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Anwohner-Ärger
50 km/h statt 30 km/h am Ortseingang Neuzelle

Viel befahrene Bundesstraße: Christiane Jakob deutet auf das neu aufgestellte 50 km/h-Schild etwa 300 Meter vor dem Ortsausgang Neuzelle. Lkw-Kolonnen erlebt sie dort als Fußgängerin jeden Tag.
Viel befahrene Bundesstraße: Christiane Jakob deutet auf das neu aufgestellte 50 km/h-Schild etwa 300 Meter vor dem Ortsausgang Neuzelle. Lkw-Kolonnen erlebt sie dort als Fußgängerin jeden Tag. © Foto: Janet Neiser
Janet Neiser / 17.05.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 17.05.2019, 08:49
Neuzelle (MOZ) Manch einer hat es noch gar nicht mitbekommen: Wer von Eisenhüttenstadt nach Neuzelle fährt, der muss am Ortseingang nicht mehr sofort auf 30.km/h abbremsen. Das Verkehrsschild wurde am Dienstag offiziell abmontiert. Das bedeutet aber nicht, dass nun überall 50 km/h gelten. Etwa 300 Meter weiter, noch vor der Kurve wurde nun ein 30er-Schild montiert. Und wer aus Neuzelle in Richtung Eisenhüttenstadt rollt, der bekommt an genau dieser Stelle grünes Licht für 50 km/h.

Das mag vielen recht kommen, die nicht gern mit 30 km/h durch ein ganzes Dorf tuckern, andere hingegen sind besorgt: Eine Frau hat am Mittwoch auf der Internetplattform Facebook geschrieben: "Das heißt, man darf da jetzt mit 50 reinbrettern. Denkt vielleicht mal jemand an die Kinder, die an der Bushaltestelle stehen?"

Fakt ist: Für etwa 300 Meter sind die 30 km/h tatsächlich aufgehoben worden. 300 Meter auf denen viele Touristen, aber auch Schulkinder die Bahnhofstraße queren, wenn sie vom Zug kommen und zum Bus wollen. 300 Meter, auf denen Radfahrer die Straße überqueren, wenn sie auf den offiziellen Radweg wollen.

Doch wer hat den Abbau veranlasst? Erster Ansprechpartner ist die Amtsverwaltung. Der Amtsdirektor selbst äußert sich dazu: "Diese Entscheidung hat die Verkehrsbehörde des Landkreises getroffen", sagt Hans-Georg Köhler. Er klärt aber auch darüber auf, dass die 30 km/h vor einigen Jahren eingerichtet wurden – vor allem wegen der Sicherheit der Kinder. Denn damals habe es noch nicht den zweiten Gehweg an der B112 gegeben. Es handelte sich ihm zufolge aber nur um eine befristete Maßnahme. Und nun seien zwei Gehwege vorhanden, auch eine Querungshilfe in Höhe des Bahnhofs gibt es. Das Amt habe sich bei der Anhörung durch den Landkreis dennoch gegen die Wiedereinführung der 50 km/h ausgesprochen. "Die 30 sind für diesen Bereich vernünftig", betont Köhler. "Wir sind in Widerspruch gegangen gegen die Anordnung."

Michael Rose, Leiter des Amtes für Straßenverkehr und Ordnung im Kreis, weiß von den Bedenken des Amtes, wischt diese nicht beiseite. In den kommenden Tagen werde man sich mit dem Amt an einen Tisch setzen. Er betont aber noch einmal, dass es sich bei der Geschwindigkeitsbegrenzung eben immer nur um eine befristete Maßnahme gehandelt habe. Seitens eines Bürgers habe es sogar einen Widerspruch gegen die 30 km/h gegeben. Zudem seien auch Polizei und der Landesbetrieb Straßenwesen als Straßenbaulastträger angehört worden. Beide hätten grünes Licht für die 50 km/h gegeben. Daraufhin gab es die Anordnung. Dass diese aber so schnell durch den Landesbetrieb umgesetzt wird, damit hatte selbst Michael Rose nicht gerechnet. Er hatte gehofft, vorher noch mit dem Amt Neuzelle reden zu können.

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