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Mit einem Festgottesdienst feiert die Kirchengemeinde in Neuküstrinchen den Abschluss der aufwendigen Sanierung der historischen Kirchenfenster im "Dom des Oderbruchs".

Gotteshaus
Fenster lassen Kirche in neuem Licht erstrahlen

Zu Besuch: In der Glaswerkstatt von Andreas Walter (l.) informieren sich 2018 Sylvia Hecht, Pfarrerin Luttenberger und Planer Marek Fiedorowicz über den Sanierungsfortschritt.
Zu Besuch: In der Glaswerkstatt von Andreas Walter (l.) informieren sich 2018 Sylvia Hecht, Pfarrerin Luttenberger und Planer Marek Fiedorowicz über den Sanierungsfortschritt. © Foto: Nadja Voigt
Nadja Voigt / 18.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 18.05.2019, 13:44
Neuküstrinchen (MOZ) Zwei Jahre lang dauerte die Restaurierung der Fenster im sogenannten "Dom im Oderbruch" in Neuküstrinchen. Nun lädt die Kirchengemeinde um Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger am Sonntag um 14 Uhr zu einem Festgottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken ein.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte für die Sanierung insgesamt 16 500 Euro zur Verfügung. "Die Dorfkirche in Neuküstrinchen ist eines von über 650 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, der Erträger ihrer treuhänderischen Stiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Brandenburg gefördert hat", heißt es von der Stiftung aus Bonn. Künftig wird der "Dom des Oderbruchs” wieder als Kulturstätte für Veranstaltungen, Konzerte und für den Tourismus, als Ort der Einkehr und Ruhe sowie für kirchliche Amtshandlungen und Gottesdienste genutzt werden.

Dom bietet 1300 Sitzplätze

"Für den heutigen Ort ist die Kirche überdimensioniert, was der Volksmund durch die Benennung als "Dom des Oderbruchs" auf den Punkt gebracht hat. Das Gotteshaus bietet rund 1300 Kirchgängern Platz. Entstand ist der Bau zwischen 1887 und 1880 als Simultankirche für mehrere neugegründete Dörfer im Oderbruch. Den in der Zeit der Kolonisation errichteten Vorgängerbau aus Fachwerk hatte man aufgrund irreparabler Bauschäden abgebrochen, heißt es aus Bonn zur Historie. "Der stattliche neoromanische Backsteinbau, dessen Dachkonstruktion ein Pfettendach ist, ist im Ostteil aufwändig gestaltet und besitzt einen markanten Turm mit bekrönendem Kreuz im Westen. Betreten lässt sich die Kirche durch den Turm, der Eingang führt durch die Vorhalle in das durch zwei Querarme erweiterte Kirchenschiff. Ein kleinerer halbkreisförmiger Triumphbogen mit aufgemaltem Schriftzug öffnet die halbrunde Apsis. Große halbkreisförmige Bögen schaffen die Übergänge zu den flach gedeckten, weit ausladenden Querhausarmen. Das Licht fällt durch zweireihig übereinander angeordnete Rundbogenfenster in das Innere, den Chor beleuchten farbige Rundfenster. Die Ausstattung des später ausgemalten Innenraumes stammt fast ausschließlich aus der Erbauungszeit. Die Steinmensa des Altars schmückt ein großes, 1887 von Kaiserin Auguste Victoria gestiftetes Marmorkruzifix. 1910 erfolgte der Einbau einer Sauer-Orgel in die Kirche."

Vor der nun beendeten Fensterrestaurierung wurde das Bauwerk instandgesetzt. In einem ersten Bauabschnitt wurden die Schäden auf der Nordseite behoben. Danach folgte die Instandsetzung der Südseite. Gleichzeitig wurde das Dach wieder in der historischen Form mit Biberschwänzen eingedeckt. "Die zwischenzeitlich aufgebrachte Schieferdeckung war teilweise für Feuchtschäden im Inneren mitverantwortlich. Der Turm schließlich wurde 2013 fertiggestellt." Die riesigen Rundbogenfenster der Kirche Neuküstrinchen lagen 2018 auf den Arbeitstischen und im Depot der Berliner Glaswerkstatt Andreas Walter. Dort sichteten und sortierten, reinigten und verkitteten die Fachleute Fenster für Fenster. "Es ist wie ein riesengroßes Puzzle­spiel", gab Andreas Walter zu. "Und ein riesiges Scherbengewitter." In der Berliner Werkstatt des Bleiglasermeisters in Friedrichshagen wurden die neun Fenster der Kirche aus Neuküstrinchen über Monate restauriert, erhielten eine neue Verkittung und neue Bleiprofile.

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