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Fußball
Jung, zuverlässig, Supertyp

Damian Schobert steht bei den Männern des 1. FC Frankfurt seit der Saison 2016/17 zwischen den Pfosten.
Damian Schobert steht bei den Männern des 1. FC Frankfurt seit der Saison 2016/17 zwischen den Pfosten. © Foto: MICHAEL BENK
Hans Eberhard / 18.05.2019, 02:15 Uhr - Aktualisiert 18.05.2019, 09:48
Frankfurt (freier Autor) Steht er hinter dir, wird dein Schatten länger: Damian Schobert imponiert nicht nur mit seinen stattlichen 1,92 Metern Länge. "Als Torwart unsere absolute Nummer eins und menschlich ein super Typ", urteilt Trainer Jan Mutschler über den 19-jährigen Schlussmann vom Brandenburgligisten 1. FC Frankfurt. Am Sonnabend ab 15 Uhr gegen den FC Werder wird er seinen 85. Männer-Einsatz haben.

Mit dem Fußball begonnen hatte der in Platkow aufgewachsene Bursche bei den Bambinis von Victoria Seelow. Bis zur E-Jugend war er Feldspieler, meist auf der 10er-Position eingesetzt. Der ein Jahr ältere Tobi Labes lotste ihn dann nach Frankfurt zum FCF-Vorläufer Viktoria und an die Sportschule. "Da war Carsten Moritz am längsten mein Trainer", erinnert sich Schobert. "Und er stellte mich dann auch in den Kasten." Ein Wechsel, den der "Lange" nicht bereut hat.

Oberliga-Debüt als 17-Jähriger

In der Saison 2016/17 verdrängte er Philipp Reschke von der Schlüsselposition bei den Männern. Als A-Junior war er mit 17 der jüngste Keeper der Oberliga, kam auf 29 Einsätze. Die folgende Spielserie stand der Lockenkopf sogar alle 32 Vergleiche zwischen den Pfosten. Rund 80 Gegentore musste er jeweils schlucken. "Klar, die Bude voll zu kriegen, macht keinen Spaß, aber ich konnte mich im Team weiter entwickeln. Spiele gegen Rathenow oder TeBe, das waren Highlights." Und er schiebt nach: "Wenn ich nichts zu tun hätte, wäre es ja langweilig." Selbstkritisch ist er auch. "Anfangs bin ich sehr fokussiert, in der zweiten Hälfte lässt oft die Konzentration nach." Risikoreiche Dribblings am Strafraum auf der Suche nach der besten Anspielmöglichkeit oder Reserven in der Schlagtechnik nach Knieproblemen kommentiert er so: "Das sind wenige Momentaufnahmen, ich lerne immer wieder dazu."

Seine Reflexe auf der Linie und die Übersicht bei der Spieleröffnung weckten Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen. Dynamo Dresden und Greuther Fürth wollten ihn für die U-19-Bundesliga haben. Auch Luckenwalde fragte später an. Er aber blieb. Der Frankfurter Club hatte es schlau angestellt, ihn ab 2017 neben Erik Huwe, Paul Karaszewski und Sebastian Ziajka als Vertragsspieler verpflichtet. Das heißt, bei einem vorzeitigen Wechsel hätte der aufnehmende Verein eine Ausbildungs-Entschädigung an den1. FCF zahlen müssen. Im Übrigen fühlt sich "Schobi" hier wohl, bastelt die letzten zwei Monate am Fachabitur mit dem praktischen Teil im Freiwilligen Sozialen Jahr an der Sportschule. Und kümmert sich als junger B-Lizenz-Coach nebenbei auch noch um den Nachwuchs im Verein. "Montag und Freitag stehe ich den ganzen Tag auf dem Platz, von sieben bis zwanzig Uhr als Co-Trainer der E 1-Jugend und beim eigenen Torhüter-Üben."

Klar, er "wollte und will immer noch Profi werden", so seine Ansprüche. "Aber bei einem Wechsel muss das Gesamtpaket stimmen: Der Fußballverein und die Ausbildung, das Studium und die Wohnung." Wobei Letzteres am unwichtigsten sei. Derzeit geht es ihm gut in der WG mit "Grothi" (Robin Grothe) und "Fiebs" (Tobias Fiebig) im Altberesinchen-Kiez.

Möglich, dass es ihn nach Saison- und Vertragsende wegen der Liebe woanders hinzieht. Seine Freundin Vanessa Plümer vom Handball-Drittligisten FHC hat beim hessischen Bundesligisten Bad Wildungen unterschrieben und beginnt ein Lehramtsstudium in Kassel. "Aber wie gesagt, bei meinem Wechsel muss das Paket stimmen", bekräftigt Schobert. Mal sehen, wie die Entscheidung ausfällt. Um eventuellen "Ersatz" müssen sich die Frankfurter keine großen Sorgen machen. Marvin Benno Lähne, gerade 19 geworden, steht bereit. "‘Marv‘ ist okay, er hat einen Riesensprung gemacht, wir lachen viel", so Schobert. "Und wir puschen uns im Training gegenseitig."

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