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Theater im Schloss startet mit Fontane in die Saison

Theater vorm Schloss: Kastellanin Berit Gloede (rechts) und Christine Schmidt-Schaller freuen sich auf Fontane-Stücke, die heute und an fünf weiteren Terminen zu erleben sein werden.
Theater vorm Schloss: Kastellanin Berit Gloede (rechts) und Christine Schmidt-Schaller freuen sich auf Fontane-Stücke, die heute und an fünf weiteren Terminen zu erleben sein werden. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 18.05.2019, 08:00 Uhr
Oranienburg (MOZ) Mit "Frau Jenny Treibel" startet am heutigen Sonnabend um 19.30 Uhr die neue Saison des "Theaters im Schloss" in Oranienburg von und mit der Schauspielerin Christine Schmidt-Schaller sowie Frieder Kranz. Mit der szenischen Lesung aus dem Gesellschaftsroman von Theodor Fontane wird der 200. Geburtstag des Autors gewürdigt. "Es ist eine geile Fassung herausgekommen", sagt Christine Schmidt-Schaller und lacht. Für die szenischen Lesungen bearbeitet sie die Texte, um sie in Theaterlänge vortragen zu können. Das gilt auch für den Stechlin, aus dem der Fernseh- und Theaterschauspieler Thomas Thieme am 16. November spielen will. Er habe die Textfassung als sehr gelungen beschrieben, sagt Christine Schmidt-Schaller und fügt an, dass Thieme wohl sonst auch nicht für das Theater im Schloss zugesagt hätte.

1991 hatte die Schauspielerin, Regisseurin und frühere Schauspieldozentin in der damaligen Potsdamer Schlösserverwaltung gefragt, ob sie mit ihren Studenten nicht im Ehrenhof des Neuen Palais die Drei Musketiere aufführen könne. Ablehnung und Skepsis des Direktors Hans-Joachim Giersberg waren schnell gewichen, schon die Proben wurden zum Publikumsmagnet im Park Sanssouci. Jahre später entdeckte Christine Schmidt-Schaller das Oranienburger Schloss als hervorragende Spielstätte. Genau erinnert sich die 72-Jährige an die Premiere. Das Publikum habe sich sehr zurückhaltend verhalten, ihr dennoch mit Worten Mut gemacht. "Das spricht sich schon rum", habe ihr eine ältere Zuhörerin versichert. Jemand anderes habe gesagt, "wir brauchen nicht mehr nach Berlin fahren, jetzt haben wir ein Theater in Oranienburg". Bis heute gibt es keine Bühne und kein festes Ensemble in der Kreisstadt, umso mehr freut sich ein Stammpublikum auf das Theater im Schloss, das mal den Groteskensaal und diesmal auch den Kassenbereich für die Aufführungen nutzt. "Es ist wirklich schön, was hier über die Jahre gewachsen ist", lobt die Kastellanin Berit Gloede das Engagement.

Es sei ein kleines Wagnis, in diesem Jahr allein Fontane zu spielen, gesteht Christine Schmidt-Schaller. Doch sie bekommt prominente Unterstützung. Am 22. Juni liest die Schauspielerin Christel Leuner aus der Erzählung Schach von Wuthenow. Katja Rogner und Christian Mark lassen ihr Publikum am 20. September Szenen aus dem Roman Effie Briest erleben. Am 26. Oktober liest Christine mit Andreas Schmidt-Schaller, dem Fernsehkommissar a.D., aus Grete Minde. Nach Thomas Thieme und dem Stechlin bringt Petra Schmidt-Schaller am 7. Dezember Weihnachtliches von Fontane zu Gehör. Die Runge-Buchhandlung begleitet die Lesungen mit einem Büchertisch.

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