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Schließung
"Elke" ist das letzte Stück im Modernen Theater Oderland

Melanie Stein (l.) und Isabell Korda gaben vor der Kulisse des letzten MTO-Stücks "Elkes Frisiersalon" die Gründe für die Schließung des Theaters bekannt. Zusammen mit Lena Noske bilden sie den Vorstand des Vereins.
Melanie Stein (l.) und Isabell Korda gaben vor der Kulisse des letzten MTO-Stücks "Elkes Frisiersalon" die Gründe für die Schließung des Theaters bekannt. Zusammen mit Lena Noske bilden sie den Vorstand des Vereins. © Foto: Lisa Mahlke
Lisa Mahlke / 18.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 20.05.2019, 17:25
Frankfurt (Oder) (MOZ) Von der Hand in den Mund. So hat sich das Moderne Theater Oderland (MTO) seit seiner Gründung vor fünf Jahren finanziert.

"Wir sind freiwillig in Hartz IV gegangen", erklären die künstlerische Leiterin Melanie Stein und Schauspielerin Isabell Korda beim Pressetermin, auf dem die Vereinsvorsitzenden erklären, warum sie die Spielstätte zum 31. Juli schließen. Nur durch das Arbeitslosengeld II sei es möglich gewesen, den Theaterbetrieb aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Alle Einnahmen wurden für Aufwandsentschädigungen der Schauspieler genutzt,  flossen in die Renovierung der Immobilie in den Gerstenberger Höfen oder in laufende Kosten.

Über 30 Eigenproduktionen entstanden seit 2014, Gastspiele und Konzerte kamen dazu. Es gab drei Koproduktionen, etwa mit dem Kleist Forum. Lediglich fünf Eigenproduktionen bekamen eine Förderung, erläutert Melanie Stein die schwierige Situation. Ein Ruf nach finanzieller Rettung ist der Termin jedoch nicht, betont sie. Mit dem Weggang Stefan Sterns vor gut einem Jahr habe die Schließung nichts zu tun. "Das ist Quatsch und nur verletzend", sagt sie über die diesbezüglichen Gerüchte. Zwar habe man anfänglich die Lücke schließen müssen, es sei aber stabil und gut strukturiert weitergegangen.

Im ersten Jahr hatte das Theater eine Auslastung von 95 Prozent. Platz ist für 65 Zuschauer. Unterhaltungstheater und Liederabende kamen gut an. Melanie Stein und Isabell Korda sprechen jedoch von einem Interessenkonflikt: Sie hätten gerne mehr experimentelles, postdramatisches, performatives Theater gemacht. Die einzige Lösung wäre eine institutionelle Förderung gewesen – die Fortschreibung des Kulturentwicklungsplans steht aber erst im  kommenden Jahr an – oder ein Übergang ins Kleist Forum. "Elkes Frisiersalon", die nun letzte MTO-Produktion, wird zwar gefördert. Zwei weitere Förderanträge für dieses Jahr wurden aber abgelehnt, sodass sich der Verein zur Schließung entschied. Sehen sie eine Zukunft für sich in Frankfurt? "Auf gar keinen Fall", so Melanie Stein klar. Isabell Korda sagt über "Elke": "Wir hoffen, dass wir mit einem Knall gehen."

Abschied mit einem Trödelmarkt

Requisiten, Möbel und Kostüme kann man diesen Sonntag von 14 bis 18 Uhr im Foyer des MTO gegen Spenden erwerben. Eine zweite solche Aktion wird es nicht geben. Übrig bleiben sollen nur noch die für das letzte Projekt des Theaters – "Elkes Frisiersalon" – benötigten Dinge. Der 80er-Jahre-Liederabend wird noch zu folgenden Terminen gezeigt: 25. Mai, 19.30 Uhr; 26. Mai, 18 Uhr; 1. und 14. Juni, 19. und 20. Juli, jeweils 19.30 Uhr; letztmalig am 21 Juli, 18 Uhr, mit anschließender Abschiedsfeier. Karten gibt es für 20 Euro, Arbeitslose/Schwerbeschädigte zahlen 15 Euro, Schüler/Studenten 10 Euro; unter 0152 01406041 oder karten@theater-oderland.de

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