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Bis heute hat es die Uckermark nicht geschafft, den massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen wieder auszugleichen.

Stagnation
Jobmangel seit 20 Jahren

Hoffnungsträger in der Aufbauzeit nach der Wende: Wie hier in Angermünde entstanden überall Gewerbegebiete in der Uckermark. Doch die erwarteten Arbeitsplätze blieben in den meisten Fällen aus. Der Landkreis hängt anderen Regionen immer noch hinterher.
Hoffnungsträger in der Aufbauzeit nach der Wende: Wie hier in Angermünde entstanden überall Gewerbegebiete in der Uckermark. Doch die erwarteten Arbeitsplätze blieben in den meisten Fällen aus. Der Landkreis hängt anderen Regionen immer noch hinterher. © Foto: Wilfried Bergholz
Oliver Schwers / 15.05.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 15.05.2019, 06:47
Angermünde (MOZ) In der Uckermark fehlen Jobs. Für eine Region, die unbedingt auf Zuwanderung setzt, reichen die Angebote längst nicht aus.

Es gibt zwar inzwischen mehr als 1100 freie Stellen quer durch alle Branchen, doch hat der Landkreis die Aufholjagd zu anderen Regionen trotz jahrelanger Konjunktur in Deutschland nicht geschafft.

Ein Blick in die aktuelle Statistik der Arbeitsagentur beweist: Vor 20 Jahren gab es deutlich mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als jetzt. 1999 standen noch rund 46 500 Jobs in der Uckermark zur Verfügung – heute sind es etwa 39 400. Und dabei wird die Zahl noch als positiver Trend gewertet, denn nach den großen Beschäftigungseinbrüchen zwischen 1999 und 2005 geht es jedes Jahr wieder aufwärts. Wenn auch langsam, so doch kontinuierlich.

Andere Landkreise mussten ähnliche Einbußen hinnehmen. Doch hat sich dort die Lage wesentlich schneller erholt. Gab es im benachbarten Barnim 1999 nur wenig mehr Jobs als in der Uckermark, so erlebt der Raum Bernau/Eberswalde vor allem seit 2014 einen beträchtlichen Aufschwung mit Zuwachszahlen zwischen 900 und 1000 Stellen im Jahr. Ergebnis: Der Barnim hat mittlerweile 11 000 Jobs mehr als die Uckermark und die ursprünglichen Werte von vor 20 Jahren weit überholt. Die Arbeitslosenquote ist nur halb so hoch, es herrschen Zuwanderung und Fachkräftemangel. Die Region ist auch für Pendler aus dem Norden interessant.

"Wir müssen mehr Unternehmer in die Region locken, denn wir brauchen Unternehmen mit Jobs für Menschen, die schon länger im Leistungsbezug sind", macht Michael Steffen, Chef des uckermärkischen Jobcenters, auf das Problem aufmerksam. Den 1100 freien Stellen im Landkreis stehen 6674 Arbeitslose gegenüber. 79 Prozent von ihnen bekommen Arbeitslosengeld II, sind also schon längere Zeit ohne Job. Auch wenn Firmen möglicherweise schwierige Erfahrungen mit Bewerbern gemacht hätten, sollten sie über Einstellungen nachdenken, so Steffen. Auch bei Ausbildungsplätzen hinke die Uckermark anderen Regionen hinterher. Das Verhältnis von angebotenen Lehrstellen und Bewerbern ist weiterhin negativ.

Was im Barnimer Land offenbar besser läuft, ist die Ansiedlung kleiner Firmen aus Berlin. Denn nennenswerte Großansiedlungen gibt es in beiden Landkreisen schon seit Jahren nicht. Jetzt setzt das Jobcenter auf den Mut der ansässigen Unternehmen, neue Stellen zu schaffen.

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