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MOZ-Wählerforum
Kandidaten stellen sich Fragen der Wähler

Annemarie Diehr / 18.05.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 18.05.2019, 13:08
Fürstenwalde (MOZ) Nicht im Zuschauerraum drängen sich die Menschen, sondern auf der Bühne. Im Musikkeller der Fürstenwalder Kulturfabrik wird es am Donnerstagabend eng: Neun Kandidaten, die in die Stadtverordnetenversammlung wollen, gruppieren sich um runde Stehtische.

Die Spitzenkandidaten Petra Schumann (FDP), Elke Wagner (SPD), Gerd Scheffler (Einzelkandidat), Christian Dippe (Bündnis Fürstenwalder Zukunft), Karin Lehmann (CDU), Stephan Wende (Die Linke), Peter Apitz (Die Partei), Jens-Olaf Zänker (Bündnis90/Die Grüne) und Axel Fachtan (AfD), letzterer in Vertretung für den erkrankten Rolf-Peter Hooge, stellen sich beim Wahlforum der Märkischen Oderzeitung den Fragen von Redaktionsleiterin Manja Wilde. Gut 60 Gäste sind gekommen. Einzig Daniel Kubaile, Spitzenkandidat der Piratenpartei, blieb dem Forum ohne Absage fern.

Mehr Wohnungen in der Stadt

Fürstenwalde soll wachsen, in der Sache sind sich die Kandidaten größtenteils einig. Um die 40 000 Einwohner dürften es perspektivisch sein. Allein wo und in welcher Form sich Zuzügler ansiedeln sollen, darin unterscheiden sich die Meinungen. "In Nord fehlen Einfamilienhäuser für eine gute Mischung", sagt Karin Lehmann.  Für mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser auf Brachflächen in der Innenstadt, wirbt Wende. Um die Einwohnerzahl zu erhöhen, schlägt Apitz vor, Berkenbrück und Langewahl einzugemeinden.

Wenn der Wille zum Wachstum da ist, warum wurden Investorenprojekte dann nach Protest der Anwohner von den Stadtverordneten ausgebremst, hakte Manja Wilde nach. Oft habe der Dialog gefehlt, sagt Zänker. Etwa mit dem Investor in der Bettina-von-Arnim-Straße. Dass Investoren Planungssicherheit bräuchten und Stadtverordnete vor Anwohnerprotesten nicht einknicken sollten, findet hingegen Fachtan. Ganz anders sieht das Dippe: Bürgern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Beteiligen, so sieht es das Gesetz vor, müssen sich Bürger auch an den Kosten für die Erschließung von Sandstraßen. In Ausschüssen wurde nun empfohlen, ihren Anteil von 70 auf 50 Prozent abzusenken – trotz knapper Kasse würde die Stadt auf Einnahmen verzichten. Wie soll das gegenfinanziert werden, fragt Manja Wilde. Die Wirtschaft müsse angekurbelt und dadurch mehr Steuern eingenommen werden, sagt Petra Schumann.

Wende schlägt vor, Baukosten zu senken, indem nur ein Betonband gezogen werde. Dippe sagt: Planungskosten für Straßen, die dann doch nicht gebaut werden, entfielen, aber es würden auch weniger Straßen erschlossen. "Pro Jahr eine Sandstraße", empfiehlt Elke Wagner. Sie halte jedenfalls nichts davon, die Interessen der Anlieger gegen die von beispielsweise Sportvereinsmitgliedern auszuspielen.

Aus dem Publikum meldet sich Altanschließer Günter König zu Wort und will wissen, wie die Kandidaten zur Problematik stehen. Scheffler, der einst die Bürgerinitiative Altanschließer gründete, bekräftigte seinen Unmut darüber, dass Gesetze nicht nivelliert wurden. Größtenteils einig waren sich die Kandidaten, dass eine Rückzahlung bisher am Veto der anderen Mitgliedsgemeinden im Zweckverband gescheitert sei.

Kontrollen im Stadtpark

Zum Thema Jugend fragte Gast Andreas Pfeiffer, wo angesichts des Unmuts über die abendlichen Treffs im Stadtpark Orte für Jugendliche geschaffen werden. "Es gibt zahlreiche Treffs", entgegnet Elke Wagner. Die Jugend aus dem Park vertreiben, sind sich die Kandidaten einig, bringe nichts. "Man muss an ihr Verantwortungsgefühl appellieren", sagt Scheffler. Das Gespräch mit den Jugendlichen suchen, könnte zur Konfliktlösung beitragen, so Petra Schumann. Das wirke bei Wiederholung erzieherisch, meint Wende. Für strengere Kontrollen und gegen rechtsfreie Räume sind Karin Lehmann, Christian Dippe und Jens-Olaf Zänker. Die Lösung für Apitz ist Benimm-Unterricht.

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