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Eine deutliche Mehrheit befürwortet eine neue Kita am Langen Grund. Zukünftig sollen hier 100 Kinder betreut werden.

Kinderbetreuung
Votum für neue Kita in Wandlitz

Allee im Ort: Der Lange Grund ist noch weitgehend unbebaut. Im Flächennutzungsplan ist er jedoch als Bauland vorgesehen.
Allee im Ort: Der Lange Grund ist noch weitgehend unbebaut. Im Flächennutzungsplan ist er jedoch als Bauland vorgesehen. © Foto: Sergej Scheibe
Olav Schröder / 18.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 18.05.2019, 13:40
Wandlitz (MOZ) Nach einer teilweise heftig geführten Debatte hat die Wandlitzer Gemeindevertretung die Errichtung einer Kita mit bis zu 100 Plätzen im Langen Grund befürwortet.

Bereits im Vorfeld hatte es eine kontroverse Diskussion gegeben. Auch am Donnerstagabend ging es in vielen Wortmeldungen noch einmal um den Vergleich mit anderen Kita-Standorten sowie um das Verhältnis zwischen Gemeinde und Investor.

Für den Neubau einer Kita kamen aktuell drei Standorte in Frage. Dabei geht es um Flächen am Barnim-Panorama, im Bebauungsplangebiet "Am Güterbahnhof" sowie als jüngste Variante der Lange Grund. Seitens der Gemeindeverwaltung wurde darauf hingewiesen, dass die Fläche am Barnim-Panorama zwar weitaus größer ist als im Langen Grund. Die tatsächlich bebaubare Fläche sei am Panorama aber beschränkt, so dass auf diesem Grundstück eine Kita mit nur 60 Plätzen errichtet werden dürfte.

Oliver Borchert (Freie Bürgergemeinschaft Wandlitz), der auch Bauausschussvorsitzender ist, erneuerte den Vorschlag, die Beratung als "erste Lesung" zu behandeln. Um eine Entscheidung treffen zu können, fehlen ihm noch ein Standortvergleich mit Kostendarstellung und städtebaulicher sowie Verkehrsanalyse.

Bürgermeisterin Jana Radant führte dagegen an, dass der Standort im Bahnhofsgebiet vom Landkreis als Altlastenfläche erfasst und für eine Kita besonderen Schallschutz erforderte. Außerdem wird der Standort als zu klein angesehen. Lediglich am Langen Grund seien 100 Plätze realisierbar, Kosten könnten aber erst nach der Standortentscheidung genauer angeben werden.

Emotional heftig wurde die Debatte, als die Bürgermeisterin dem Bauausschussvorsitzenden auch persönliche Vorteile für seine Ausführungen unterstellte, was dieser entschieden zurückwies.

Olaf Berlin, Thomas Rüdiger (beide CDU) und Frank Bergner (Linke/Grüne/Bündnisgrüne/UWG) wiesen auf die große Zahl von Betreuungsplätzen hin, die am Standort Langer Grund zügig entstehen könnten und die dringend gebraucht würden. Oliver Borchert führte hingegen an, dass bislang Konsens bestand, die Allee durchgängig zu erhalten. Uwe Liebehenschel (CDU), Vorsitzender der Gemeindevertretung, erinnerte wiederum an den Flächennutzungsplan, der das Gebiet als Bauland ausweise.

Investor und Gemeinde

Nicht ausgeräumt wurden Bedenken, die Gabriele Bohnebuck (Linke/Grüne/Bündnisgrüne/UWG) und andere Mitglieder der Fraktion vorbrachten. Da der Kita-Neubau am Langen Grund von einem Investor mit Vorhaben in Wandlitz angeboten werde, fühle sie sich mit Blick auf künftige Projekte des Investors "erpresst". Auch Joachim Luchterhand sprach von einem "Kopplungsgeschäft". Dies stieß bei Dietmar Seefeld (SPD) auf Protest. "Wir haben beschlossen, dass wir die Investoren für die Gemeinde ’rannehmen wollen, Sie machen daraus ein Kopplungsgeschäft." Manuela Köhler (CDU) sieht dies ähnlich: Den Investoren werde vorgeworfen, dass sie Wohnungen bauen, aber keine Kitas.

In der Abstimmung sprach sich bei sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen die Mehrheit für die Errichtung der Kita am Langen Grund aus. Die Verwaltung wurde damit beauftragt , mit dem Eigentümer über verschiedene Umsetzungsvarianten zu verhandeln. Dann kommt das Thema erneut in die Gemeindevertretung.

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