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Nach dem Rennen ist vor dem Rennen

Blick hinter die Kulissen: Mike David Ortmann auf der Nürburgring-Nordschleife
Blick hinter die Kulissen: Mike David Ortmann auf der Nürburgring-Nordschleife © Foto: Gruppe C Photography
Dirk Schaal / 18.05.2019, 03:15 Uhr
Blumberg (MOZ) Wenn man Mike David Ortmann fragt, wann die unmittelbare Vorbereitung auf das Rennen startet, dann kommt die alte Sportlerweisheit: Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. "Tatsächlich wird schon bald danach alles ausgewertet – was war gut, was muss verändert werden – und dann wird angefangen an den Dingen zu arbeiten", erklärte der Blumberger.

Arbeiten tut der 19-Jährige auch noch neben dem, was ihm sein Hobby Rennsport an Tätigkeiten beschert. "Ich gehe ganz normal wie jeder andere auch arbeiten, von 8 bis 17 Uhr habe ich mein festes Aufgabenfeld und muss dieses abarbeiten", erzählte Mike David Ortmann. Eine Sonderstellung hat er im Betrieb seinen Vaters nicht, seine Kollegen verlassen sich auf seine Tätigkeiten im Fuhrparkmanagement. Natürlich hat er dann bei Testfahrten oder zum Rennwochenende frei, aber ansonsten bekommt er keine Extrawurst.

Fast täglich wird gejoggt

Vorbereitung ist für den Blumberger nicht nur im eigenen Fahrsimulator Runden drehen, sondern Bewegung ist da gefragt. "Ich laufe so etwa eine halbe bis eine Stunde oder fahre bis zu anderthalb Stunden Rad, täglich, und darüber hinaus mache ich noch Kraftsport, "verriet der junge Rennpilot. In der Woche unmittelbar vor einen Rennen lässt er den Sport dann ruhiger angehen, dafür baut er mehr Entspannungsphasen in seinen täglichen Ablauf ein. "Einfach runterkommen, mich auf das Kommende konzentrieren", nennt er als Ziel.

Je nach Rennen gestaltet sich dann die direkte Vorbereitung auf das Wochenende. "In Most steht am Donnerstag ein Testtag an, deshalb habe ich Mittwochmittag Arbeitsschluss und dann geht es dorthin. In drei Stunden sollten wir da sein", sagte der Blumberger. Dabei ist der 19-Jährige im öffentlichen Raum kein Raser: "Ich mag es lieber entspannter. Wenn  man so viel fährt wie ich, dann ist das wesentlich angenehmer." Bis zu 60 000 Kilometer legt er im Jahr im Straßenverkehr zurück.In Most angekommen nimmt dann der normale Rennalltag seinen Lauf, von dem der KFZ-Mechatroniker gern noch mehr hätte: "Klar ist es mein Wunsch, mein Hobby zum Beruf zu machen. Aber so einfach ist das alles gar nicht, neben viel Fleiß und Können gehört dazu auch Glück und viel Geld." In welcher Klasse er dann hinterm Cockpit sitzt, das ließ er offen. "Das ist mir dann ziemlich egal, Hauptsache Rennen", sagte er lachend.

Mindestens Platz 15

Für Most hat er dann aber schon recht konkrete Pläne. Mindestens unter die Top 15, dann gibt es nach den neuen Regularien der GT Masters schon Punkte. Insgeheim liebäugelt der 19-Jährige, der seinen Fahrersitz auch in Most mit Markus Winkelhock teilt, mit einem Platz unter den ersten Zehn: "Wenn man es ganz realistisch sieht, wäre am Ende der Saison Platz fünf bis sieben möglich, vorausgesetzt natürlich, dass alles mitspielt." Wichtig ist ihm auch die Juniorwertung der Rennserie, in der er am Ende nur Verfolger haben möchte, auch wenn etwa 60 Prozent der jungen Piloten als Werksfahrer ihre Runden drehen und somit schon einen deutlichen Vorteil besitzen.

Und hat Mike David Ortmann seinen Job ordentlich in Most erledigt, dann steht auch schon bald der nächste Termin an. "Am Montag ist Testtag auf dem Nürburgring, dann muss ich direkt nach dem Rennen noch die 600 Kilometer fahren", verriet der Juniorpilot. Ganz nach dem Motto: Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Vom 7. bis 9. Juni ist die GT Master dann im österreichischen Spielberg auf dem Red-Bull-Ring zu Gast.

2. Rennwochenende der ADAC GT Master in Most (Tschechien) auf dem Autodrom

Sonnabend10 bis 10.30 Uhr: erstes Qualifying14.45 Uhr: Startaufstellung erstes Rennen15.45 Uhr: Siegerehrung

Sonntag10 bis 10.30 Uhr: zweites Qualifying14.45 Uhr: Startaufstellung zweites Rennen15.45 Uhr: Siegerehrung

Länge der Strecke: 4,212 km – www.autodrom-most.cz/de/

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