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Klinikum
Anzug und Krawatte statt weißer Kittel

Neuer Verwaltungsdirektor: Dr. Dietmar Donner
Neuer Verwaltungsdirektor: Dr. Dietmar Donner © Foto: Wiedl
Viola Petersson / 15.05.2019, 20:42 Uhr
Eberswalde (MOZ) Spätestens seit der "Sachsenklinik" und Sarah Maquardt  wissen Patienten: Der Verwaltungsdirektor führt in einem Krankenhaus nicht unbedingt die Beliebtheitsskala an. Im Gegenteil. Der "Ökonomische" sitzt sozusagen auf dem Geld, gilt als Sparkommissar, verdirbt den Ärzten den Spaß. Ist gewissermaßen der natürliche Widersacher des Weißkittels.

Als solchen sieht sich Dr. Dietmar Donner jedoch nicht. Nicht nur, weil er von Hause aus eigentlich Arzt ist. Seit gut 100 Tagen leitet der 48-Jährige als neuer Verwaltungsdirektor am Werner-Forßmann-Krankenhaus die Geschäfte. Er empfindet sich als Teamplayer. Er arbeite eng mit der Geschäftsführung des Konzerns GLG, zu dem das "Forßmann" gehört, zusammen, ohne sich als deren "Erfüllungsgehilfe" zu sehen. Aber genauso mit den Chefärzten bzw. der Ärztlichen Leitung. Sein Anspruch sei ein "kooperativer Arbeitsstil".

Zuletzt war Dr. Donner als medizinischer Geschäftsführer der Ernst-von-Bergmann-Klinik in Bad Belzig sowie als Leiter des Geschäftsbereichs Qualitätsmanagement der Bergmann-Klinikgruppe tätig. An Eberswalde habe ihn die Größe des Hauses gereizt. Bad Belzig sei mit 150 Betten ein relativ kleines Krankenhaus. Eine Klinik mit dem Status Grundversorger. Das "Forßmann" ist mit  fast 500 Betten und dem Status "Schwerpunktklinik" da schon eine andere Nummer. "Wichtig war und ist mir ein kommunaler Träger", betont Donner. Nicht Renditeerwartungen, sondern die Haltung zum Patienten und zu den Mitarbeitern, so betont er, sollten im Fokus stehen. "Da schlägt natürlich das ärztliche Herz in meiner Brust."

Spannende Betriebswirtschaft

Doch wie kam es überhaupt zum Seitenwechsel? Von der Medizin zur Verwaltung? Donner, der in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) aufgewachsen ist, hat in Essen und Berlin Medizin studiert. In einer Zeit, die mit der heutigen nicht vergleichbar ist, wie Donner sagt. "Damals gab es eine Ärzteschwemme." Und Donner war in einem Fachgebiet gelandet, das nicht seines war: Pathologie.

Die betriebswirtschaftliche Seite des Gesundheitssektors hingegen, die habe er als "spannend" angesehen. So studierte er berufsbegleitend Gesundheits- und Sozialökonomie und nahm 2001 eine medizinische Beratertätigkeit im Unternehmensbereich Krankenhäuser der AOK auf. Ab 2003 war er dort als Leiter des Geschäftsbereiches Krankenhäuser – Abrechnung tätig. In diese Zeit fiel auch die bundesweite Einführung der sogenannten DRGs, der Fallpauschalen, heute das Maß der Dinge für die Abrechnung stationärer Krankenhausfälle. Eine weitere Station war ab 2014 die kaufmännische Leitung des Zentrums für Chirurgie am Klinikum Potsdam. Donner kennt die Gesundheitsbranche also aus unterschiedlichen Blickwinkeln. "Am Ende zählt eines: Es muss gute Medizin sein."

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