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Altes Klinikum
Heidehaus bleibt Politikum

Von 1911: Das Heidehaus steht leer.
Von 1911: Das Heidehaus steht leer. © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 15.05.2019, 21:00 Uhr - Aktualisiert 16.05.2019, 11:37
Panketal (MOZ) Fast eineinhalb Stunden lang rieben sich die Panketaler Gemeindevertreter an einer beinahe historischen Grundsatzentscheidung. Das frühere Krankenhaus an der Schönower Straße 13 bis 16, das seit Jahren vor sich hin dümpelt, aber der Gemeinde gehört, soll erhalten und saniert und zu einem Bürgerhaus umgebaut werden. Mehr als 13 Jahre lang war um diese Entscheidung gerungen worden.

So waren es vor allem die alten, erfahrenden Hasen in der Runde, die nicht müde wurden, die Historie zum Thema noch einmal auszuführen. Ob die fraktionslose Sigrun Pilz, die auch in der AG Heidehaus mitgearbeitet hatte, oder Hubert Hayek, der für die SPD in der Runde saß – sie erinnerten an Beteiligungswerkstatt, Sondersitzung ohne Ergebnis und dauernde Rückstellung der Entscheidung. "Es ist eine politische Entscheidung, die endlich fallen muss", forderte Hayek.

Das sahen nicht alle in der Runde so, zumal ab August eine neue Gemeindevertretung im Ratssaal tagen wird. Frank Enkelmann (CDU) sprach von einer "Traumvorstellung", man solle schon mal das Geld zählen für den Umbau. Sein Fraktionskollege Olaf Petrasch betonte, man solle den Kreis mal nach dem Umbau der Schule Schwanebeck fragen. Die Sanierung des Altbaus habe alles verzögert und viel mehr gekostet: "Bauen Sie um Gottes Willen ein Bürgerhaus, aber ein neues und schönes!" Reiner Jurk (CDU) fand es "verwerflich, sich jetzt zu binden".

Eine Optik wie Notre Dame

Olaf Mangold (SPD) fand die von Bürgermeister Maximilian Wonke eigenmächtig beauftragte Konzeptstudie "gelungen". Der Entwurf spreche in Optik und Transparenz an. Jochen Bona (Unabhängige/Grüne) sah das ganz anders. Die am PC entworfene Zukunftsvision eines sanierten Heidehauses mit Lichtilluminationen sehe aus wie "Notre Dame". Statt eines Bürgerhauses solle man an die überalterte Gesellschaft denken, so der Gemeindevertreter und soziale wie medizinische Einrichtungen schaffen.

Uwe Voss (SPD), Vorsitzender der Gemeindevertretung, erinnerte an einen SPD-Vorschlag von 2017, der für einen Neubau an der Stelle plädiert hatte. Er bekannte aber auch: "Ich bin ein guter Demokrat, das wissen Sie." Sigrun Pilz betonte, dass schon 2006 in den Leitlinien der gemeindlichen Entwicklung ein Bürgerhaus für alle Vereine, für Kultur und Kunst vorgesehen war. Gekauft hatte die Gemeinde das Areal samt Torhaus, Villa und Heidehaus schon 2012 für 1,8 Millionen Euro. Das Grundstück steht laut Beschluss auch als Alternativstandort für eine Grundschule zur Verfügung.

Die CDU wollte die Entscheidung vertagen. Dem kam Matthias Horbank (Bündnis Panketal) zuvor. er wollte in der Sache abstimmen lassen. 14 Gemeindevertreter votierten für Erhalt und Sanierung, acht sagten nein. Vorrang, so Bürgermeister Wonke, habe immer der Schulneubau.

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