird die Kirche nach dem Abschluss der für ein Jahr geplanten Bauarbeiten auch öffentlich. Sie ist als Kulturerbeort  des Oderbruchs ausgewiesen. Schon bisher konnte das Gotteshaus auch bei weltlichen Beerdigungesfeiern auf dem kommunalen Friedhof genutzt werden. Künftig wird die Kirche auch als Radwegekirche besonders für Durchreisende offen sein. Eine Teeküche und  Sanitärräume werden an den Turm angebaut. Die Anbauten bekommen Zugangstüren auch zum Inneren. Dort, im Kirchenschiff, werden die Glaswand der Winterkirche ausgebaut und der Fußboden angepasst. Das Gestühl, das im Augenblick ebenso wie bald auch einige Fenster und später die alten Türen von einer Gramzower Fachfirma saniert wird, kommt mehr in die  Raummitte. Der Altar, aktuell wegen der Bauarbeiten komplett einhaust, kommt dann wieder an die östliche Kirchenwand, so wie es auch  ursprünglich war.

Über den Baufortschritt informieren sich die Sietzinger beim wöchentlichen Baurapport. Um auch den vielen auswärtigen Kirchenfreunde die Möglichkeit zu geben, am Ball zu bleiben, lädt der Förderverein der Sietzinger Kirche am 1. Juni zu einer "Schaustelle" ein. Ab 15 Uhr wird Architekt Wolfram Schwelgin vom Büro IBS Hoppegarten über den Stand der Arbeiten und das Projekt insgesamt informieren. Dies ist eingebunden in die traditionelle Pflanzentauschbörse, die an diesem Tag am Anger von 14 bis 18 Uhr stattfindet.

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