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Wer eine Aufenthaltserlaubnis hat, muss sich eine Wohnung suchen.

Diskussion
Flüchtlinge wollen nicht ausziehen

Antwort: Landrat Gernot Schmidt begründet die Briefe an die Flüchtlinge.
Antwort: Landrat Gernot Schmidt begründet die Briefe an die Flüchtlinge. © Foto: Landkreis
Doris Steinkraus / 18.05.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 18.05.2019, 10:43
Seelow (MOZ) Verwundert zeigte sich im Kreistag die Abgeordnete Gabriele Gottschling (Linke) über die Verfahrensweise des Landkreises gegenüber Flüchtlingen.

Sie nahm Bezug auf Briefe, die Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis erhalten, wenn sie in Gemeinschaftsunterkünften leben. Darin würde ihnen quasi die Zwangsumsiedlung in ein Notquartier angedroht. Vizelandrat Friedemann Hanke (CDU) bestätigte das Versenden der Briefe. "Sie gehen an jene, die einen Aufenthaltsstatus erhalten haben und damit eine eigene Wohnung beantragen können und sollen. Denn sie gehören damit nicht mehr zum Personenkreis, die in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden." Den Betroffenen werde eine Frist von drei Monaten eingeräumt. Um eine Obdachlosigkeit zu verhindern, wenn sich jemand nicht um eine Wohnung bemüht, werde auf die Turnhalle in Müncheberg als Notunterkunft verwiesen. Landrat Gernot Schmidt (SPD) machte deutlich, dass es zunehmend Probleme mit den Flüchtlingen hinsichtlich ihrer Auszugsbereitschaft gebe. Sobald sie jedoch einen Aufenthaltstitel haben, würden sie in das normale Sozialsystem fallen, erhalten Hartz IV und Kosten der Unterkunft. "Ein Teil will jedoch nicht aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen", so Schmidt. Der Kreis müsse handeln, da die Plätze letztlich gebraucht werden. Märkisch-Oderland stehe in der Pflicht – so wie alle anderen Landkreise – entsprechend eines Schlüssels Monat für Monat Flüchtlinge aufzunehmen und unterzubringen. Man wolle vor allem über die Sozialarbeiter in den Gemeinschaftsunterkünften diesbezüglich informieren und die Betreffenden bei der Suche nach einer Wohnung unterstützen. Freier sozialer Wohnraum stünde allerdings vor allem im berlinferneren Bereich zur Verfügung. Die Flüchtlinge indes möchten in den Speckgürtel – auch wegen der Verkehrsanbindungen.

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Norbert Wesenberg 18.05.2019 - 07:17:48

Komische linke Auffassungen von Integration

Was die Kreistagsabgeordnete Gabriele Gottschling (Linke) offenbar nicht begriffen hat; hier geht es nicht um die Sendung "Wünsch dir was", sondern um die Problematik der Integration. Wenn die Verfahrensweise des Landrates sie stört, so darf sie gerne die integrationsunwilligen Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen.

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