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Sonderausstellung im Museum öffnet am Sonntag. Erinnerungen an Theater-Urknall zur Markgrafenzeit, den Kulturhausbau und die Simon-Zeit.

Museumstag
Mit Schloss und Marionetten

Dietmar Rietz / 18.05.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 18.05.2019, 17:56
Schwedt (MOZ) Vom Theater ins Museum heißt die neue Sonderausstellung im Stadtmuseum. Sie wird am Sonntag, dem Museumstag, eröffnet. Und sie hat das Zeug, der nächste Kassenschlager zu werden.

Das Museums-Team um Anke Grodon bastelte diese Woche noch wie wild an den Details. Die Sonderausstellung verführt die Besucher zu einem Streifzug durch die Schwedter Theater-Geschichte vom Urknall in der Markgrafenzeit über die Eröffnung des Kulturhauses 1978 bis in die Simon-Zeit.

Das Wachsmodell des Stadtschlosses ist darin  noch einmal zu sehen. Denn bereits Markgraf Friedrich Heinrich unterhielt ein eigenes Ensemble. Es entwickelte sich die Guckkastenbühne mit einer Vorbühne, die durch einen Bühnenvorhang verschließbar war und eine tiefe Hauptbühne besaß. Bemalte Kulissen verstärkten die räumliche Wirkung. Der Markgraf unterhielt seine Liebhaberbühne in einem ehemaligen Orangeriegebäude, das er zum Theater umbauen ließ. Unter dem Motto "Dem Vergnügen und der Sitte" waren alle Gäste in angemessener Garderobe willkommen. Dieses Theater existierte allerdings nur bis 1788, dem Todesjahr des Markgrafen.

Die Eröffnung des Schwedter Kulturhauses am 3. Oktober 1978 mit dem Shakespeare-Stück "Was ihr wollt" des Prenzlauer Theaters war somit nicht der Theaterurknall. Dem Kulturhaus ist allerdings fast eine ganze, fantastische Fotowand in der Ausstellung gewidmet. Kurz darauf erhielt Schwedt wieder ein festes Schauspielensemble.

Gezeigt wird in der Ausstellung zudem die Theaterpuppensammlung des in diesem Jahr aus dem aktiven Theaterdienst ausscheidenden Intendanten der Uckermärkischen Bühnen, Reinhard Simon. Unter seiner Leitung erhielten die Bühnen den Ritterschlag zum Landestheater und sie kamen zum Ende auch finanziell wieder in ruhigere Fahrwasser. Seit 2019 übernimmt die Landesregierung große Teile der Theaterfinanzierung. Reinhard Simon räumt nun langsam sein Intendantenbüro aus. Die Marionetten, Stand- und Handpuppen  bevölkerten dort Wände.

Zu jeder Puppe gibt es eine Geschichte, die es zu erzählen gilt, sagt Museumsleiterin Anke Grodon. Auch die Puppen sind Schauspieler. Ihre starre Mimik und der gleichzeitig lebendige Charakter stehen in einem spannungsvollen Kontrast. Das Spiel verleiht ihnen einen künstlerischen Ausdruck und regt die Fantasie von Jung und Alt an. Zu sehen sind auch zahlreiche Raritäten aus dem Theaterfundus wie das berühmte Mephisto-Kostüm. Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag um 15 Uhr lässt Stephan Rätsch im Stück "Der Drache mit dem Kaffeekrug” die Puppen tanzen. Er lädt im Anschluss zum Mitmachen ein. Seine Werkstatt "Dünnhäutige Figuren – Zarte Gewächse aus Draht und Papier" steht allen Besuchern offen.

Die Ausstellung ist bis zum 13. Oktober im Museum zu sehen.

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